Caroline Wozniacki verabschiedet sich von der Tennis-Bühne. FOTO: AFP
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Caroline Wozniacki verabschiedet sich von der Tennis-Bühne. FOTO: AFP

Tag der Abschiede

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(dpa). Serena Williams war tief gerührt, als sie über Caroline Wozniacki reden sollte. "Ich kann keine Fragen über Caroline beantworten", sagte sie, "ich werde weinen." Kurz vorher war sie "einer ihrer besten Freundinnen auf der Welt" im Melbourne Park in der Umkleidekabine begegnet. Beide seien nach ihren verlorenen Matches irgendwie "frustriert" gewesen, schilderte Serena Williams. Unterschiedlicher aber hätten sich die beiden Grand-Slam-Siegerinnen von den Australian Open kaum verabschieden können.

Bei Wozniacki flossen die Tränen reichlich, schon auf dem Platz. Für sie war das Drittrunden-Aus auf der Grand-Slam-Bühne nach umkämpften drei Sätzen der "perfekte Moment", um ihre Karriere zu beenden. Die Dänin beginnt ein neues Leben ohne das ständige Streben nach Erfolgen auf den Tennisplätzen dieser Welt. Mit nur 29 Jahren.

Williams war dagegen nach ihrem 4:6, 7:6 (7:2), 5:7 gegen die unerschrockene Chinesin Wang Qiang sauer auf sich selbst. Auch mit 38 Jahren hat die Amerikanerin auf der bislang vergeblichen Jagd nach dem 24. Grand-Slam-Titel noch nicht genug. Sie glaube "definitiv" noch daran, den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court einstellen zu können, sagte die langjährige Branchenführerin.

Als Wozniacki vom Platz schritt, trug sie die dänische Fahne über den Schultern, aus den Stadionlautsprechern dudelte der Neil-Diamond-Klassiker "Sweet Caroline". Schon im Dezember hatte sie angekündigt, nach den Australian Open zurückzutreten. 2018 hatte Wozniacki hier ihren einzigen Grand-Slam-Titel gewonnen, nun ging mit einem 5:7, 6:3, 5:7 gegen die Tunesierin Ons Jabeur alles zu Ende.

Auf der Leinwand wurden Rückblicke und Würdigungen ihrer Kolleginnen eingeblendet. Ihr Vater und Coach, ihre Mutter und ihr Ehemann David Lee, alle waren gerührt. Rekord-Grand-Slam-Turniersieger Roger Federer aus der Schweiz sagte in einer Video-Botschaft: "Es waren viele Kämpfe. Ich habe manchmal darauf gewartet, zu spielen, und du hast vor mir gespielt und deine Matches haben ewig gedauert, aber das ist okay. Ich habe es genossen, dich spielen zu sehen."

Unterdessen ist Julia Görges nach einem dominanten Beginn in der dritten Runde doch noch ausgeschieden. Die 31-Jährige musste sich mit 6:1, 6:7 (4:7), 2:6 der US-Amerikanerin Alison Riske geschlagen geben. Damit verpasste die deutsche Nummer zwei das Achtelfinale.

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