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Jochen Wollmert von den TSF Heuchelheim verpasst denkbar knapp die direkte Quaifikation für die Paralympics in Tokio. Nun hofft er auf eine Wildcard.

Tischtennis

Wollmert verpasst knapp direkte Qualifikation

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(pm). Am Ende fehlten Tischtennisspieler Jochen Wollmert von den TSF Heuchelheim nur wenige Bälle zur direkten Qualifikation für die Paralympis in Tokio. Der Ausnahmeathlet, Paralympicssieger im Einzel von Sydney 2000, Peking 2008 und London 2012 und mehrfacher Para-Tischtennis Weltmeister, hat sich zum Ziel gesetzt, zum Abschluss seiner langen internationalen Karriere in diesem Jahr bei den Paralympics zu starten.

Es wären seine achten Spiele in Folge. Sie finden vom 24. August bis 5. September in Tokio statt.

Um einen begehrten Startplatz bei den Paralympics zu erhalten, musste der mittlerweile 56-jährige Tischtennisspieler beim Qualifikationsturnier in Lasko/Slowenien mit einem Turniersieg in seiner Wettkampfklasse 7 aufwarten. Zur Erläuterung: die Wettkampfklassen reichen von 6 bis 10, je kleiner die Zahl, desto größer die Behinderung.

Das Weltranglistenturnier wurde unter Beteiligung von 51 Nationen Anfang Juni ausgetragen. Wollmert, der 2018 zu den TSF Heuchelheim gewechselt war und an einer Versteifung der Hand- und Fußgelenke leidet, hatte sich die letzten Monate intensiv vorbereitet und Weltranglistenposition 14 erreicht. Mit einer achtköpfigen Delegation, darunter Landestrainer und Co-Trainer der Nationalmannschaft, Fabian Lenke, sowie sechs weiteren hessischen Tischtennisspieler/innen im Behindertensport reiste Wollmert zum Turnier an. Die Gruppenphase meisterte er souverän und gewann jeweils 3:0 gegen den Argentinier Kaniuka und den Brasilianer Fonseca. Auch im Viertel- und Halbfinale konnte sich der TSF-Spieler durchsetzen, der zunächst auf den Schweden Hansson und danach auf den Dänen Brammer traf. Die Partien gingen 3:0 und 3:1 für Wollmert aus, der damit das angestrebte Finale erreicht hatte. Hier traf er auf den Polen Chudzicki. Der erste Satz ging in die Verlängerung und schließlich 10:12 zu Ungunsten für Wollmert aus. Der zweite Satz war ebenso hart umkämpft und ging ebenso in die Verlängerung, wobei auch hier der Pole das Quäntchen Glück auf seiner Seite hatte und Wollmert diesen Satz ebenso 10:12 verlor. Der dritten Satz endete klarer für den Polen, der damit 3:0 gewann.

Damit hat Wollmert »nur« den zweiten Platz statt den Turniersieg erreicht. Sein Fazit: »Wenn man bei einem Weltranglistenturnier Zweiter wird, ist das generell kein schlechtes Ergebnis. Wenn aber nur Platz eins das Ticket für Tokio sichert, fährt man doch mit leeren Händen nach Hause. Trotzdem habe ich gegen die deutlich jüngeren Gegner immer noch mithalten können.«

Von den weiteren hessischen Starter/innen bei dem Turnier konnten Tiziana Oliv und Jörg Didion das Finale erreichen und das Turnier mit einem zweiten Platz beenden.

Für Jochen Wollmert ist mit dem knapp verpassten Turniersieg aber die Teilnahme an den Paralympics noch nicht erledigt. »Eine kleine Hoffnung bleibt mir noch. Es gibt noch drei Wildcards für Tokio in meiner Wettkampfklasse. Die Entscheidung fällt noch in diesem Monat«, so der Spieler der TSF Heuchelheim.

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