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Nico Köhler holte beim Sprung vier Punkte für die Lindener. Am Ende reichte es dennoch nicht für einen Sieg.

Zehntelpunkt besiegelt Niederlage

(nal). Eine Woche nach der Nervenschlacht gegen Grünstadt bot das Turnteam Linden in der 2. Bundesliga Nord auch bei seinem zweiten Heimwettkampf gegen die TG Saar II wieder einen echten Turnkrimi an. Vor 120 Zuschauern war es am Ende ein Zehntelpunkt, der ein Unentschieden verhinderte und so den Gästen aus dem Saarland einen knappen 33:32-Erfolg bescherte.

Dabei hatten es sich die Saarländer selbst schwer gemacht, Schwächen gezeigt und an einem ihrer drei Paradegeräte eine Niederlage einstecken müssen. Dennoch war es letztlich der Italiener Matteo Levantesi für die TG, der den Unterschied ausmachte und insgesamt 21 Punkte für sein Team erturnte.

Dagegen musste die Riege von Trainer Christian Hambüchen auf seinen spanischen Turner Joshua Jack Williams Meehan verzichten, da dieser bei einem Lehrgang des spanischen Nationalteams weilte. »Auch ohne Gastturner haben wir uns extrem gut geschlagen und einen überragenden Wettkampf abgeliefert. Ich bin mit der Leistung meines Teams sehr zufrieden. Am Schluss war es ein denkbar knappes Resultat. Doch wir haben alle 24 Übungen durchgeturnt, keinen Aussetzer und auch keine Verletzungen gehabt«, erklärte Hambüchen.

Die Lindener konnten erneut den Boden für sich entscheiden und gingen mit 7:5 durch die von Moritz Bulka und Tom Bobzien erturnten Punkte in Führung. Doch dann triumphierten die Gäste, die an ihren beiden Paradegeräten, Pferd und Ringe, überzeugten. Am Pferd war das Turnteam chancenlos, verlor mit 0:11 Punkten und an den Ringen mit 6:8, sodass die Gastgeber zur Halbzeit bereits mit 13:24 im Hintertreffen lagen.

Nach der Pause haben einige Schwächen der Gäste das Heimteam gestärkt, für das Tim Pfeiffer und Nico Köhler den Sprung mit 7:0 gewannen und die Saarländer am Barren schließlich patzten. So waren es Florian Arendt, Yumito Nishiura und Nico Horvath, die Linden hier mit einem 8:5-Geräterefolg vor dem abschließenden Reck auf 28:29 Punkten heranbrachten. Das erste Reckduell konnte der 17-jährige Bulka unentschieden gestalten, während jedoch Nico Köhler gegen Levantesi keine Chance hatte. Dieser zeigte mit einer beeindruckenden Sicherheit Katchev gestreckt (Flugteil über die Reckstange) und einen Adler mit halber Drehung sowie als Abgang einen Doppelsalto gestreckt mit zwei Längsumdrehungen. So lagen die Gastgeber mit 28:33 Punkten vor den letzten beiden Duellen im Rückstand.

Als Yumito Nishiura mit seiner Übung lediglich ein Unentschieden erzielte, haderte Teamkapitän Tim Pfeiffer bereits mit den Kampfrichtern. Die letzte Übung des Tages turnte Florian Arendt, der vier Punkte holte und somit sein Team mit 32:33 Punkten heranbrachte.

Lindener legen Protest ein

Nach Beendigung der Übungen an diesem Gerät legten die Lindener schließlich Protest ein. Dieser ist erst nach Abschluss der Einheit möglich. Die Kampfrichter hatten »Stalder und halbe Drehung« als einen Übungsteil gewertet. Wäre dieser Abschnitt jedoch als jeweils eigenständiger Teil gewertet worden, dann hätte das Turnteam jenen Zehntelpunkt mehr erhalten, der dann zu einem Unentschieden in der Gesamtwertung geführt hätte. Dennoch beließen es die Kamprichter am Ende beim 33:32 für die TG Saar II.

Mit dem Urteil der Jury mit Oberkampfrichter Jörg Niebuhr (Vöhrum) haderte Hambüchen keinesfalls, nahm die Niederlage für sein Team sportlich. »Ob nun der Ausgangswert richtig oder falsch war, das war die Frage. Ich sehe das etwas unglücklich. Auch eine knappe Niederlage bleibt eine Niederlage.«

Und auch Teamkapitän Tim Pfeiffer war wenige Minuten nach der Juryentscheidung vollauf des Lobes, habe doch das Team überraschend knapp ohne internationale Gastturner verloren, dabei 24 Übungen ohne Sturz durchgeturnt und eine super Teamleistung gezeigt. »Doch beim nächsten Wettkampf in Mohnheim ist Joshua wieder dabei, mit dem hätten wir heute gewonnen«, war sich Pfeiffer sicher.

Mit zwei Siegen bei einer Niederlage steht das Turnteam nun besser da als von den Verantwortlichen um Teammanager Martin Weber erhofft. Auch wenn Nico Köhler mit neun Punkten der Topscorer der Lindener war und es auf nunmehr 40 Punkte in drei Wettkämpfen brachte, musste er die Führung der Top-Scorer-Liste der 2. Turn-Bundesliga Nord nun an den Fuldaer Alexey Bogdanov (41 Punkte) abgeben.

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