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Daniel André Tande

»Alles in Ordnung«

(sid). Als Daniel Andre Tande nach fast vier Tagen vom Beatmungsgerät getrennt wurde, waren Mama Trude und Freundin Anja ganz nah. »Er ist jetzt wach und atmet von selbst. Alles ist in Ordnung, die Familie ist bei ihm und redet mit ihm«, verkündete die norwegische Mannschaftsärztin Guri Ekaas am Montag die frohe Botschaft.

»Er wurde behandelt wie ein König«, bedankte sich die Familie in einer Mitteilung bei den Ärzten. Die Erleichterung war bei den Angehörigen deutlich zu spüren. »Es ist gut zu wissen, dass man sich gut um Daniel gekümmert hat und er unter ruhigen und sicheren Verhältnissen wieder auf die Beine gekommen ist«, hieß es weiter: »Es waren schlimme und lange Tage des Wartens.« Nach seinem schrecklichen Sturz beim Skifliegen in Planica am Donnerstag war der Team-Olympiasieger aus Norwegen ins künstliche Koma versetzt worden. Tande erlitt einen Schlüsselbeinbruch sowie eine leichte Verletzung der Lunge. »Daniel hat im Laufe der Nacht große Fortschritte gemacht«, ergänzte Ekaas. Gegen 6 Uhr sei er vom Beatmungsgerät genommen worden.

Nun befindet sich der 27-Jährige auf dem Weg der Besserung. Tandes Mutter und Freundin waren am Sonntag in die slowenische Hauptstadt gereist, um ihm im Universitätsklinikum Ljubljana beizustehen. »Wir danken für all die Unterstützung und wünschen uns jetzt Ruhe, um Daniel nach Hause nach Norwegen zu bringen«, schrieb die Familie.

Nationaltrainer Alexander Stöckl freute sich beim norwegischen Rundfunk NRK über »die beste Nachricht an diesem Wochenende«. Der norwegische Sportchef Clas Brede Braathen bezeichnete die vergangenen Tage als die »härteste Zeit« für das norwegische Team, Bundestrainer Stefan Horngacher sprach von einem »Wahnsinnsschock« für die Skisprung-Familie.

Im Hinblick auf den nun anstehenden Heilungsprozess zeigte sich das Ärzteteam zuversichtlich. Angesichts der schlimmen Bilder seiner Bruchlandung auf der »Letalnica« scheint der Skiflug-Weltmeister mit dem norwegischen Team noch einmal glimpflich davongekommen zu sein.

Der Horrorsturz in Planica war aber nicht der einzige Schicksalsschlag in der Karriere des Liverpool-Fans. Im Mai 2018 - am bisherigen Höhepunkt seiner Laufbahn - war Tande am äußerst seltenen Stevens-Johnson-Syndrom erkrankt, das ihn fast in Lebensgefahr brachte. »Ich bin aus einem Nickerchen aufgewacht und hatte Mühe zu atmen«, hatte Tande der Zeitung »Dagbladet« erzählt: »Ich konnte nicht schlucken und nicht essen.« Doch Tande überstand die Krankheit, bei der das Immunsystem die eigenen Zellen im Körper angreift, und kehrte zurück an die Weltspitze. Trotz eines zusätzlichen Problems: Tande leidet an Höhenangst. »Es funktioniert immer so lange gut, bis ich oben auf der Schanze sitze und runterschaue, wo ich hinspringen werde«, sagte er einst: »Ich versuche dann, einfach nur in die Ferne zu starren.« FOTO: IMAGO

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