Harry Keil
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Harry Keil

Wunsch von Harry Keil: Wenige Fußball-Verhandlungen

Es ist eine Zäsur in Hessens Fußball. Der Harbacher Harry Keil wurde am Montag zum Nachfolger von Horst Günther Konlé gewählt, der die Sportgerichtsbarkeit in den letzten Jahren maßgeblich als Vorsitzender des Regional-Sportgerichts prägte.

Keil hat das Fußballspielen bei seinem Heimatverein SV Harbach erlernt. Bereits in der B-Jugend feierte er unter anderem mit "Fußballgrößen", so Keil, wie Gerd Fellenberg und Markus Lausmann große Erfolge. Nach der Jugend hütete Keil jahrelang in der ersten Mannschaft das SV-Tor. Noch während seiner aktiven Laufbahn wurde der Polizeibeamte 1989 zum Kassenwart gewählt, 1994 übernahm er den Vorsitz beim SV. Diese Position bekleidete Keil bis 2013. Seit 2000 war er im Kreissportgericht Gießen zunächst als Beisitzer, dann als Einzelrichter und seit 2010 als Vorsitzender des Kreissportgerichts tätig. Gleichzeitig war er in dieser Zeit auch als Beisitzer im Regionalsportgericht tätig. "Ich kann schon auf ein langjähriges Vereinsleben und eine langjährige Vereinsführung zurückblicken und weiß auch, wie es in den Vereinen läuft" sagt Keil, der sich in diesem Interview zu seiner neuen Aufgabe äußert.

Sie sind zum Nachfolger von Horst Günther Konlé gewählt worden. Wie fühlt man sich als neuer Vorsitzender des Regional-Sportgerichts Gießen/Marburg?

Harry Keil: Ich fühle mich gut. Es ist ja kein Neuland für mich, da ich ja seit über zehn Jahren schon als Beisitzer im Regionalsportgericht tätig war. Der Vorsitz ist natürlich eine Herausforderung für mich. Hier kann ich auch bei höherklassigen Vereinen reinschnuppern – und wenn es nötig ist auch dort sportlich Recht sprechen.

Ihr Vorgänger hat über einen sehr langen Zeitraum die Sportgerichtsbarkeit geprägt. Was dürfen die Vereine von seinem Nachfolger erwarten.

Keil: Das ist richtig, wenn einer die Sportgerichtsbarkeit geprägt hat, dann ist es Horst-Günther Konlé. Ich kenne keinen, der sich in den Satzungen und Ordnungen des Hessischen Fußball-Verbandes besser auskennt als er, ohne in den Statuten nachzusehen. Ich denke, dass ich die Erfahrungen aus den Kreissportgericht Gießen einbringen kann und mit meinem Team gerechte Urteile fällen werde.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Arbeit? Was muss sich aus Ihrer Sicht in Zukunft ändern?

Keil: Der Schwerpunkt wird sein, Verfehlungen, die nicht durch die Einzelrichter abgeurteilt werden können, im schriftlichen oder mündlichen Verfahren abzuarbeiten. Änderungen, was das Sportgericht angeht, sehe ich im Moment keine, denn Verfehlungen, die dem Fußballsport schaden, müssen sanktioniert werden.

In den vergangenen Jahren war das Verhältnis zwischen dem Regionalsportgericht und den Vereinen nicht immer problemlos. Welchen Ansatz haben Sie, damit diese Verhältnis besser wird?

Keil: Ich bin nicht die Person, die über Kollegen und deren Urteile ein Statement abzugeben hat. Sollte sich in den vielen Jahren eine gewisse Spannung zwischen den Vereinen und dem Sportgericht in der Region aufgebaut haben, kann ich nichts dafür. Aber ich denke, dass ich mit meiner Strategie und meiner Art Verhandlungen zu führen, Urteile zu fällen und diese auch zu begründen, auf einem guten Wege bin. Von daher denke ich, dass ich auf Verständnis der Vereine stoße und ein gutes Verhältnis entsteht.

Was wünschen Sie sich hinsichtlich Ihrer Arbeit und des Fußballgeschehens in Hessen, speziell für den Fußballkreis Gießen?

Keil: Wichtig ist, dass viele hessische Vereine höherklassig spielen. Ich wünsche mir, dass ich wenige Verhandlungen leiten muss, denn dann hat man sich sportlich und menschlich auf den Plätzen so verhalten, wie man es sich vorstellt. Schön finde ich es, dass der SC Teutonia Watzenborn-Steinberg in die Regionalliga aufgestiegen ist. Das ist ein Ansporn für uns alle, besonders für den Sportkreis Gießen, der ja einer der größten in Hessen ist, und ihn auch attraktiv macht.

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