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Lazar Cojocar, Trainer des Frauen-Handball-Drittligisten SG Kleenheim, geht mit dem Wort "Aufstieg" sehr sparsam um. (Foto: ras)

Das Wort Aufstieg ist bei der SG Kleenheim tabu

(vk) Einem ist das ganze Gerede um den ersten Platz und dem damit einhergehenden Aufstieg nach der Hälfte der Saison viel zu früh: Kleenheims Trainer Lazar Cojocar, den alle "Lucky" nennen.

Die Kleenheimerinnen stehen am Sonntag um 17 Uhr als Tabellenführer in der 3. Liga West der Frauen vor dem Spitzenspiel gegen den Zweiten TSV Bayer 04 Leverkusen II. Die Partie ist allerdings für Cojocar nur eines von mehreren Schlüsselspielen. Für den 45-jährigen Sportlehrer an der Neu-Anspacher Adolf-Reichwein-Schule sind die Begegnungen in Lintfort (21. Februar), in Bascharage (9. April) und zu Hause gegen den 1.FC Köln (17. April) weitere ganz entscheidende Spiele.

In und bei der SG Kleenheim geht man ganz sparsam mit dem Begriff "Aufstieg" um. Für Cojocar, verheiratet mit Loredana und Vater zweier Töchter, ist es die fünfte Saison, in der er die Kleenheimerinnen trainiert. Vor dem Schlagerspiel am Sonntag gegen Bayer Leverkusen II unterhielt sich unser Mitarbeiter Volkmar Köhler mit dem erfolgreichen Kleenheimer Trainer. Cojocar geht im Detail nicht auf die 2. Liga ein, weil es ihm einfach zu früh erscheint. "Wir können gerne am 23. April (letztes Spiel bei Dortmund II) über uns und unsere Rolle in der 2. Liga sprechen, wenn es denn klappen sollte", sagte der gebürtige Rumäne und fügt an: "Wie wir uns intern verständigt haben, geht derzeit andere nichts an!"

Wie hat die Mannschaft die Winterpause überstanden?

Lazar Cojocar: Jede Spielerin hat ihre Pause gehabt, in der man sich um die Familie oder die Freunde kümmern konnte. Jede Spielerin hat aber auch ihre Aufgaben in der Pause bekommen mit zweimal Kraft- und einmal Lauftraining in der Woche.

Wie realistisch ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga? Hat auch der Zweite noch Chancen?

Cojocar: Man steigt auf, wenn man auf dem ersten Platz steht. Wir kämpfen und reden, natürlich miteinander, um die realistischte Lösung zu finden. Ich habe noch keine Mannschaft gesehen, die nach der Hinrunde aufgestiegen ist. Ziele haben wir, Zweiter wollen wir nicht werden. Aber Verletzungen, berufliche Gründe usw. können zu einem Hindernis werden, zumal die Konkurrenz auch darauf achtet, dass alles gut läuft und sich gut vorbereitet.

Wer sind die ärgsten Widersacher im Kampf um Platz eins?

Cojocar: Wie eben erwähnt – Verletzungen und unterschiedliche Faktoren, die in der 3. Liga nicht zu vermeiden sind wie Beruf, Familie, Studium usw.

Hat der Verein den nötigen Hintergrund für einen eventuellen Aufstieg?

Cojocar: Der Verein ist sehr gut geführt und konsolidiert, die waren schon in der 1. und 2. Liga (1. Liga 1983/84, Anm. Red.). Die Erfahrung ist da, aber hier werden keine Risiken eingegangen, es muss klar wahrgenommen werden, was es bedeutet, 2. Liga zu spielen. Ehrlich gesagt, es ist uns zu viel, momentan über Aufstieg zu reden. Erst einmal heißt es Leistung auf die Platte bringen – und dann sehen wir weiter.

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