Zweimal Gold für Marscheck

(ras) Mit souveränen Siegen über 100 m wie auch im Weitsprung zeigte Beatrice Marscheck vom LAZ Gießen am Wochenende bei den Hessischen Meisterschaften der Männer, Frauen und Jugend B in Baunatal ihre Extraklasse.

(ras) Mit souveränen Siegen über 100 m wie auch im Weitsprung zeigte Beatrice Marscheck vom LAZ Gießen am Wochenende bei den Hessischen Meisterschaften der Männer, Frauen und Jugend B in Baunatal ihre Extraklasse. Es waren die einzigen Goldmedaillen für den Gießener Raum. Jedoch erkämpften heimische Athleten zudem insgesamt sechsmal Silber und zweimal Bronze. Die Wettkämpfe hatten noch gar nicht richtig begonnen, da zeigte sich Markus Czech, der Trainer von Beatrice Marscheck, bereits ungehalten: "Wie soll man sich für die WM-Teilnahme mit guten Leistungen empfehlen können, wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind."

Ursache des Ärgers waren die Absprungbretter der Weitsprunganlagen in dem ansonsten sehr schönen Stadion. Die Auflagefixierungen befanden sich in desolatem Zustand, sodass bei den nachgebenden Balken der Absprung nicht bestens genutzt werden konnte. Davon unbeeindruckt setzte Marscheck bereits im ersten gültigen Versuch einen Sprung von 6,44 m in die Grube, den sie mit weiteren Sechsmeterweiten untermauerte. "Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Leider hat das schadhafte Brett Weite gekostet, und die ununterbrochen wechselnden Winde ließen keinen optimalen Anlauf zu", sagte sie anschließend.

Auch mit ihrem ersten ernsthaften Auftritt über 100 m konnte die Garbenteicherin überzeugen.

Bereits im Vorlauf leuchtete bei leichtem Gegenwind von 0,5 m/s eine Siegerzeit von 11,93 s auf. Im Finale siegte Marscheck dann unbedrängt in 11,91 s vor Sandra Oehme (12,08) von der LG Wetzlar.

Ein Erlebnis der besondern Art verschaffte die Weitsprunganlage den Spitzenspringern wie Adrian Becker. Denn als den noch besten Absprungbalken hatten die Kampfrichter den der Grube am nächsten befindlichen "Schülerbalken" ausgewählt. So landeten die Männer stets gefährlich nahe am Grubenende. Wieder einmal gewann Remigius Roskosch (TV Heppenheim/7,05) vor Becker, dessen bester Versuch mit 6,99 m gemessen wurde. Auch über 110 m Hürden musste sich der LAZ-Athlet in 15,15 s mit Platz zwei begnügen. Hier siegte Patrik Schnauck (Wiesbadener LV) in 14,71 s. "Ich bin nicht richtig in den Lauf hineingekommen", analysierte Becker. Mit dem Speer erkämpfte sich der Troher mit 59,69 m zudem Rang drei. Platz zwei ging hier an den A-Jugendlichen Nico Althenn (LG Wetzlar/60,67) aus Ebersgöns. Der ebenfalls für die LG Wetzlar startende David Klaus (Hüttenberg) kühlte sich vor und während des Wettkampfes den Ellenbogen des Wurfarmes und begnügte sich mit zwei Würfen, von denen der bessere mit 57,77 m Platz vier bedeutete.

"Die Kapsel ist hin. Entscheidend ist, wie gut ich den Schmerz unterdrücken kann", erläuterte Klaus mit leicht gequältem Lächeln.

Einen Landesvizetitel gab es bei den Frauen für Theresa Pohl (LG Wettenberg) mit 43,82 m im Speerwurf. Dazu ihr Trainer Klaus Powilleit: "Theresa hat konstant gute Weiten erzielt. Es fehlte nur der optimale Ausreißer." Ebenfalls mit Platz zwei belohnt wurde Nastasia Lich (TSG Gießen-Wieseck/15,02) über 100 m Hürden. In 15,80 s kam ihre Vereinskameradin Annalena Riedel auf Rang vier. Durch beruflichen Einsatz gehandicapt erzielte Lore Göbler (ebenfalls TSG) im Diskuswurf (Sechste/37,10) und Kugelstoß (Siebte/11,70) nicht die erhofften Weiten.

Bei den B-Jugendlichen überraschte Nils Görke von der TSG Alten-Buseck mit Platz vier im 100-m-Finale in 11,48 s. Auch über 200 m erreichte er den Endlauf. Bei gleicher Zeit wie der fünftplatzierte Philip Hinkel (TSG Wehrheim/23,53) wurde Görke von der Zeitnahme auf Platz sechs eingeordnet.

Bereits in den Vorläufen zeichnete sich in den Sprints der Mädels ab, dass nur Eva-Maria Ackermann (TV Reisen) dem "Gießener" Trio Cynthia Schmidt (LG Erda-Heuchelheim), Lara Matheis (TSG Gießen-Wieseck) und Ann-Christin Strack (LAZ Gießen) Paroli bieten konnte. Im gegen Ende eines heftigen Regenschauers gestarteten Finale setzte sich Ackermann (12,07) mit Saisonbestleistung uneinholbar in Front. Schmidt (12,16), Matheis (12,26) und Strack (12,31) landeten jeweils mit persönlicher Bestzeit auf den Plätzen zwei bis vier. "Das war ein hochklassiges Landesfinale", bemerkte dazu anerkennend Elmar Knappik, Trainer der TSG Wieseck, beim Blick auf den Ergebnisaushang. Die Aussage wird belegt durch die Jahresbestenlisten der letzten Jahre. Nur selten konnte über eine ganze Saison hinweg auch nur annähernd eine solche Dichte an Top-Zeiten erzielt werden.

Lautstarke Freude zeigte das Sprinterinnenquartett der TSG Wieseck bei den B-Jugendlichen bestehend aus der A-Schülerin Laura Boleso, Matheis, Janina Knappik und Jana Steines nach Verkündung der Ergebnisse. In 51,91 s belegte die Truppe einen guten sechsten Platz. Die vier Starts über 100 m hinterließen bei Lara Matheis ihre Spuren. Im Finale über 200 m verließen die Watzenborn-Steinbergerin wenige Meter vor dem Ziel die Kräfte. So fiel sie von Platz drei auf Rang fünf zurück. Das Ergebnis von 25,60 s ist trotzdem die Zweitschnellste von Matheis bisher gelaufener Zeit. Nicht ganz zufrieden mit Platz drei im Hochsprung (1,65 m) war Lisa Magel vom LAZ Gießen. "Alle drei letzte Höhen bezwang ich erst im dritten Versuch", sagte dazu Magel, die allerdings dabei Nervenstärke bewies. Rang fünf ging an Ruth Hillebrand (LG EH/1,59), die im 100-m-Hürden-Endlauf hinter der hier fünftplatzierten Magel (14,83) trotz Probleme an den letzten beiden Hürden in 15,02 eine persönliche Bestzeit lief. Nur eine Konkurrentin trat neben Isabelle Gath (AS Lahnlaender Lahnau/19:17,50) über 5000 m bei den A-Jugendlichen an die Startlinie. So blieb Gath im gemeinsamen Lauf mit den Frauen als Siebte des Zieleinlaufes ohne Titelgewinn.

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