April "total wichtig"

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(sid). Thomas Dreßen ist schwer beschäftigt in diesen Tagen. Klar, von den Auswirkungen der Coronavirus-Krise ist auch er betroffen, zumal es ja in seiner Wahlheimat Österreich nicht minder streng zugeht als etwa in Deutschland: Die Schutzmaske zum Einkaufen liegt griffbereit im Auto, der Ausgang ist beschränkt, die Freundin macht Home- office. Bremsen lässt sich der beste deutsche Skirennläufer aber freilich nicht.

"Ich kann damit leben", sagt Dreßen über die Beschränkungen im Alltag. Der 26-Jährige ist ohnehin keiner, der sich aus der Ruhe bringen lässt, zudem zeichnet ihn aus, dass er aus jeder Situation das Beste macht. "Was sind schon ein, zwei Monate Einschränkungen auf das ganze Leben betrachtet?", sagt er gelassen. Tatsächlich "freue ich mich, dass ich meine Freundin jetzt so oft sehe". Davon abgesehen: Soll keiner glauben, dass er faul herumliegt. In der vergangenen Woche hat Dreßen das Konditionstraining aufgenommen. Zwei bis zweieinhalb Stunden fährt er mit dem Rad rund um Scharnstein in Oberösterreich, dazu hat er sich in der Reithalle der Eltern seiner Freundin einen kleinen Fitnessraum eingerichtet.

Tatsächlich ist für die Skirennläufer wie Dreßen vor allem der April "total wichtig", wie Alpinchef Wolfgang Maier betont. In diesen Tagen und Wochen wird auf den Gletschern in Europa für gewöhnlich das neue Material für die kommende Saison getestet. Doch die Gebiete sind gesperrt, Reisen sind nicht möglich. Der DSV wollte auf die Zugspitze ausweichen: Dort herrschen beste Bedingungen, für den Publikumsverkehr ist Deutschlands höchster Berg gesperrt - die Behörden sagten dennoch "Nein".

Wie es weitergeht? Dreßen vermag es nicht zu prophezeien. "Was das Skifahren angeht, habe ich mir noch keine Gedanken gemacht", sagt er. Am liebsten wäre ihm, der ursprüngliche Plan mit dem Schneetrainingslager in Chile im August und September könnte eingehalten werden. "Aber wenn’s nicht klappt, habe ich dadurch keinen Nachteil", sagt er. "Alle anderen betrifft es genauso."

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