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Simon Koch und Lea Roth von der TSG Blau-Gold Gießen holen sich den WM-Titel im Double.

Zweimal Gold für TSG Blau-Gold

(bf). 400 Teilnehmer aus 39 Nationen, von Australien bis Brasilien, aus Japan, Tahiti den USA und Mexiko. Die erstmals virtuell ausgetragenen Weltmeisterschaften Pole Sport und Aerial Hoop verzeichneten Rekord-Meldezahlen.

Nach London zum Dachverband »international Pole Sport Federation« mussten die Teilnehmer, die sich über nationale Vorentscheidungen qualifiziert hatten, ihre Videopräsentationen einsenden. Diese wurden dann am Wochenende von einer internationalen Jury bewertet. Die Darbietungen wurden per Video-Stream übertragen, und die Siegerehrungen erfolgten sofort nach Ende des Durchgangs einer Kategorie.

Im Pole-Studio der TSG Blau-Gold war ein Beamer aufgebaut worden, und Teilnehmer, Trainer und Fans verfolgten gespannt die Darbietungen der Pole-Sportler und der erstmals ausgetragenen WM Aerial Hoop, dem Luftring.

Bei den deutschen Meisterschaften hatten sich die Blau-Gold-Sportler sieben Startplätze für die WM gesichert, Anna Janine Bertuleit konnte aus beruflichen Gründen ihren Platz nicht wahrnehmen.

Mit Finja Rolshausen startete der Wettkampf in der Kategorie »Aerial Hoop Novice« mit 26 Teilnehmern und sofort mit einer Enttäuschung. Trotz guter Leistung wurde der Vortrag der 13-Jährigen schlechter bewertet als bei der DM, was für eine Top-10-Platzierung nicht ausreichte. Allerdings war dieser Wettbewerb nach Ansicht der Beobachter einer der leistungsstärksten der gesamten WM. Mit unglaublicher Artistik warteten die jungen Athletinnen aus Kasachstan, Polen, der Ukraine und Japan auf und sicherten sich die vorderen Plätze. Auch im Pole Sport-Wettkampf ein ähnliches Bild. Von 31 Teilnehmerinnen erreichte sie mit Platz 15 das Ergebnis der letzten WM in Kanada, allerdings in einem wesentlich stärkeren Feld.

Beim Wettkampf »Aerial Hoop Senior Women« mit 20 Teilnehmerinnen ein ähnliches Bild. Professionelle Akrobaten aus Russland, Ukraine und Südafrika dominierten das Turnier. Die Gießenerin Nicole Gouriya setzte mit ihrer ersten WM-Teilnahme hier schon ein Ausrufezeichen. Ihr sechster Platz im Finaldurchgang war ein unerwarteter Erfolg in der Sportkategorie, bei der die exakte Ausführung von vorgegebenen Elementen bewertet wird.

Eine gute Grundlage für die Chance auf den Titel in der Kategorie »Artistic Hoop Senior Women«, bei der eine tänzerische Geschichte erzählt werden soll. Nicole Gouriya hatte hier bereits bei der DM mit ihrer Interpretation »Wenn Träume wahr werden« nach der Musik zu der Arie von »Carmen« klar gewonnen und präsentierte diese auch bei der WM. Als erste von elf Teilnehmerinnen beeindruckte sie mit einer gefühlvollen, artistischen Leistung am Luftring und setzte den Maßstab für die folgenden Athletinnen. Mit hervorragenden 85,7 Punkten ließ sie ihren Gegnerinnen keine Chance und holte überlegen die Goldmedaille vor Demi Brana aus den Niederlanden (79,0) und Veronika Vasina aus der Ukraine (77,4).

Simon Koch hatte vor zwei Jahren als erster deutscher Pole-Sportler eine Medaille bei einer Weltmeisterschaft geholt. Die Bronzemedaille aus Kanada sollte dieses Jahr veredelt werden, und die Chancen standen für das Bewegungstalent aus Gießen gut. Seine wechselnde Darbietung an der rotierenden und der statischen Stange war von großer Harmonie geprägt. 44,8 Punkte standen bei seiner Bewertung zu Buche, was den zweiten Platz vor Jesus Avalos Orozco aus Mexiko (30,1) und somit die Silbermedaille bedeutete. Naoto Araya aus Japan war allerdings mit 61,6 Punkten der überlegene Gewinner der Kategorie »Pole Sport Senior Men«.

Lea Roth, erst seit der DM in Osnabrück für Blau-Gold am Start, hatte sich Medaillenchancen bei den »Pole Sport Senior Women« ausgerechnet, obwohl diese Disziplin mit 28 Teilnehmerinnen eine der am stärksten besetzten war. Nur 0,4 Punkte trennte sie am Schluss von einer Medaille. Der Sieg ging an Marina Yamaguchi aus Japan (60,0) vor Lydia Stavroula Kollia aus Griechenland (56,8) und Natalie Knysheva aus Russland (56,1).

Für die Mixed-Kategorie »Pole Sport Doubles Men/Women« waren mit ihren Einzelergebnissen Lea Roth und Simon Koch leicht favorisiert. Sie wurden dieser Rolle gerecht und gewannen mit deutlichem Abstand vor den Paarungen aus Mexiko, Japan und Australien die Goldmedaille mit einer synchronen Darbietung.

Für den deutschen Polesport-Verband konnten Amalia Lang mit ihrer Partnerin Kayla Lee Burch aus Baumholder zwei weitere Medaillen in Double-Wettbewerben nach Deutschland holen. Gold und Titelverteidigung in Artistic Pole und Silber in der Sport-Disziplin.

Ein erfolgreiches Wochenende für die Sportler und die Trainerinnen Adina Brill und Valerie Ruddat der TSG Blau-Gold, die damit ihre führende Position in Deutschland eindrucksvoll behauptet haben.

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