Erst am 23. Mai standen sich Alphonso Davies (l.) vom FC Bayern und der Frankfurter Almamy Toure gegenüber. Nicht nur wegen des damaligen 5:2-Erfolgs ist der Rekordpokalsieger heute klarer Favorit im Halbfinale. FOTO: DPA
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Erst am 23. Mai standen sich Alphonso Davies (l.) vom FC Bayern und der Frankfurter Almamy Toure gegenüber. Nicht nur wegen des damaligen 5:2-Erfolgs ist der Rekordpokalsieger heute klarer Favorit im Halbfinale. FOTO: DPA

Alles spricht gegen die Eintracht

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(dpa/lhe). Vor dem schweren Gang nach München hat sich Adi Hütter im Fernsehen noch einmal das Pokal-Endspiel von 2018 angeschaut. "Das war emotional ergreifend", erzählte der Trainer von Eintracht Frankfurt vor dem Halbfinale im DFB-Pokal bei den übermächtigen Bayern an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky). "Diese Emotionen müssen wir mitnehmen. Wir fahren nach München, um das Unmögliche möglich zu machen. Die Mannschaft ist heiß."

Die Triumph-Bilder nach dem 3:1-Sieg in Berlin und vom legendären Empfang am Main mit dem Party-Finale auf dem Römer haben sich bei den Hessen ins kollektive Gedächtnis gebrannt - und sollen sie zu neuen sportlichen Heldentaten beflügeln. "Wichtig ist, dass man daran glaubt. 2018 waren die Bayern auch Favorit", betonte Hütter am Dienstag.

Die Wetten stehen klar gegen die Eintracht - das weiß auch Fredi Bobic. "Keine Frage: Das ist die schwerste aller möglichen Konstellationen. Wir sind in einer absoluten Außenseiterrolle", sagte Frankfurts Sportvorstand. "Aber wir werden nichts herschenken und alles versuchen, um die Überraschung zu schaffen und unseren Traum vom Finale dennoch zu verwirklichen."

Die Eintracht hat nichts zu verlieren, denn an einen Sieg in der leeren Allianz-Arena glauben wohl nur die kühnsten Optimisten. Zu stark haben sich die Bayern nach der Corona-Zwangspause bisher präsentiert. Fünf Spiele, fünf Siege mit 17:4 Toren - so lautet die beeindruckende Bilanz des Rekordmeisters. "Die Bayern haben eine tolle Mannschaft, die immer Lösungen parat hat. Sie sind der Favorit", betonte Hütter. "Wir müssen einen perfekten Tag haben."

Erst vor zweieinhalb Wochen mussten die Frankfurter bei der 2:5-Niederlage in der Bundesliga die Überlegenheit des Star-Ensembles von der Isar um Top-Torjäger Robert Lewandowski anerkennen. "Bayern ist aktuell eine Übermannschaft. Nichtsdestotrotz ist es ein Spiel und wir werden versuchen, so gut es geht zu bestehen", sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Denn der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze.

Kampflos wollen die Frankfurter dem Rekord-Pokalsieger die Berlin-Tickets jedenfalls nicht überlassen. "Wenn es nach den Prognosen geht, dürften wir gar nicht hinfahren. Wir werden alles versuchen, um eine Überraschung zu schaffen", versprach Hütter und betonte: "Jede Mannschaft ist in gewissen Momenten zu knacken."

Allerdings präsentierte sich der fünfmalige Cup-Gewinner beim jüngsten 0:2 im Rhein-Main-Derby gegen den FSV Mainz 05 erschreckend schwach - und in München fehlt auch noch der im DFB-Pokal gesperrte Filip Kostic. "Er ist natürlich ein Schlüsselspieler. Wir müssen versuchen, ihn kollektiv zu ersetzen", sagte Hütter.

Die letzte Bayern-Niederlage liegt mittlerweile schon ein halbes Jahr zurück. Am 7. Dezember 2019 verlor der souveräne Bundesliga-Spitzenreiter mit 1:2 bei Borussia Mönchengladbach. Für Mittelfeldspieler Sebastian Rode steht daher fest: "Wir brauchen einen absoluten Sahnetag."

Der 4. Juli, der Tag des Finales, soll dagegen für die Bayern zu einem großen Tag in dieser verflixten Corona-Saison werden: Zum praktisch schon fixen 30. Meistertitel soll dann Pokalsieg Nummer 20 kommen. In der Summe - also 50 - würde das ein goldenes Münchner Titeljubiläum bedeuten.

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