Neuer Torjäger: Timothy Chandler (M.) trifft beim ungefährdeten 5:0-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den FC Augsburg doppelt. In zwei Rückrundenspielen hat er schon drei Tore erzielt. FOTO: DPA
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Neuer Torjäger: Timothy Chandler (M.) trifft beim ungefährdeten 5:0-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den FC Augsburg doppelt. In zwei Rückrundenspielen hat er schon drei Tore erzielt. FOTO: DPA

Der Abend des Timothy Chandler

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(id/tk). Das letzte Mal, dass Eintracht Frankfurt mit zehn Punkten in eine Rückrunde gestartet war, spielten noch Grabowski und Hölzenbein, Dr. Kunter und Peter Reichel: 1969/70 war es, als die Hessen ebenso erfolgreich in die zweite Hälfte der Bundesliga starteten. Mit 5:0 (1:0) bezwangen 50 Jahre später die Frankfurter an diesem kalten Februarfreitag den FC Augsburg, hoch verdient, und sie bleiben in diesem Jahr weiterhin unbesiegt. Gerade die Spiele am Freitagabend unter Flutlicht liegen den Hessen, in 18 Spielen an diesem Tag verloren sie lediglich eines. Und mit diesem dritten Sieg im vierten Bundesligaspiel hat Eintracht Frankfurt fürs Erste auch die kleine Krise ausgangs der Hinrunde wohl endgültig ad acta gelegt. Und sie schafften es dieses Mal sogar, ihren Angstgegner zu schlagen. Dabei wäre Trainer Adi Hütter schon mit einem "dreckigen Sieg" zufrieden gewesen, es wurde ein glanzvoller.

Entsprechend zufrieden äußerte sich danach Sportvorstand Fredi Bobic: "Das 5:0 ist ein klares Statement, das tut in der Phase unheimlich gut. Es war auch ein wichtiger Sieg mit Blick auf die Tabelle." Mittlerweile komme auch das Spielglück zurück. "Wir haben der Mannschaft immer vertraut, die ganze Panik im Umfeld vorher war lächerlich."

Der Frankfurter Trainer Adi Hütter hatte erwartungsgemäß ein wenig rotiert, drei Tage nach der Gala im Pokal gegen RB Leipzig, und er hat dabei Stefan Ilsanker zu seinem Heimdebüt verholfen. Der Österreicher begann erst im defensiven Mittelfeld, da agierte er eher unauffällig, nach der verletzungsbedingten Auswechselung von David Abraham nach einer knappen halben Stunde rückte der Neuzugang dann in die Innenverteidigung. Makoto Hasebe kam früh ins Spiel. Dazu durfte wieder Timothy Chandler ran, der am Dienstag noch 90 Minuten zugesehen hatte.

Kluger Schachzug

Und die Nominierung von Chandler sollte sich bald schon als kluger Schachzug erwiesen haben. Der Frankfurter Bub, der in der Wetterau aufwuchs, erzielte zwei blitzsaubere Tore, das war ihm in seiner Bundesligakarriere noch nie gelungen. Er war es, der die Hessen nach 37 Minuten in Führung brachte. Dominik Kohr hatte Chandler mit einem feinen Pass in Position gebracht, und der umgeschulte Rechtsaußen donnerte die Kugel im Stile eines Mittelstürmers unters Tordach. Die Frankfurter Führung hatte nun nicht unbedingt in der Luft gelegen. Bis dato war es das erwartet zerfahrene, umkämpfte Spiel.

Die bayrischen Schwaben, das ist bekannt, liegen der Eintracht nicht besonders. Trainer Hütter hatte erneut auf seine bewährte 4-2-3-1-Taktik zurückgegriffen und das Mittelfeld mit den beiden Arbeitern Kohr und Ilsanker bestückt. Die räumten zwar rustikal ab, für den Spielaufbau fühlen sich beide aber von Natur aus nicht so zuständig, obwohl das Kohr mit zunehmender Spieldauerbesser gelingen sollte.

Spätestens mit dem 1:0 war die Hüttersche Taktik aufgegangen, die Führung gab den Hessen Selbstvertrauen. Zudem erwies sich die Einwechselung von Hasebe belebend. Der Japaner gab dem Spiel deutlich mehr Struktur. Doch das hätte alles nichts genutzt, wenn Kevin Trapp nicht wieder in den entscheidenden Momenten auf dem Posten gewesen wäre. Der Nationaltorwart war es, der die Eintracht im Spiel gehalten hatte, der überragend die Schüsse von Ruben Vargas (9.), Florian Niederlechner (40.) und Alfred Finnbogasin (45.) abgewehrt hatte.

Und dann war es kurz nach Wiederanpfiff erneut Timothy Chandler (48.), der das 2:0 nach einer Ecke von Filip Kostic per Kopf erzielte. "Ein unglaubliches Gefühl", sagte Chandler. Wenige Minuten später machte André Silva mit dem 3:0 (56.), erneut nach Kostic-Flanke, den Deckel drauf.

Danach spielte die Eintracht die Partie sehr seriös nach Hause, In den letzten beiden Minuten schraubte Kostic (88. und 90.) das Ergebnis sogar auf 5:0.

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