Der Flensburger Johannes Golla soll die deutsche Defensive zusammenhalten. FOTO: DPA
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Der Flensburger Johannes Golla soll die deutsche Defensive zusammenhalten. FOTO: DPA

Abwehr bereitet Sorgen

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Beim vorletzten Länderspiel vor der WM heute in Österreich will und muss Alfred Gislason viel experimentieren. Der Bundestrainer hat mehrere Baustellen, aber nur wenig Zeit.

Der WM-Countdown läuft - und Alfred Gislasons Checkliste ist lang. Eigentlich zu lang, um seine Mannschaft pünktlich in Turnierform zu bringen. "Es ist viel zu wenig Zeit", räumte der Bundestrainer der deutschen Handballer ein, bevor er am Dienstag mit noch vielen Problemen und Fragezeichen im Gepäck in den Flieger in Richtung Graz kletterte.

Exakt eine Woche vor dem Start des Mega-Turniers in Ägypten will und muss der Isländer beim ersten von zwei verbleibenden Härtetests gegen Österreich heute (13.45 Uhr/ZDF) viel experimentieren. Nach all dem Corona-Trubel der vergangenen Tage richtet sich der Fokus im DHB-Team in den beiden EM-Qualifikationsspielen nun auf den Sport. "Wir müssen die Zeit so gut wie möglich nutzen", forderte Kapitän Uwe Gensheimer. Wo es am meisten Nachholbedarf gibt? "Das größte Kopfzerbrechen bereitet mir die Abwehr", sagte Gislason. Kein Wunder: Nach den freiwilligen Absagen der Kieler Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler bricht das Prunkstück der deutschen Mannschaft weg, andere müssen in die Bresche springen. Ihre Namen: Johannes Golla und Sebastian Firnhaber. Das Bundesliga-Duo aus Flensburg und Erlangen dürfte in Gislasons 6:0-Abwehr die tragenden Säulen bilden. Die ersten Trainingseinheiten in Düsseldorf machten dem DHB-Coach Mut: "Das ist schon sehr gut gelaufen."

Wie gut das neu zusammengestellte Team nach den Absagen von insgesamt sieben Stammkräften aber tatsächlich harmoniert, dürften erst die Partien gegen das Nachbarland heute in Graz und am Sonntag in Köln sowie die ersten WM-Partien gegen die Außenseiter Uruguay und Kap Verde zeigen. "Uns bleiben zur Vorbereitung vier Spiele, bis das Endspiel in der Gruppe gegen Ungarn ansteht", sagte auch Gislason, der aus den ersten Einheiten "optimistischer raus als rein" ging. Ohnehin gibt es ja auch sorgenfreie Positionen wie die des Torhüters. Dort sei man mit 1A-Lösung Andreas Wolff sowie Johannes Bitter und Silvio Heinevetter "weltklasse" besetzt.

Neben der Abwehr, mit der Gislason in Rekordzeit noch weitere Deckungsvarianten einstudieren will, steht die Offensive groß auf seiner Liste. Unter seinem Vorgänger Christian Prokop haperte es vor allem im Positionsangriff, auf der Rückraummitte sollen nun Philipp Weber, Paul Drux, Youngster Juri Knorr oder Marian Michalczik, der wegen einer Augenverletzung nicht mit nach Österreich reiste, für die nötige Kreativität sorgen.

Das Personalpuzzle vor seinem ersten Turnier als DHB-Coach ist eine bislang nie da gewesene Challenge in Gislasons jahrzehntelanger Trainerkarriere - aber eine, die ihn anspornt: "Langweilig wird es nicht, aber ich freue mich auf die Aufgabe. Dieser Job macht einfach Spaß."

Corona macht diese "Riesenherausforderung" nicht leichter. Um die Risiken des Österreich-Kurztrips zu minimieren, reiste die DHB-Bubble mit einer Chartermaschine von Düsseldorf in die Steiermark. Die in der Bundesliga geäußerten Corona-Sorgen blendet das Team aus. "Wir haben das Thema ad acta gelegt", sagte Gensheimer.

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