Ende Oktober trennten sich Mönchengladbach (l. Stefan Lainer) und Real Madrid (Karim Benzema) 2:2, dieses Ergebnis würde der Borussia heute zum Achtelfinal-Einzug reichen. FOTO: DPA
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Ende Oktober trennten sich Mönchengladbach (l. Stefan Lainer) und Real Madrid (Karim Benzema) 2:2, dieses Ergebnis würde der Borussia heute zum Achtelfinal-Einzug reichen. FOTO: DPA

Alles ist möglich für Gladbach

  • vonSID
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Auf Borussia Mönchengladbach wartet der Gruppen-Showdown bei Real Madrid. Für Bayern München ist das letzte Champions-League- Gruppenspiel gegen Lokomotive Moskau nur noch ein notwendiges Übel.

Für Borussia Mönchengladbach geht es um alles, für Bayern München um fast nichts. Die Ausgangslage der beiden Fußball-Bundesligisten vor dem letzten Gruppenspiel in der Champions League könnte unterschiedlicher nicht sein. Während Gladbach im Showdown bei Real Madrid erstmals das Achtelfinale erreichen kann, spielt der als Gruppenerster feststehende Titelverteidiger gegen Lokomotive Moskau nur um die Siegprämie.

Für die Krönung einer denkwürdigen Vorrunde genügt der Borussia bei den Königlichen schon ein Punkt, doch der fünfmalige deutsche Meister fürchtet die Rache des bis aufs Blut gereizten Rekordsiegers. "Wir wissen um die Schwere der Aufgabe. Wir müssen unglaublich leidenschaftlich und fleißig verteidigen. Jeder kennt die Qualität von Real", sagte Trainer Marco Rose vor der entscheidenden Begegnung im kleinen Estadio Alfredo Di Stefano am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN). Das legendäre Bernabeu-Stadion ist wegen Umbauarbeiten aktuell gesperrt.

Vor dem Abflug in die spanische Hauptstadt verspürte Rose allerdings auch "Vorfreude" auf die reizvolle Aufgabe. "Wir haben ein Endspiel vor der Brust, auf das wir uns alle freuen und das auch eine große Herausforderung ist", sagte er und stellte klar: "Wir haben ein Ziel - und das heißt Weiterkommen."

Mit einem Sieg oder Unentschieden würden die Gladbacher erstmals das Achtelfinale der Champions League erreichen. "Wir haben die beste Ausgangssituation von allen Teams und haben nun unser Finale", sagte Christoph Kramer. Selbst bei einer Niederlage würde Gladbach noch die K.-o.-Runde erreichen, wenn es im Parallelspiel zwischen Inter Mailand und Schachtjor Donezk keinen Sieger gibt.

Auf diese Rechenspiele will sich bei der Borussia nach einer turbulenten Gruppenphase aber niemand einlassen. In Mailand und gegen Madrid wurde ein Sieg in letzter Sekunde verspielt, Donezk wurden in zwei Spielen zehn Tore eingeschenkt. Zuletzt folgte der etwas unglücklich vergebene Matchball im Rückspiel gegen Mailand (2:3). "Nun müssen wir halt in Madrid das Ding zumachen", sagte Rose, der auf Tony Jantschke (Schleimbeutelverletzung), Ramy Bensebaini (positiv auf COVID-19) und Jonas Hofmann (Muskelbündelriss) verzichten muss.

Doch auch Real hat Sorgen. In der Ersatz-Arena auf dem Klubgelände hat sich die Ansammlung von Weltklassespielern zuletzt mehrfach blamiert. Nach zwei peinlichen Pleiten gegen Donezk droht Toni Kroos und Co. erstmals das Aus in der Vorrunde der Königsklasse.

Trainer Zinedine Zidane steht entsprechend unter Druck. Hoffnung macht dem Franzosen, dass seine Mannschaft in wegweisenden Spielen auch in dieser Saison abgeliefert hat. Im Clasico wurde Barcelona bezwungen, in der Champions League gab es zwei Erfolge gegen Inter. "Mein Team hat Charakter", betonte Zidane.

Zudem meldete sich Anführer Sergio Ramos nach seiner im Nations-League-Spiel gegen Deutschland (6:0) erlittenen Verletzung wieder fit, der Erfolg bei Europa-League-Sieger FC Sevilla (1:0) gibt zusätzlich Selbstvertrauen. Die heißblütigen Spanier wollen sich unbedingt beweisen. "Real kann jederzeit die Sterne vom Himmel spielen", warnte Matthias Ginter bei DAZN und forderte: "Wir müssen mutig sein."

Die Bayern beschäftigen sich hingegen mehr mit sich als mit dem Gegner. Keine weiteren Verletzten, Kraft sparen für die Liga - so lautet das Motto von Trainer Hansi Flick. Das Spiel gegen Moskau am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) ist angesichts der Personalprobleme nur ein notwendiges Übel. "Wir müssen immer eines im Blick halten: Dass der ein oder andere Spieler hoch belastet ist", sagte Flick. Immerhin überbrachte der Bayern-Coach am Dienstag die "freudige" Botschaft, dass der lange Zeit verletzte Alphonso Davies erstmals wieder im Kader steht. "Und es ist auch angedacht, dass er spielt", betonte Flick.

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