Zwischen Vorfreude und Fragezeichen

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(dpa). Die Handballer des THW Kiel starten in eine Zukunft mit vielen Fragezeichen. Fast fünf Monate nach dem bis dato letzten Pflichtspiel begann der deutsche Rekordmeister gestern mit der Vorbereitung auf die Spielzeit 2020/21. "Die Vorfreude ist riesig. Wir hoffen alle, uns nach so langer Zeit so schnell wie möglich wieder auf den sportlichen Alltag konzentrieren zu können", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi.

Wie die Saison im deutschen Oberhaus mit der HSG Wetzlar genau ablaufen wird, steht noch nicht fest. Die Bundesliga hat den 1. Oktober als Starttermin festgelegt. Einen Spielplan gibt es aber noch nicht. Schon am 26. September ist in Düsseldorf der Supercup zwischen dem "Corona-Meister" aus Kiel und dem Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt terminiert.

Für das 102. Schleswig-Holstein-Derby sollen ebenso wie zum Saisonauftakt Zuschauer in den Hallen zugelassen werden. Doch ob es wirklich so kommt, ist offen.

So weiß auch Szilagyi noch nicht so recht, was die nächste Zeit mit sich bringt: "Natürlich erfordert diese Saisonvorbereitung von allen Beteiligen sehr viel Flexibilität, weil man aktuell kaum etwas langfristig planen kann", sagt der 41-jährige Österreicher.

"Normalerweise ist der Sommerfahrplan mindestens ein halbes Jahr vorher bis ins Detail durchgeplant. Jetzt stehen dicke Fragezeichen beispielsweise hinter einem Trainingslager oder Testspielen." Konkrete Termine gibt es beim 21-maligen deutschen Meister noch nicht.

"Zebra"-Coach Filip Jicha muss seinen Kader auf eine wahre Mammutsaison vorbereiten: In der Bundesliga gab es keine Absteiger, aber in dem HSC 2000 Coburg und dem TuSEM Essen zwei Aufsteiger. Das bedeutet vier Spieltage mehr in einem ohnehin eng getakteten Handball-Kalender.

Schon am 16. September sind die ersten Partien in der Champions League vorgesehen. Am 28. und 29. Dezember soll in Köln mit Kieler Beteiligung das Königsklassen-Finale der Spielzeit 2019/20 nachgeholt werden. Und für die Nationalspieler stehen noch die Weltmeisterschaft in Ägypten, das Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Tokio, die Qualifikationspartien für die EM 2022 und eventuell Olympia in der japanischen Hauptstadt auf dem Programm.

Ein Vorteil für die Kieler könnte werden, dass sie in Rechtsaußen Ole Rahmel und Ersatzkeeper Fynn Malte Schröder nur zwei Abgänge zu verzeichnen haben. Dafür kann Meistercoach Jicha den norwegischen Weltklassemann Sander Sagosen beim Trainingsstart begrüßen. Die Integration des 24-Jährigen dürfte sich aufgrund seiner Spielintelligenz und seiner Position im linken Rückraum recht einfach gestalten.

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