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Angelique Kerber schaut in Paris nur noch von Spiel zu Spiel nach den Erstrundenniederlagen in den beiden Vorjahren.

Alles kann, nichts muss

  • VonSID
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(sid). Die Aussicht auf den Eiffelturm und die Seine weckt nicht die ganz großen Glücksgefühle in Angelique Kerber. Schließlich kam die deutsche Nummer eins in den vergangenen Jahren stets enttäuscht aus Paris zurück. Große Titelträume hat die 33-Jährige diesmal nicht im Gepäck, vielmehr lautet ihr Motto bei den French Open ab Sonntag: Alles kann, nichts muss.

»Ich versuche, das Turnier dieses Jahr mit weniger Druck und etwas mehr Gelassenheit anzugehen«, sagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin im SID-Interview: »Also nicht mit den ganz großen Erwartungen und dem Gedanken, dass es mir noch in meiner Grand-Slam-Sammlung fehlt.«

Die Erwartung, dass Kerber nach den Australian Open, Wimbledon und den US Open ihren Major-Satz in Paris komplettieren kann, äußert derzeit kein Experte. Nach zwei Erstrundenniederlagen nacheinander auf der roten Asche von Roland Garros sind die Ziele erst mal klein gesteckt. »Dort ist jedes Match, das sie gewinnt, ein Bonus«, sagte Eurosport-Experte Boris Becker.

Kerber nimmt sich vor, sich »auf jede einzelne Runde zu fokussieren, vielleicht bin ich für eine Überraschung gut«, fügte sie in dem Gespräch am Rande eines Sponsorentermins für Peloton an: »Es ist einfach der nächste Grand Slam, den ich gut spielen möchte.« Nach einem schwierigen Start in die Saison mit strikter Quarantäne in Melbourne sieht sich die Kielerin immerhin im Aufwärtstrend.

»Ich brauchte eine etwas längere Anlaufzeit, um wieder in den Matchrhythmus zu finden. Es waren in den letzten Wochen gute Matches auf Sand dabei, mit steigender Formkurve, selbst, wenn ich einige davon nicht gewinnen konnte«, sagte Kerber, einst an Nummer eins geführt und jetzt 27. der Weltrangliste: »Es liegt noch viel Arbeit vor mir, aber ich fühle mich körperlich schon ganz gut.« Gegen die Tschechin Marketa Vondrousova, Paris-Finalistin von 2019, gelang ihr zuletzt in Madrid ein kleines Ausrufezeichen. Die ganz großen Turnierergebnisse kann Kerber in diesem Jahr aber noch nicht vorweisen.

Doch auch die kleineren Fortschritte der vergangenen Wochen sind für sie schon bedeutend, denn das langjährige Aushängeschild des deutschen Damen-Tennis hat noch viel vor in dieser Saison. »Nach Paris geht es Schlag auf Schlag weiter, dann direkt von Sand ohne Pause auf Rasen, und ich freue mich, dass ich zwei Turniere in Deutschland habe, mit Berlin und natürlich meinem Turnier in Bad Homburg«, sagte sie: »Das wird ein besonderes Highlight für mich und umso schöner, dass wahrscheinlich auch einige Zuschauer bei der Premiere mit dabei sein werden.«

Und dann sind da ja auch noch Wimbledon, wo sie 2018 gewann, und die Olympischen Spiele in Tokio. Kerber, 2016 in Rio de Janeiro dekoriert mit der Silbermedaille, plant dabei auch Auftritte an der Seite von Alexander Zverev. »Die Verabredung steht auf jeden Fall, mit Alex im Mixed anzutreten«, sagte sie: »Und zwar schon seit einigen Jahren.«

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