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Ob die Rennen in den ersten Tagen der WM wie geplant stattfinden, hängt vom Wetter ab: Cortina stellt sich auf reichlich Neuschnee ein.

DER ZEITPLAN

Alpine setzen auf Angriff

  • vonSID
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Die Aussichten könnten besser sein, die Chancen auf Medaillen sind gering: Die deutschen Skirennläufer zeigen sich vor der WM in Cortina d‹Ampezzo trotzdem angriffslustig.

Gut, dass die deutschen Skirennläufer ihre Taschen bereits gepackt hatten. Gleich nach dem letzten Rennen vor den Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo brachen die schnellen Jungs am Samstag von Garmisch-Partenkirchen aus auf nach Italien. Gut, weil sie damit Schwierigkeiten bei der Anreise entgingen, denn am Sonntagmorgen kam die Warnung: Bitte nicht die schnellste Route nach dem Brenner wählen - die Statale 51 von Toblach nach Cortina d’Ampezzo wird wegen Lawinengefahr wohl gesperrt werden müssen.

Im Gepäck hatten die deutschen Abfahrer, auf denen nicht zuletzt nach dem Comeback von Thomas Dreßen große Hoffnungen ruhen, ihr bislang »schwächstes Wochenende« in dieser Saison, wie Alpinchef Wolfgang Maier sagte. Nur Routinier Romed Baumann (35) gelang am Samstag beim Super-G auf der Kandahar als Zehnter gerade noch eine Top-10-Platzierung - »das hat schon ein bisschen wehgetan«, räumte Maier ein, ergänzte aber sogleich: »Es geht nicht immer bergauf, es geht auch mal bergab, damit es den nächsten Schritt vorwärts geht.«

Und tatsächlich soll es nun bei der WM (bis 21. Februar), die mit der Kombination der Frauen (Montag, 11.00/14.30 Uhr) sowie den Super-G-Rennen für die Frauen und die Männer (Dienstag, 10.30 und 13.00 Uhr/jeweils ARD und Eurosport) beginnt, auch aufwärts gehen. Maier jedenfalls sagt mutig: Wir wollen in jedem Rennen das Podium attackieren. Klingt verwegen bei gerade drei Podestplatzierungen in diesem Winter, aber der Alpinchef betont auch: »Warum sollen wir sonst runterfahren, wenn wir es nicht zumindest versuchen? Ein jedes Rennen hat seine eigenen Spielregeln.«

Die deutschen Medaillenanwärter sind in der Tat rar. Linus Straßer hat Anfang Januar seinen ersten Weltcup-Slalom gewonnen und einen zweiten Rang nachgelegt, war zuletzt aber in ein Formtief gefahren. Alexander Schmid belegte im Dezember einen dritten Rang beim Parallel-Rennen in Lech-Zürs und macht durchaus Hoffnung für die WM-Premiere des Wettbewerbs in der zweiten Woche.

Baumann und Sander im Fokus

Die Hoffnungen ruhen zunächst auf Baumann und Andreas Sander. Beide zeigten über die gesamte Saison weg konstante Leistungen in Super-G und Abfahrt, das Podium verfehlten sie oft nur knapp. Baumann etwa zeigte sich mit seinem zehnten Rang am Samstag auf der Kandahar auch durchaus zufrieden. »Ich bin solide gefahren«, betonte er, »und aus dem Selbstbewusstsein heraus kann man bei der WM attackieren.« Die Top Ten traut sich der gebürtige Österreicher bei seiner bereits achten WM-Teilnahme auf jeden Fall zu, »und vielleicht geht mir mal eine Granate auf.«

Die nur drei nominierten deutschen Frauen bräuchten schon eine Leistungsexplosion, um eine Medaille zu holen. Kira Weidle könnte nach dem Verzicht auf die Kombination am Montag und dem Super-G am Dienstag höchstens in der Abfahrt am Samstag für einen Sensation sorgen. Lena Dürr hat allenfalls im Parallel-Rennen eine Außenseiterchance. Und Andrea Filser ist in erster Linie als zweite Frau für den Teamwettbewerb berufen worden. »Es sei dahingestellt, ob wir Chancen haben«, sagt Maier: »Wir haben jedenfalls eine Mannschaft, die man nicht unterschätzen darf.«

Das deutsche Aufgebot:

Frauen: Lena Dürr (Germering), Andrea Filser (Wildsteig), Kira Weidle (Starnberg)

Männer: Romed Baumann (Kiefersfelden), Thomas Dreßen (Mittenwald), Sebastian Holzmann (Oberstdorf), Simon Jocher (Garmisch), Stefan Luitz (Bolsterlang), Andreas Sander (Ennepetal), Alexander Schmid (Fischen), Dominik Schwaiger (Königssee), Linus Straßer (München).

Heute: Kombination Damen (11.00/14.30 Uhr)

Dienstag: Super-G Damen (10.30 Uhr) Super-G Herren (13.00 Uhr)

Mittwoch: Kombination Herren (10.00/13.30 Uhr)

Samstag, 13. Februar: Abfahrt Damen (11.00 Uhr)

Sonntag, 14. Februar: Abfahrt Herren (11.00 Uhr)

Dienstag, 16. Februar: Parallel-Rennen Damen und Herren (14.00 Uhr)

Mittwoch, 17. Februar: Teamevent (12.15 Uhr)

Donnerstag, 18. Februar: Riesenslalom Damen (10.00/13.30 Uhr)

Freitag, 19. Februar: Riesenslalom Herren (10.00/13.30 Uhr)

Samstag, 20. Februar: Slalom Damen (10.00/13.30 Uhr)

Sonntag, 21. Februar: Slalom Herren (10.00/13.30 Uhr)

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