Alexander Zverev bei der Adria-Tour vor Publikum in Aktion. Das Turnier des Weltranglistenersten Novak Djokovic ist inzwischen stark in die Kritik geraten. FOTO: DPA
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Alexander Zverev bei der Adria-Tour vor Publikum in Aktion. Das Turnier des Weltranglistenersten Novak Djokovic ist inzwischen stark in die Kritik geraten. FOTO: DPA

Adria-Tour hat ein Nachspiel

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(dpa). Mit einem Video sorglos feiernder Tennisprofis auf der Adria-Tour sorgte Novak Djokovic vor einer Woche schon für viel Kopfschütteln, angesichts mehrerer Corona-Fälle unter den Teilnehmern gerät der Weltranglistenerste nun immer heftiger in die Kritik. Mehr noch: Die Infektionen bei Grigor Dimitrow und Borna Coric werfen Fragen für den weiteren Tennis-Neustart auf. Denn der Hamburger Alexander Zverev trat wie auch der Österreicher Dominic Thiem bei der Tour an, beide wollen in drei Wochen in Berlin bei zwei privat organisierten Turnieren dabei sein, ehe im August die weltweite Tour wieder starten soll - mit den US Open ab dem 31. August als erstem Höhepunkt. Zverevs Testergebnis fiel nach eigenen Angaben allerdings negativ aus.

Als "absolute Katastrophe" geißelte die deutsche Damentennis-Chefin Barbara Rittner am Montag die Vorgänge und sprach im "Kölner Stadt-Anzeiger" von einem "Bärendienst", den Djokovic der Tennis-Familie erwiesen habe. "Die ganze Welt hält Abstand und trägt Masken. Und an der Adria saß man Schulter an Schulter ohne Masken, hat nachts gefeiert und sich oberkörperfrei in den Armen gelegen. Da verstehe ich nicht, in welcher Welt die leben - offenbar in ihrer eigenen Blase. Einigen ist ihr Erfolg wohl zu Kopf gestiegen", schimpfte Rittner.

Während die Veranstalter in Berlin am Montag zunächst abwarten wollten, reagierten die Organisatoren des Show-Turniers "Thiems7" in Kitzbühel bereits. Die dort ebenfalls eingeladenen Dimitrow und Coric müssten nach 14 Tagen in heimischer Quarantäne negative Tests vorlegen. Dann spreche nichts dagegen, dass beide ab dem 7. Juli aufschlagen könnten. Die jeweiligen Managements würden in den nächsten Tagen über diese Option entscheiden. Alle Spieler und ihre Begleitpersonen würden nach ihrer Ankunft getestet, hieß es. Das Hygienekonzept sieht 500 Zuschauer vor, Linienrichter gibt es nicht.

Die Hygienemaßnahmen in New York, wo die meisten Profis in einem Flughafenhotel ohne Zugang nach Manhattan wohnen sollen und einen deutlich verringerten Betreuerstab auf die Anlage mitbringen dürfen, kritisierte Djokovic als zu streng. Die Folgen seines Umgangs mit der Pandemie werden nun deutlich und sorgen für geharnischte Reaktionen, auch aus dem Kollegenkreis. "Schnelle Genesung, Jungs - aber das passiert, wenn man alle Vorschriften missachtet", schrieb Nick Kyrgios bei Twitter. In Großbuchstaben fügte der Australier an: "DAS IST KEIN WITZ".

Als stur kritisierte Kyrgios, der ab dem 13. Juli ebenfalls im Berliner Steffi-Graf-Stadion aufschlagen soll, die Fortsetzung der Adria-Tour in Zadar, wo der Kroate Coric am Samstag das Duell zweier Infizierter klar gegen den danach ausgestiegenen Bulgaren Dimitrow gewann. Er fühle sich gut und zeige keine Symptome, teilte der 23 Jahre alte Weltranglisten-33. am Montag via Twitter mit. Doch Coric empfahl auch allen, die mit ihm in Kontakt gewesen seien, sich testen zu lassen und entschuldigte sich für mögliche Folgen. Djokovic habe sich nach seiner Rückkehr in Belgrad testen lassen, berichtete der staatliche serbische Sender RTS unter Bezug auf sein PR-Team.

"Ich habe gerade die Nachricht erhalten, dass mein Team und ich negativ auf Covid-19 getestet wurden", teilte Zverev am Montag mit. Er kündigte als Vorsichtsmaßnahme weitere regelmäßige Tests an und wolle den Quarantäne-Ratschlägen der Ärzte folgen. "Ich entschuldige mich bei jedem, den ich potenziell einem Risiko ausgesetzt habe", schrieb der 23-Jährige.

Nach dem Auftakt-Event seiner Tour, mit der Spenden gesammelt werden sollen, hatte Djokovic mit Verweis auf ein Party-Foto noch getwittert: "Die Jungs hatten gestern Abend Spaß. Ich habe einige Männer ohne Hemden gesehen." Erwähnt hatte er Zverev, Thiem, Dimitrow und den Serben Filip Krajinovic. Mittlerweile ist der Tweet nicht mehr im Kanal des 33-Jährigen zu finden, der vorige Woche beteuerte, es sei nicht gegen örtliche Regeln verstoßen worden. Das Finale am Sonntagabend in Zadar zwischen Djokovic und dem Russen Andrej Rubljow - der ebenfalls in Kitzbühel spielen soll - wurde abgesagt.

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