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Emily Bölk (l.) und Dinah Eckerle wollen heute den Halbfinaleinzug perfekt machen. DPA

Alles ist möglich

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Es geht ums Halbfinale bei der Weltmeisterschaft in Japan: Die DHB-Frauen können heute im Hauptrunden-Showdown gegen Norwegen ihren größten Erfolg der vergangenen zwölf Jahre feiern.

Es war nur ein kurzer Videoschnipsel, doch die Wirkung war gewaltig. "Es ist ganz verrückt, was so eine kleine Sequenz auslöst. Das pusht enorm", sagte die deutsche Handball-Nationalspielerin Emily Bölk über ihre ganz persönliche Einstimmung auf den WM-Showdown gegen Rekordeuropameister Norwegen.

Mannschaftsärztin Mara Friton hatte der Rückraumschützin vor dem Hauptrundenfinale eine kurze Handyaufnahme vorgespielt. Zu sehen war Bölks entscheidendes Tor zum 33:32-Erfolg der DHB-Auswahl im Dezember 2018 im EM-Auftaktspiel gegen die Norwegerinnen. In Japan wollen Bölk und Co. diesen Coup nun wiederholen und sich damit für eine bislang hervorragende WM belohnen.

Denn gewinnen die DHB-Frauen das Duell am Mittwoch (12.30 Uhr/sportdeutschland.tv), wäre der erste WM-Halbfinaleinzug seit dem Bronzegewinn 2007 perfekt. "Das wäre riesig", sagte Bölk im SID-Gespräch, "das Halbfinale ist jetzt unser Ziel. Wir haben alles in der eigenen Hand." Vor Beginn des Turniers in der Präfektur Kumamoto hatten die Töne der Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener noch zurückhaltender geklungen. Ein Platz unter den besten sieben und die damit verbundene Teilnahme am Qualiturnier für Tokio 2020, das war das erklärte Ziel. Doch bärenstarke Auftritte mit Siegen gegen Dänemark (26:25) und die Niederlande (25:23) haben die eigenen Ansprüche steigen lassen.

Vor dem letzten Spieltag der kniffligen Hauptrundengruppe 1 ist von Platz eins bis vier noch alles möglich - also auch "nur" die Teilnahme am Spiel um Platz sieben. Mittlerweile wäre das "Worst-Case-Szenario" angesichts der großen Halbfinal-Chance aber eine Enttäuschung.

"Wir haben in diesem Turnier gemerkt, dass wir jeden schlagen, aber auch gegen jeden verlieren können", sagte der Niederländer Groener lobend und mahnend zugleich. Gemeint war damit auch die unnötige 28:29-Pleite gegen Serbien nach 28:27-Führung. Damit wurde die erste große Chance auf den vorzeitigen Halbfinal-Einzug vergeben.

Das ging nicht spurlos an der jungen Mannschaft vorbei. "Wir brauchten eine Nacht, um den Dämpfer zu verarbeiten. Die Stimmung ist aber weiterhin positiv", versicherte Bölk. Die 21-Jährige nutzte wie viele ihrer Teamkolleginnen den freien Dienstag für einen Bummel über den Weihnachtsmarkt nahe des Mannschaftshotels, um den Kopf freizubekommen.

Nun liegt der Fokus aber ganz auf dem siebenmaligen EM-Champion Norwegen. "Ich finde, wir haben uns gegenüber dem Vorjahr weiterentwickelt. Dass wir jetzt die Chance aufs Halbfinale haben, ist mega", sagte Bölk, ehe sie sich selbst diese eine, naheliegende Frage stellte. "Wir haben Norwegen letztes Jahr geschlagen - warum nicht noch mal?"

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