Bayern-Übermacht: Benjamin Pavard (l.) und Serge Gnabry (2.v.l.) steigen höher als die Gladbacher Abwehr. FOTO: DPA
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Bayern-Übermacht: Benjamin Pavard (l.) und Serge Gnabry (2.v.l.) steigen höher als die Gladbacher Abwehr. FOTO: DPA

Abwesender Müller das Thema

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Vor dem finalen Schritt zum Meisterstück gibt’s beim FC Bayern Wirbel um Thomas Müller. Bald- Vorstand Salihamidzic mahnt Zurückhaltung an, der Vize-Kapitän fühlt sich missverstanden.

Am Morgen nach dem erfreulichen TV-Abend mit Micky und Murmel verkündete Thomas Müller etwas verstimmt sein "Wort zum Sonntag". Der zukünftige Spieler-Rekordmeister, der das mühsame 2:1 seiner Münchner Fußball-Kollegen zusammen mit den zwei in Bayern-Trikots ausstaffierten Hunden auf dem heimischen Sofa bejubelt hatte, stellte nach einer Ermahnung von Bald-Vorstand Hasan Salihamidzic seine Intention klar. Es gebe keinen "internen Streit um Gehaltsverzicht in Bezug auf eventuelle Transfers im Sommer", versicherte Müller in einem gut zweiminütigen Video-Clip.

Der wie auch Robert Lewandowski gegen Borussia Mönchengladbach gelbgesperrt fehlende Müller sorgte kurioserweise in Abwesenheit für Wirbel. Salihamidzic mahnte am Samstag Zurückhaltung vom Vize-Kapitän und dessen Kollegen mit Einschätzungen zur Transferpolitik an. Müller habe sich mit seinen Aussagen vielleicht "ein bisschen verdribbelt", meinte der Sportdirektor: "Ich habe ihm gesagt, dass das nicht korrekt war. Er hat das verstanden, er ist ein sehr, sehr intelligenter Junge, ein sehr, sehr intelligenter Spieler."

Müller hatte am Mittwoch nach dem Einzug in das DFB-Pokalfinale kundgetan, dass es "ein bisschen paradox" sei, "wenn man immer über Neuzugänge spricht und gleichzeitig Gehälter eingespart werden". Das ließ Raum für Interpretationen. Der wortgewandte Müller, der wie die anderen Stars in der Corona-Krise auf einen Teil seines Gehalts verzichtet, fühlt sich falsch verstanden. Er sei von Medien "provokativ und geschichtsfortführend" interpretiert worden, reagierte er am Sonntag. "Meine Aussage war nämlich eigentlich auf die Tatsache bezogen, dass es mich genervt hat, dass ich dazu befragt wurde nach einem Pokal-Halbfinale", sagte 30-Jährige.

Am meisten störe ihn, dass so getan werde, als ob man in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten "mit einem Fingerschnippen" Transfers in Höhe von 50 oder 100 Millionen Euro stemmen könne. "Ich persönlich will für mich den bestmöglichen Kader in der nächsten Saison. Ich habe große Ziele, ich will die Champions League gewinnen", erklärte Müller. "Ich will, dass wir richtig angreifen, diesen Lauf, den wir aktuell haben, fortführen."

Erste Etappe bei diesem Lauf, der dank des Siegtores von Leon Goretzka und dem Führungstreffer von Joshua Zirkzee mit dem zehnten Erfolg in Serie fortgesetzt wurde, ist am Dienstag Bremen. Dann wollen die Münchner mit einem Sieg den achten Titel nacheinander perfekt machen - und nicht nach Unentschieden oder Niederlage womöglich erst am Mittwoch bei einem Dortmunder Patzer auf der Couch jubeln müssen. Für Müller wäre es die deutsche Meisterschaft Nummer neun - keiner hat mehr.

"Wir wollen in Bremen den Sack zumachen", sagte Trainer Hansi Flick, der dann wieder auf die etwas ausgeruhteren Müller und Lewandowski setzt. "Ich glaube, beiden hat die Pause gutgetan." Der 55-Jährige war nach dem Kraftakt gegen die Borussia "happy". Als langjährigen Weggefährten störten ihn die Müller-Aussagen nicht. "Ich werde keinem Spieler verbieten, irgendwas zu sagen", sagte der Bayern-Chefcoach. "Es ist völlig in Ordnung, wenn die Spieler sich über so etwas unterhalten. Aber letztendlich muss alles auch weitergehen", sagte Flick. "Ich kann nur sagen, es wird Transfers geben - auch wenn wir auf Gehalt verzichten. Wir haben ja auch Abgänge, dementsprechend werden auch Zugänge kommen." Top-Kandidat für einen Transfer ist Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City.

Kapitän Manuel Neuer ließ durchblicken, dass es unterschiedliche Sichtweisen in der von Müller angestoßenen Thematik geben könnte. "Hasan vertritt den Verein und ist verantwortlich, den Kader für nächste Saison zu planen. Deshalb gibt es da zwei Perspektiven", sagte der 34-Jährige.

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