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Pep hat Alaba im Fokus

  • vonred Redaktion
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28-mal. Das ist eine Menge. Aber tatsächlich ist es so geschehen. Saison 2015/16, die letzte von Pep Guardiola in München, Personalnot in der Abwehr. Und weil der spanische Coach nach eigener Aussage einen jungen Mann im Kader hatte, der "ohne Zweifel einer der besten Innenverteidiger der Welt werden kann", wusste er sich zu helfen. David Alaba übernahm die Rolle in der Zentrale, die Bayern wurden deutscher Fußball-Meister, standen im Pokalendspiel und im Halbfinale der Champions League. Fazit: Der heute 28-Jährige hatte seine Sache gut gemacht. Und Guardiola verließ München als großer Alaba-Fan.

Heute, fünf Jahre und vier Spielzeiten bei Manchester City später, ist er das immer noch. Und zwar so sehr, dass man den Gerüchten, die gestern von der Insel kamen, Glauben schenken kann. Guardiola, so schrieb es der "Guardian", habe nun, wo der Sportgerichtshof CAS die Sperre für die Champions League einkassiert hat und finanzielle Sicherheit herrscht, die Fühler zu seinen alten Bekannten in München ausgestreckt. Wer 165 Millionen Euro verpulvern darf, anstatt 100 Millionen Euro pro Saison einsparen zu müssen, kann in großen Dimensionen denken. In Guardiolas Fokus also: Alaba, der bei ManCity den Bedarf in der Innenverteidigung wie auf der linken Abwehrseite decken könnte. Und der in München seinen 2021 auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert hat.

Die Verhandlungen stocken seit Monaten, ein Ende war vor dem Kurzurlaub, den Alaba unter anderem mit Ex-Kollege Mitchell Weiser so- wie Türkgücü-München-Verteidiger Mario Erb samt Frauen und Kindern in Marbella und in Wien verbringt, nicht in Sicht. Erst kurz vor der Auszeit saßen Alaba, sein Vater George sowie Berater Pini Zahavi zusammen, mehr als ein Austausch der noch weit auseinanderliegenden Interessen war noch nicht möglich. Alaba reagiert seit Wochen ausweichend, wenn er auf seine Zukunft angesprochen wird. Das hat auch Trainer Hansi Flick registriert, der nach dem Double-Gewinn angekündigt hatte, mit "allem, was ich habe" um den Verbleib seines Abwehrchefs zu kämpfen. Bei der Anfrage aus Manchester muss der Trainer aber wohl nicht aktiv werden. Es ist kein Geheimnis, dass Alaba über einen Wechsel zumindest nachdenkt, das ist in seinem Alter und nach zwölf Jahren bei Bayern legitim. Ein Transfer nach England aber soll ihn keineswegs reizen. Auch die Bayern-Bosse wissen, dass lediglich Real Madrid oder der FC Barcelona ernsthafte Chancen hätten, den Österreicher aus München wegzulocken. Dazu passt, dass Karl-Heinz Rummenigge noch Ende März ein Tausch-Szenario mit ManCity - Alaba gegen Leroy Sané - als "Grimms Märchen" bezeichnet hatte.

Das Interesse der Citizens ist nicht neu, ein Zustandekommen des Transfers jedoch nicht wahrscheinlicher, nur weil Guardiola plötzlich Geld zur Verfügung hat. Vielmehr stärkt es lediglich Alaba in seiner Verhandlungsposition. Sein Marktwert stimmt. Und dass es in den Gesprächen vor allem um Geld geht, ist bekannt. Alaba will mit Blick auf das Gehaltsgefüge im Team mehr als bisher - rund 15 Millionen Euro pro Jahr.

Der Fall soll schnell, am besten noch im Sommer geklärt werden. Und er erin- nert doch stark an einen, der die Bayern vor ein paar Jahren umgetrieben hat. Als Robert Lewandowski Berater Zahavi verpflichtete, war er schon so gut wie bei Real unter Vertrag. Am Ende blieb er doch. Und die Kasse stimmte. HANNA RAIF

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