Gefeierter Torschütze: Erling Haaland. FOTO: AFP
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Gefeierter Torschütze: Erling Haaland. FOTO: AFP

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(dpa). Die Ovationen der Fans gingen Erling Haaland mächtig unter die Haut. Ganz allein stand der Dortmunder Winter-Neuzugang am Ende des Fußball-Spektakels vor der bebenden gelben Wand. Aus Dank für seine beiden Treffer zum 2:1 (0:0) über Paris Saint-Germain im Achtelfinale-Hinspiel der Champions League ließen seine Mitspieler dem "Man of the Match" beim obligatorischen Schlussakt vor der Südtribüne für einen kurzen Moment den Vortritt. "Das sind die Nächte, für die du lebst. Es ist fantastisch", schwärmte der neue Shootingstar des europäischen Fußballs.

Binnen nur sieben Spielen im schwarz-gelben Trikot mit unglaublichen elf Treffern ist Haaland beim Revierclub zu einer Kultfigur aufgestiegen. Sein "Urknall" zum 2:1 verwandelte das Stadion in ein Tollhaus. "Einfach unaufhaltsam! Neymar, Kylian Mbappé und Ángel Di María sind von einem 19-Jährigen aus Norwegen in den Schatten gestellt worden", staunte die norwegische Zeitung "Dagbladet". Nicht minder markant fiel das Urteil in der französischen "L'Équipe" aus: "Am Dienstagabend war Erling Haaland der Henker von PSG."

Die unbekümmerte und kraftvolle Art, mit der Haaland selbst die gegnerischen Weltstars übertrumpfte, hinterließ bei allen Beteiligten gewaltig Eindruck. "Er ist eine Naturgewalt", befand BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Selbst PSG-Coach Thomas Tuchel machte aus seiner Wertschätzung keinen Hehl: "Er ist ein Tier, natürlich."

Nicht nur in der Bundesliga trifft Haaland nach Belieben. Nie zuvor gelangen einem Profi zehn Tore in seinen ersten sieben Champion-League-Spielen. Nach der auf Englisch gestellten Frage, ob "Man of the Match" oder "Hero of the Night" für ihn besser klinge, wagte der Winterzukauf eine erste Antwort auf Deutsch: "Mann aus der Abend".

Dank seiner beiden Treffer in der 69. und 77. Minute kann der BVB auf ein Happy End im Rückspiel am 11. März hoffen. Allerdings muss bis dahin das große Leistungsgefälle zwischen Spielen daheim und in der Fremde deutlich verringert werden. "Das wird noch mal verflucht hart. Da müssen wir unser Auswärtsgesicht verstecken", sagte Abwehrchef Mats Hummels.

Was Mut macht, ist die positive Reaktion der Profis auf die zuvor wochenlange Kritik an der fehlenden Stabilität. Wie schon beim 4:0 gegen Frankfurt vier Tage zuvor, erwies sich die Defensive der Borussia als weitgehend sattelfest. Einziger Schönheitsfehler war das 1:1 durch den ansonsten schwachen Neymar (75.).

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