Letzter Einsatz: Bibiana Steinhaus im Austausch mit Robert Lewandowski. FOTO: DPA
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Letzter Einsatz: Bibiana Steinhaus im Austausch mit Robert Lewandowski. FOTO: DPA

Schiedsrichterin hört auf

Abpfiff für Steinhaus

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(dpa). Bibiana Steinhaus fasste ihren Entschluss während der Zwangspause. "Wie viele Menschen in der Zeit der Corona-Situation habe ich manches reflektiert und neu bewertet", sagte die erste Schiedsrichterin in der Geschichte der Fußball-Bundesliga und zog am Mittwoch überraschend den Schlussstrich - sie habe sich dazu entschieden, ihre "nationale und internationale Laufbahn als Schiedsrichterin zu beenden". Ihr Einsatz gestern beim Supercup war ein würdiger Abschied.

"Der deutsche Fußball muss künftig nicht nur auf eine herausragende Schiedsrichterin verzichten, sondern er verliert auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit und Pionierin in einer Männerdomäne", würdigte DFB-Präsident Fritz Keller die Polizistin aus Hannover. Ihr Debüt vor drei Jahren als erste Schiedsrichterin in der Bundesliga war weltweit beachtet worden. Zehn Jahre lang hatte die 41-Jährige in der 2. Liga gepfiffen, sie jagte bei den Frauen auf globaler Bühne von Erfolg zu Erfolg - u. a. war Steinhaus viermal Weltschiedsrichterin, dreimal bei Welt- und Europameisterschaften dabei.

Für das freiwillige Ende der viel beachteten Laufbahn sollen private Gründe ausschlaggebend sein. Die Altersgrenze für Bundesliga-Schiedsrichter liegt bei 47 Jahren und spielte ebenso keine Rolle wie ihre Leistungen. "Über die Gründe meines Rückzugs werde ich mich zu gegebener Zeit nochmals etwas ausführlicher äußern", sagte Steinhaus. Doch man kann sie erahnen. Seit vier Jahren ist Steinhaus mit dem ehemaligen englischen FIFA-Referee Howard Webb liiert, der in New York lebt. Die Liebe zu ihrem Partner und die Sehnsucht nach einer eigenen Familie waren wohl stärker als die Passion Fußball.

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