_8C3I5869_2_Uhlemann_Sch_4c
+
Tim Uhlemann (hinten) und die Gießen Rackelos sind in die Erfolgsspur zurückgekehrt.

Zwischendurch wird Trainer laut

  • vonSebastian Kilsbach
    schließen

(sks). Kurz musste Lutz Mandler beim späteren 96:76 seiner Gießen 46ers Rackelos laut werden. Phasenweise ließ der Drittligist (ProB) die Zügel gegen Speyer schleifen. Am Ende aber gab es keinen Grund zur Klage.

»Wir sind heute sehr zufrieden«, erklärte der Headcoach nach Spielende, der aufgrund des Wankelmuts seines Teams im zweiten und dritten Viertel einige Male etwas lauter von der Bank intervenierte: »Wir arbeiten uns auf wirklich harte Weise zweistellig in Führung, nur um dann sechs Punkte in Folge zu fangen.« Mandler meinte zwei Dreier durch Eric Curth nach dem Seitenwechsel, die Speyer wieder heranschnellen ließen.

Doch schon das zweite Viertel bat um das Label »unnötig spannend«. Die Rackelos, bei denen der zuletzt in Dresden umgeknickte Tim Uhlemann wieder mitwirken konnte, hatten den Tabellenvorletzten zu Beginn klar dominiert. Zwei frühe Auszeiten der Pfälzer verpufften wirkungslos, während Gießen über die Stationen 15:7 und 21:10 davonzog. Beim 29:12 (10.) hing Speyer derart in den Seilen, dass sich das Team von Trainer Carl Mbassa teils gegenseitig auf dem Parkett zu beschimpfen begann.

Gießen machte den Sack aber nicht zu, sondern kassierte vor allem kurz vor der Pause einen brutalen 2:9-Run auf 46:40. Nach der Halbzeit trat Gießen mit Ausnahme der von Mandler geschilderten Szene aber äußerst kompakt auf. »Wir haben 27 Assists gespielt, das zeigt die gute Teamchemie und unser gutes Miteinander. Wir wollten den Ball teilen und das haben wir hingekriegt«, erklärt er.

Denn es stimmte: Näher als auf 51:56 kamen die Gäste nicht mehr heran. Gießen knackte die Zone der Speyerer immer wieder von außen, 14 Dreier fanden den Weg durch den Korb (44 Prozent). Dass es am Ende zum deutlichen Sieg reichte, lag daran, dass auch inside hochprozentig getroffen wurde. »Vor allem Johannes Lischka hat einfach bewiesen, was er für ein Kämpfer ist. Von seinem Hustle, davon, wie er sich ins Messer schmeißt, können die Jungen profitieren«, schwärmt Mandler.

Bereits in der 34. Minute mit 86:67 in Führung, konnte der Trainer viel rotieren. Alle zwölf Spieler auf dem Bogen kamen zum Einsatz, Youngster David Amaize markierte mit 14 Punkten seinen Laufbahnbestwert. Stilprägend war ein von Donte Nicholas eingeleitetes Play: Der US-Amerikaner spielte die Murmel »no look« in die Zone, wo sie Sebastian Brach fing und auf Felix Schweizer abtropfen ließ: Score!

Mit diesem Spirit soll es am Sonntag weitergehen, wenn die Rackelos zum Hessenderby die Skyliners Juniors aus Frankfurt empfangen.

Gießen: Ziring (9), Köpple (11), Amaize (14), Schneider (3), Göbel, Uhlemann (18), Lischka (20), Nicholas (8), Schweizer (4), Brach (9), Rostek, Maruschka.

Speyer: Filic (2), Curth (20), Hintz (3), Rappold (3), Liyanage (8), Gesmann (2), Cardenas Ruda (21), Kovac (7), Meier, Schwartz (8), Aichele (2).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare