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Joker Thorgan Hazard (M.) erzielt für den BVB kurz nach seiner Einwechslung die erlösende Führung. Marius Wolf (l.) und Reinier freuen sich mit dem Torschützen.

120 Sekunden Anlaufzeit

Thorgan Hazard bewahrte Borussia Dortmund bei der Pokal-Pflichtaufgabe am Dienstag gegen Ingolstadt vor einem Nachsitzen. In Bielefeld brennen sie auf die Revanche für das Aus in Mainz. Und bei Schalke 04 ist der Frust groß.

André Schubert hatte es in alter Verbundenheit versucht. »Ich habe Thorgan bei der Einwechslung gesagt, er soll schön langsam machen«, berichtete der Trainer des FC Ingolstadt nach dem 0:2 (0:0) im DFB-Pokal bei Borussia Dortmund. »Doch daran hat er sich ja nicht gehalten.« Im Gegenteil. Denn Thorgan Hazard, »ein Top-Spieler, ein Top-Junge mit super Charakter«, wie Schubert aus gemeinsamen Mönchengladbacher Zeiten versicherte, beendete den fruchtlosen Belagerungsfußball des Titelverteidigers nur 120 Sekunden nach seiner Einwechslung mit dem Führungstor (72.).

Der belgische Nationalspieler Hazard bewahrte den personell schwer angeschlagenen BVB damit vor einem ebenso unnötigen wie kräftezehrenden Nachsitzen im tristen Heimspiel gegen das Zweitliga-Schlusslicht. Neun Minuten später legte er vor der für Dortmunder Verhältnisse Mini-Kulisse von 25 130 Zuschauern aus Abseitsposition seinen zweiten Treffer nach. »Das war Glück, dass es keinen Videobeweis gab«, sagte er bestens gelaunt. Thorgan Ganael Francis Hazard, 28, geboren in La Louviere, hat in bisher 81 Einsätzen für die Dortmunder 14 Tore erzielt und 21 vorbereitet, für die 25 Millionen Euro Ablöse hätte es für den BVB durchaus ein wenig mehr sein können. Der Linksaußen tanzt auf der Grenze zwischen Stammpersonal und erster Garde der Ersatzspieler. »Manchmal ist es einfacher, reinzukommen«, betonte er, schließlich sei der wacker kämpfende FCI schon »müde« gewesen.

Deutlich rasanter ging es in Mainz zu. Einige Minuten brauchte Arminia Bielefeld nach dem furiosen Spiel, um den nächsten Nackenschlag zu verdauen - doch dann marschierte Frank Kramer mit breiter Brust aus der Kabine. »Es gilt, eine Jetzt-erst-recht-Mentalität zu zeigen«, forderte der Trainer des Bundesligisten, der schon seit zehn Pflichtspielen auf einen Sieg wartet - und direkt die Revanche gegen den FSV Mainz 05 für das Pokal-Aus im Sinn hatte.

Mölders klebt Schriftzug ab

Das »Hinspiel« bei den Rheinhessen trotz starken Kampfs zwar mit 2:3 (2:2, 1:0) nach Verlängerung verloren, doch im »Rückspiel« gegen die 05er am Samstag auf der Alm will Bielefeld unbedingt die Wende schaffen und im zehnten Anlauf den ersten Bundesligasieg der Saison feiern. Kramer schöpfte dabei Mut aus der guten Leistung in Mainz: »Man hat gesehen, dass die Jungs alle heiß waren und Feuer hatten.« Diese Leidenschaft wird auch am Samstag nötig sein, denn angesichts von nur fünf Punkten und dem vorletzten Tabellenplatz hat das Ligaspiel eine enorme Bedeutung.

Frust herrschte bei Zweitligist Schalke 04: Dem Aufschwung in der Liga folgte das Pokal-Aus beim Drittligisten 1860 München (0:1) durch ein frühes Tor von Stefan Lex (5.). Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis hatte einige Stammspieler geschont und sich mit seiner Aufstellung verzockt. Auch zur Freude des Drittligisten und dessen Stürmer Sascha Mölders. »Ich als Essener Junge gewinne gegen Schalke natürlich besonders gerne«, sagte er. Angesichts der Rivalität im Ruhrpott klebte der Kapitän der »Löwen« auf seinem Trikot sogar den Schriftzug Schalke unterhalb seines Halssausschnitts ab. »Ich bin ein Essener Junge«, betonte Mölders bei Sky, »und dann tue ich mich schwer damit, wenn Schalke 04 auf meinem Trikot steht, und deswegen habe ich es abgeklebt.«

Krauß gibt Entwarnung

Nach dem Schockmoment um Tom Krauß hat der Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg selbst Entwarnung gegeben. »Danke für die ganzen Genesungswünsche. Mir geht es gut«, schrieb der 20-Jährige am Mittwoch in den sozialen Medien. Krauß war gegen den Hamburger SV mit Gegenspieler Miro Muheim kurz nach dem Beginn der zweiten Hälfte zusammengeprallt und offensichtlich zunächst regungslos liegen geblieben. Krauß wurde anschließend auf einer Trage vom Platz gebracht. Er durfte noch am Mittwoch das Krankenhaus verlassen, er erlitt eine Gehirnerschütterung. Trainer Robert Klauß hatte schon nach dem mit 2:4 im Elfmeterschießen verlorenen Zweitrundenspiel Entwarnung gegeben. Krauß habe »Daumen hoch« aus dem Krankenhaus geschickt.

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