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Gefeierter Leverkusener ist Robert Andrich, der von Paulinho nach dem Tor zum 1:1-Endstand bei Betis Sevilla umarmt wird.

Andrich rettet Punkt

(sid). Gerardo Seoane hielt sich die Hände vors Gesicht. Die Achterbahnfahrt der Gefühle, die der Trainer von Bayer Leverkusen in einer spektakulären Schlussphase durchlebte, hatte den Schweizer ziemlich mitgenommen. Erst war Robert Andrich (82.) durch seinen abgefälschten Schuss zum 1:1 (0:0) bei Betis Sevilla zum »Retter« avanciert - und dann vergab Kerem Demirbay mit dem Abpfiff gar noch die Riesenchance gegen den überragend reagierenden Claudio Bravo.

Am Ende stand vier Tage nach der 1:5-Klatsche gegen Bayern München aber ein verdientes Unentschieden. Die Fußball-Werkself ist zudem als Tabellenführer der Gruppe G mit sieben Punkten nach drei Spielen auf Kurs. »Es war kein schönes Tor, aber wir haben uns das erarbeitet. Es war ein gutes Spiel von uns, und wir haben es uns verdient, den Punkt hier mitzunehmen«, sagte Abwehrchef Jonathan Tah. Borja Iglesias (75., Handelfmeter nach Videobeweis) hatte Betis nach einem Blackout von Jeremie Frimpong in Führung gebracht und heiße Schlussminuten eingeläutet.

»Ich habe die Reaktion gesehen, die ich mir gewünscht habe. Fehler passieren. Die Einstellung muss da sein, und sie war da«, sagte Torhüter Lukas Hradecky bei Nitro: »Wir gehen mit einem guten Gefühl aus diesem Spiel.« Leverkusen untermauerte seine Ambitionen vor 40 000 Zuschauern von Beginn an. Die erste Chance spielten sich die Gäste nach 30 Sekunden heraus. Flügelflitzer Moussa Diaby startete auf der linken Seite durch und fand im Strafraum Lucas Alario. Den Schuss des Argentiniers parierte der chilenische Nationaltorhüter Bravo. Drei Minuten später hätte Diaby die Führung erzielen müssen, nachdem er schon an Bravo vorbeigedribbelt war. Vom bitteren Rückschlag gegen die Bayern war bei der Werkself nichts zu spüren: Leverkusen spielte weiter mit viel Zug nach vorne. Einen Freistoß von Demirbay leitete Alario artistisch per Aufsetzer an die Latte weiter (11.).

Erst nach einer Viertelstunde wurden auch die Verdiblancos etwas aktiver. In der Folge verlor die Partie aber zunächst ein wenig an Schwung. Erst kurz vor der Pause wurden Nabil Fekir (41.) und Iglesias (42.) mit Abschlüssen vor dem Bayer-Tor gefährlich. Bayer hatte in der Folge ein paar Probleme und haderte mit einigen unnötigen Ballverlusten. Dann patzte in der Schlussphase erst Frimpong, Andrich gab die Antwort, Demirbay scheiterte hauchzart.

Betis Sevilla: Bravo - Montoya, Pezzella, Gonzalez, Miranda (46. Moreno) - Rodriguez, William - Joaquin (46. Lainez), Fekir (64. Canales), Ruibal (71. Juanmi) - Iglesias (85. Willian Jose).

Leverkusen: Hradecky - Frimpong, Tah, Tapsoba, Hincapie (76. Bakker) - Andrich, Demirbay - Bellarabi (76. Paulinho), Adli (69. Wirtz), Diaby (90.+1 Palacios) - Alario (69. Schick).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Frankowski (Polen). - Tore: 1:0 Iglesias (75., Handelfmeter nach Videobeweis), 1:1 Andrich (82.). - Zuschauer: 40 000. - Beste Spieler: Fekir, Iglesias - Frimpong, Diaby. - Gelbe Karten: Miranda, Pezzella / Alario, Tapsoba, Hincapie, Diaby.

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