Frankfurts Kapitän David Abraham zieht es zurück nach Argentinien FOTO: DPA
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Frankfurts Kapitän David Abraham zieht es zurück nach Argentinien FOTO: DPA

Abraham hat Heimweh

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Nach zwei Wochen in der Quarantäne hat Adi Hütter seine Mannschaft wieder im Training, unter ungewöhnlichen Bedingungen. Der Österreicher will wie andere Verantwortliche in der Krise Verzicht üben - und könnte schon bald nach einem neuen Kapitän suchen müssen.

Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter hat sich für einen Gehaltsverzicht auch beim hessischen Bundesligisten ausgesprochen und will gemeinsam mit seinem Team zur Erhaltung von Arbeitsplätzen beitragen. "Das ganz große Thema ist Solidarität. Deswegen bin ich auch ein Befürworter des Verzichts", sagte der Österreicher auf einer Pressekonferenz am Montag in Frankfurt. Wegen der zweiwöchigen Quarantäne nach positiven Tests innerhalb der Mannschaft habe es bisher noch keine großen Möglichkeiten gegeben, das Thema in Gesprächen zu erörtern.

"Unser Vorstand wird sich sicher Gedanken machen, wie wir Eintracht Frankfurt so bestücken können, dass wir Mitarbeiter mit unserem Verzicht erhalten können. Da ist jeder Profi von uns. Es hat noch keine konkreten Gespräche gegeben, aber ich glaube, dass wir alle bereit sind", sagte der 50-Jährige, der in der Mainmetropole inzwischen in Kleinstgruppen wieder mit seiner Mannschaft arbeiten kann. Bei einigen anderen Bundesligisten ist der Gehaltsverzicht schon beschlossene Sache.

Der Bundesliga-Spielbetrieb ist derzeit bis 30. April ausgesetzt, auch Hütter hofft auf eine zügige Fortsetzung. "Wir sind auch nur Beifahrer. Wir müssen uns verlassen können, dass man 100 Prozent unseren Sport ausüben kann. Wenn es nicht geht, entscheidet das die Politik und nicht jeder Verein für sich selbst", sagte Hütter in der zuschauerlosen Pressekonferenz, bei der Fragen online eingeschickt werden konnten. Auch dies bezeichnete Hütter in seiner Trainerlaufbahn als Novum.

Den Stellenwert des Fußballs für die Menschen schätzt Hütter hoch ein. "Wir wünschen uns alle, dass es im Mai weitergeht mit Fußball. Es wäre für unsere Gesellschaft etwas Wertvolles, wenn sie am Fernseher mal wieder Fußball sehen können. Es wird gewöhnungsbedürftig sein, Fußball ohne Zuschauer zu sehen."

Nach Beendigung der aktuellen Saison - wie auch immer diese aussieht - könnte der Eintracht im Sommer dann auch ein Wechsel auf der Kapitänsposition bevorstehen. Es gilt als ziemlich sicher, dass Kapitän David Abraham bald nicht mehr an Bord sein wird, der 33-Jährige wird wohl in die argentinische Heimat zu Independiente wechseln, zu seinem alten Verein. Der Klub bestätigte Gespräche. Abraham hat Heimweh, ihn zieht es zurück zu seinem kleinen Sohn. Hütter wollte den Abgang nicht bestätigen, sagte aber: "Ich gebe keine Wasserstandsmeldungen. Bei David Abraham wird es so sein, dass die Zeit kommt, dass er zurück nach Argentinien geht. Wann das ist, das steht noch in den Sternen", sagte er.

Bei dem Club aus einem Vorort von Buenos Aires spielte Abraham von 2003 bis 2007. Bei den Hessen besitzt der 33-Jährige noch einen Vertrag bis Juni 2021.

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