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Leon Goretzka (l.) und Joshua Kimmich harmonieren prächtig.

Abends einen Kräutertee

  • VonRedaktion
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2014 spielte Leon Goretzka, heute 26, erstmals für die A-Nationalmannschaft. Ein Bild im Deutschland-Trikot gibt’s von ihm jedoch schon aus dem Jahr 2002. »Meine Eltern hatten die Idee, es in die Ruhr-Nachrichten zu stellen.« Es zeigte den ganz jungen Fan im Deutschland-Trikot, »eingeschlafen vor einem Teller Spaghetti«.

Nun trägt er das DFB-Trikot beruflich, und beim 6:0 gegen Mazedonien hat er genau so gespielt, wie man das von ihm erwartet: technisch stark, strategisch, körperlich präsent. »Dieses Spiel«, sagt Bundestrainer Hansi Flick, »wird für ihn der Maßstab sein.« In seinen bisherigen 37 Fußball-Länderspielen hat Goretzka öfter auf weniger vertraute Positionen ausweichen müssen, sogar den Rechtsaußen hat er schon gegeben. Am liebsten spielt er in der Mittelfeld-Zentrale, zusammen mit Joshua Kimmich. Beim FC Bayern war das unter dem Vereinstrainer Flick schon so, dass sie Seite an Seite agieren konnten, jetzt ist es unter dem Bundestrainer Flick auch beim DFB möglich. Durch den Rücktritt von Toni Kroos hat sich die Statik verändert, ohne ihn sortiert sich einiges neu. Dazu gehört auch, dass Kimmich einen festen Platz, der nicht mehr der des rechten Verteidigers ist, einnehmen darf. »Mit Jo verstehe ich mich auf dem Platz blind. Wir unterstützen uns, jeder kennt die Stärken des anderen, und unsere Schwächen versuchen wir auszugleichen.« Sie sind ja auch als Typen ähnlich gestrickt. In ihrem Sport gnadenlose Leistungsoptimierer. Im Leben bekommt man von beiden auch gesellschaftskritische Ansätze zu hören, im Kampf gegen die Pandemie wurden sie mit »We Kick Corona« gemeinsam aktiv.

Müssen sie sich auf dem Platz angesichts ihrer Eingespieltheit überhaupt noch gegenseitig coachen, wie Flick das fordert? »Coachen ist wichtig, weil wir nicht nur auf uns beide, sondern auch auf andere achtgeben müssen«, sagt Goretzka. Die Stadien werden wieder voller und lauter, dringt man mit seiner Stimme da überhaupt noch durch? »Das nehmen wir in Kauf«, versichert der Mittelfeldspieler, »und bestellen uns am Abend im Hotel noch einen Kräutertee.«

Zur WM 2002 und zum Deutschland-Trikot-Leon; Der trauerte damals wegen des verlorenen Finales. »Durch einen...« - kurzes Überlegen - »darf ich das sagen?« Fehler von Oliver Kahn. »Ich stehe zum Titan ja in einem Abhängigkeitsverhältnis.« Ach, er sagt es einfach: »Torwartfehler.« GÜNTER KLEIN

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