Spielmacher Achmadschah Zazai erklärt die Erfolgsformel der Gießen 46ers: "Wir sind eine eingeschworene Truppe, die füreinander kämpft und füreinander da ist – das sieht man auf dem Feld und abseits des Feldes."
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Spielmacher Achmadschah Zazai erklärt die Erfolgsformel der Gießen 46ers: "Wir sind eine eingeschworene Truppe, die füreinander kämpft und füreinander da ist – das sieht man auf dem Feld und abseits des Feldes."

Zazai im Interview: "Wir sind füreinander da"

(gae). Showdown für die Gießen 46ers um den letzten Playoff-Platz in der BBL. Die Formel ist einfach: Die 46ers müssen gegen Göttingen und Berlin gewinnen – und die Baskets Würzburg ihre beiden Spiele verlieren. Nicht nur für Gießens Spielmacher "Chacha" Zazai würde dann ein Traum wahr werden.

Achmadschah Zazai hat bei den Gießen 46ers alles mitgemacht: Abstieg aus der Basketball-Bundesliga und den in der vergangenen Saison vollbrachten Wiederaufstieg. Aktuell steht der Guard mit dem Team nun vor dem entscheidenden letzten Doppelspieltag in der Hauptrunde. Er hofft auf einen Sieg am Freitag gegen die BG Göttingen – und auf eine Niederlage des Playoff-Konkurrenten Baskets Würzburg, sodass es am Sonntag in seiner Geburtsstadt Berlin mit Alba zum Showdown kommt – wobei die auf Rang acht stehenden Würzburger ihre Partie in Göttingen aber in den Sand setzen müssen. Für die Berlin-Partie hat sich nicht nur die Familie von "Chacha" Zazai angesagt, sondern auch viele Kumpels – unter anderem die Basketballgrößen Patrick Femerling, Ademola Okulaja sowie sein Homie Änis Ben-Hatira, der bekanntlich beim Fußball-Erstligisten Eintracht Frankfurt unter Vertrag steht und mit den Hessen um den Klassenerhalt kämpft.

"Dieses Team ist der Wahnsinn!" Das haben Sie nach dem Coup am Sonntag in Ludwigsburg gesagt. Was meinen Sie damit konkret?

Achmadschah Zazai: Ich will damit sagen, dass das Team etwas Besonderes in sich hat! Man muss nicht immer darauf hoffen, dass ein Spieler funktioniert, denn man hat genug Spieler auf der Bank, die den Unterschied machen können.

Eigentlich unglaublich, dass die 46ers zwei Spieltage vor dem Hauptrundenende als Neuling noch die Möglichkeit haben, die Playoffs zu erreichen. Auf was führen Sie das zurück?

Zazai: Ich habe vor der Saison gesagt, dass wir um Platz acht mitspielen können. Wir sind eine eingeschworene Truppe, die füreinander kämpft und füreinander da ist – das sieht man auf dem Feld und abseits des Feldes.

Göttingen muss am Freitag zu Hause geschlagen werden, Würzburg gegen München verlieren. Dann hätten Sie am Sonntag in Ihrer Heimat in Berlin eine Art Showdown um Rang acht. Wer hat sich alles angesagt, ist das für Sie wahrscheinlich und warum?

Zazai: Das Heimspiel am Freitag gegen die Göttinger wird sehr schwer, denn sie spielen um den Verbleib in der Liga. Wir müssen uns voll und ganz darauf konzentrieren. Ich glaube, einen besseren Showdown kann ich mir nicht wünschen. Und es werden alle kommen, die mich kennen. Ich muss nur noch organisieren, dass es genügend Tickets gibt! (lacht)

Sie zählen bei den Gießen 46ers fast schon zum Inventar, haben mit Ihnen den Abstieg, den Aufstieg und nun diese grandios verlaufende Saison erlebt. Was hat sich für Sie in dieser Zeit am gravierendsten bei den 46ers verändert?

Zazai: Es hat sich sehr viel zum Positiven geändert. Gießen bleibt die Station, damit sich Leute weiterentwickeln können und zu großen Klubs gehen können. Vom Management bis zum Trainer arbeiten alle sehr eng zusammen. So etwas führt dann auch zu Erfolgen – als Team. Was sich nicht verändert hat – das sind die Fans! Die sind immer noch der Hammer und stehen hinter der Mannschaft.

Sie haben Ihre Rolle im Team ohne Murren akzeptiert, mal gab es gar keinen Spieleinsatz, mal fünf Minuten, mal 20. Wie haben Sie das für sich verarbeitet?

Zazai: Man trainiert hart und bereitet sich immer gut vor. Man sollte sich niemals den Vorwurf machen, man hat nicht alles dafür gegeben, um zu spielen. Und dann liegt es in der Hand des Trainers! Du musst jeder Zeit bereit sein und voll da sein, egal in welcher Situation.

Wie sieht es mit Ihrer Planung für die Zukunft aus?

Zazai: Ich habe mir noch keine großen Gedanken darüber gemacht. Sobald die Saison vorbei ist, werde ich mich mit dem Coach (Denis Wucherer) und Heiko (Schelberg, Geschäftsführer) zusammensetzen. Und dann schauen wir, wie es weitergeht. Jeder weiß, ich fühle mich in Gießen sehr wohl. Ich kann mir auch vorstellen, länger hierzubleiben.

Schaffen die 46ers noch die Playoffs – und die Bundesliga-Fußballer der Eintracht Frankfurt mit Ihrem engen Freund Ben-Hatira den Klassenerhalt?

Zazai: Ich wünschte es dem Team und der Stadt! Es wäre ein Traum, die Playoffs zu schaffen, aber dafür müssen wir beide Spiele gewinnen und Würzburg beide verlieren. Ich hoffe, die Eintracht schafft es, weil so eine Mannschaft nichts in der 2. Liga zu suchen hat. Die Frankfurter werden in die Relegation kommen und dann drinnenbleiben.

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