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Während einer Mischung aus Kräftigung und Beweglichkeit halten die Handball-Kids der D-Jugend-Bezirksauswahl den Ball im Kerzenstand mit den Füßen fest. "Train the trainer" mit Jochen Beppler, dem DHB-Chef-Bundestrainer Nachwuchs.

Handball

Der Weg in die Zukunft

Das Handball Competence Team Mittelhessen zieht mit seiner Aktion "Train the Trainer" 250 Interessierte in seinen Bann.

(jsa). Am Freitag stand die Sporthalle in Wettenberg-Launsbach ganz im Zeichen der Handballregion Mittelhessen, als das neugründete Handball Competence Center Mittelhessen (HCCM) zum einem ersten großen Veranstaltungsabend einlud. Mit der Gründung des Vereins im Dezember 2018 und der dazugehörigen Stiftung im März 2019 sollen die Handballjugend und die Vereine in Mittelhessen gestärkt werden. Der Rückgang an mittelhessischen Mannschaften in den vergangenen Jahren in den jeweiligen Ligen ist extrem, viele Vereine können sich nur noch zu Spielgemeinschaften zusammenschließen, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Trotz dieser Zusammenschlüsse gelingt es oft nicht, Teams in allen Alterstufen anzubieten.

Diese Entwicklung soll nun gestoppt werden: "Wir müssen die Kräfte der Region bündeln und die Kinder, die wir für den Handball gewinnen können, altersgerecht und strukturiert entwickeln", merkte die 1. Vorsitzende des HCCM, Katja Specht, gleich zu Beginn des Abends an. Sie wird in ihrer Arbeit vom 2. Vorsitzenden Bernd Rettemeier und Schriftführerin Nadja Lins unterstützt. Im Gespräch mit Sportkommentator Florian Naß, der die Moderation der Veranstaltung übernahm, führte Specht die zwei Zielrichtungen des HCCM aus: "Einerseits sollen in Grundschulen durch Maßnahmen wie z. B. Handballstars@school, Grundschulliga und Einsatz von FSJlern möglichst viele Kinder für den Handballsport begeistert werden. Andererseits müssen wir die Jugendtrainer/innen befähigen, die für den Handballsport gewonnenen Kinder und Jugendlichen angemessen auszubilden. Das hilft im Ergebnis allen Vereinen der Region gleichermaßen."

Zudem gab Specht einen Einblick in den aktuellen Stand: "Wir haben bereits zwölf Mitgliedsvereine und zehn Einzelmitglieder in der kurzen Zeit für das Projekt gewinnen können. Nachdem wir unser Konzept im vergangenen Februar den ersten Vereinen vorgestellt haben, fanden wir großen Zuspruch." Nun wird auch der Zuspruch von Unterstützern gebraucht, da der Verein sich im Wesentlichen über Spenden neben so gering wie möglich gehaltenen Mitgliedsbeiträgen und Kurgebühren finanziert. Den Anfang machte der Finanzdienstleister Formaxx AG aus Gießen mit der Übernahme der Schirmherrschaft für die Veranstaltung und überreichte in Person von Vorstand Lars Breustedt und Beraterin Olivia Reeh den Verantwortlichen des HCCM einen Spendencheck über 500 Euro. Außerdem gab Breustedt sein klares Bekenntnis zu dem neuen Projekt ab und garantierte auch in Zukunft dessen Unterstützung. Als weitere bereits gewonnene Partner bedankte sich Katja Specht bei der AOK Hessen, der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und der GI-PLANT, einer Initiative für den Vertrieb und die Veredelung von nachhaltig hergestellten Textilien.

Das HCCM hat in den vergangenen Monaten in Kooperation mit der THM (konkret der Studentin Hannah Niebergall aus dem Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen) eine Online-Bedarfsumfrage für die mittelhessischen Handballvereine durchgeführt, um die Themen zu identifizieren, die die Vereine aktuell am meisten belasten. Somit diente die Analyse als Basis zur Konzeptionierung des Kursangebots für den Herbst 2019. In allen angebotenen Kursen geht es insbesondere darum, Trainingsformate individuell auf die Bedürfnisse der Trainer anzupassen. "Dieses Kursangebot wird ab 3. Juli auf der Website einsehbar und online (hccmev.de) buchbar sein", so Specht.

Mit Jochen Beppler, dem Chef-Bundestrainer Nachwuchs des Deutschen Handballbundes, gelang es dem HCCM-Team, eine weitere prominente Personalie für diesen ersten Abend zu gewinnen. Beppler gab dabei Einblicke in die erneuerte Rahmentrainingskonzeption (RTK) des DHB, die nun auch in Mittelhessen Einzug halten soll und im Zeitalter der Digitalisierung stetig aktualisiert und den Trainern per App über das Handy zugänglich gemacht wird. "Es geht nicht darum, den Trainern ihr Training vorzuschreiben, sondern ihnen ein Leitfaden für die Trainingsinhalte zu geben. Unser Ziel ist es nicht, Dinge zu kopieren, sondern stetig weiterzuentwickeln", sagte Beppler, während ihm die rund 250 Gäste aus 24 angemeldeten Vereinen der Region aufmerksam ihr Gehör schenkten. Die Konzeption ist für jeden Nutzer für einmalige Kosten von 14 Euro zu erwerben und auf allen Endgeräten nutzbar.

Im Anschluss an seinen Vortrag präsentierte der Langgönser kleine Trainingsinhalte in zwei Einheiten á 45 Minuten mit der D- und anschließend der C-Jugend-Bezirksauswahl. Die Einheiten sorgten wohl für einige Anregung bei den Gästen, denn die Schreibblöcke und Stifte kamen reichlich zum Vorschein. Abschließend bedankte sich Katja Specht ganz ausdrücklich bei der HSG Wettenberg, die sich als Gastgeber der Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatten, für die gute Organisation und Gastfreundschaft.

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