+

Abschied von der "Hand Gottes"

  • vonSID
    schließen

(sid). "Mamba Out" und die "Hand Gottes" im Himmel: Die Sportwelt weint im Jahr 2020 um zwei der Größten. Basketball-Superstar Kobe Bryant und Fußball-Ikone Diego Maradona reißen riesige Lücken, auch wenn sie als Legenden in der Erinnerung unsterblich bleiben werden. Der internationale Sport trauerte im Coronajahr um einige große Helden, und auch die nationale Sportszene musste im abgelaufenen Jahr schmerzhafte Verluste verkraften.

Wohl jeder deutsche Sportfan kennt die letzten Meter zur Krönung von Willi Holdorf. Nach 1500 Metern taumelt der Zehnkämpfer ins Ziel, dort bricht er völlig erschöpft zusammen, erst langsam begreift er, dass er sich nun König der Athleten nennen darf. Die Bilder der Olympischen Spiele 1964 in Tokio und Holdorfs Kampf auf der Zielgeraden sind unvergessen - und werden es auch über seinen Tod hinaus bleiben.

Am 5. Juli starb der erste deutsche Zehnkampf-Olympiasieger im Alter von 80 Jahren nach schwerer Krankheit. Holdorfs legitimer Nachfolger Niklas Kaul trauerte um "ein Vorbild, eine starke Persönlichkeit", IOC-Präsident Thomas Bach um eine "Ikone der Leichtathletik". Auch der Reitsport beklagte "einen neuen Stern am Himmel" (Edward Gal). Wunderhengst Totilas starb Mitte Dezember an den Folgen einer Kolik.

Das Ableben von Maradona drei Wochen zuvor hatte eine Welle der Anteilnahme ausgelöst, vor allem in Argentinien und seiner zweiten Heimat Neapel stand das Leben für einen Augenblick still. Trotz Coronakrise zogen die Menschen in Scharen auf die Straßen, um ihrem Idol die letzte Ehre zu erweisen. Der Weltmeister von 1986 starb keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag an einem Herzinfarkt.

"Ich habe einen einmaligen Gefährten verloren, die Welt eine Legende", sagte die brasilianische Fußball-Ikone Pele über die "Hand Gottes": "Eines Tages spielen wir hoffentlich gemeinsam Fußball im Himmel."

Bereits im Januar hatte sich die Welt von Kobe Bryant verabschiedet - der Basketball-Superstar wurde gerade einmal 41 Jahre alt. Ein Helikopterabsturz in der Nähe von Los Angeles rissen den fünfmaligen NBA-Champion, seine Tochter Gianna und drei weitere Personen aus dem Leben. "Mamba Out", sagte Superstar LeBron James in Anlehnung an Bryants Spitznamen "Black Mamba" und schwor, "nicht nur in diesem Jahr, sondern solange wir Basketball spielen, sein Erbe fortzuführen".

Niemals vergessen werden alle Motorsportfans Sir Stirling Moss. Der für viele beste Fahrer der Formel 1, der nie Weltmeister wurde, verstarb am Ostersonntag nach langer schwerer Krankheit mit 90 Jahren.

Das Coronavirus forderte auch im Sport unter den Älteren Menschenleben. Real Madrids langjähriger Präsident Lorenzo Sanz, Rekord-Footballer Tom Dempsey, Baseball-Hall-of-Famer Tom Seaver oder der langjährige Erfolgstrainer der DDR-Kunstturnriege, Dieter Hofmann, starben an den Folgen von COVID-19.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare