Vorfreude auf das Freitag-Heimspiel gegen Tübingen bei den 46ers-Bundesliga-Basketballern Benjamin Lischka (r.), Yorman Polas Bartolo (M.) und dem verletzten Maurice Pluskota (l.). (Foto: Friedrich)
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Vorfreude auf das Freitag-Heimspiel gegen Tübingen bei den 46ers-Bundesliga-Basketballern Benjamin Lischka (r.), Yorman Polas Bartolo (M.) und dem verletzten Maurice Pluskota (l.). (Foto: Friedrich)

So wollen die 46ers gegen Tübingen bestehen

(gae) Endspurt in der Basketball-Bundesliga. Für die Gießen 46ers geht es noch um Platz acht, der die Playoff-Teilnahme bedeuten würde. Worauf kommt es für die Jungs von Denis Wucherer gegen Tübingen an?

Zwar hat der Rangneunte mit der letztwöchigen Niederlage in Ulm einen Dämpfer erhalten, doch ganz aus dem Playoff-Rennen ist er nicht – auch wenn es in den letzten vier Partien schwer werden wird, zwei Siege mehr herauszuholen als der Konkurrent Baskets Würzburg. Morgen um 20.30 Uhr steht aber nun erst einmal die Heimbegegnung in der Osthalle gegen die um den Klassenerhalt kämpfenden Tigers Tübingen auf dem Programm, ehe die 46ers zwei Tage später in Ludwigsburg ranmüssen. (Sprungball am Sonntag um 17 Uhr).

Status quo: Im Kampf um den achten Platz müssen die Gießener nach der letztwöchigen Pleite in Ulm auf einen Ausrutscher der Würzburger hoffen, die mit dem gewonnenen direkten Vergleich in der Hand sozusagen vier Punkte Vorsprung gegenüber den 46ers besitzen, ehe die letzten beiden Doppelspieltage am Wochenende und eine Woche später dann mit den vorliegenden Resultaten definitiv Auskunft darüber geben werden, wer letztlich den letzten Playoff-Platz einnehmen wird. Der Fokus der 46ers liegt aber erst einmal auf den morgigen Gegner aus Tübingen.

Taktik: Cameron Wells, Karsten Tadda und Yorman Polas Bartolo haben am Freitag ab 20.30 Uhr einen Sonderauftrag: Die Verteidigungsspezialisten müssen den Ober-Tiger Jared Jordan aus dem Spiel nehmen. Der Spielmacher ist Dreh- und Angelpunkt der Tübinger, die mit viel individuellen Talent und Athletik ausgestattet sind. "Er schafft es, die Jungs zu organisieren", weist Gießens Coach Denis Wucherer auf die enorme Bedeutung des 31-jährigen Amerikaners hin, der einen hohen Basketball-IQ besitzt. Jordan sollen die drei genannten Hetzhunde mürbe und müde machen. Aber nicht nur im Angriff, sondern auch in der Defensive soll der Kopf der Tigers viele Wege gehen müssen, damit er an beiden Enden des Spielfeldes wertvolle Energie lässt.

Der Gegner: Die Tigers kämpfen in der BBL ums Überleben.

Die Ausbeute ist mager: In 31 Spielen holten sich die Tübinger acht Siege und belegen Rang 14 – mit gerade mal zwei Pünktchen Vorsprung auf den Abstiegsplatz 17, den nehmen die drei punktgleichen Teams Mitteldeutscher BC, Eisbären Bremerhaven und BG Göttingen ein (haben alle aber ein Spiel weniger absolviert).

Trainerwechsel: Der eigentlich fest zum Tigers-Inventar gehörende Trainer Igor Perovic trat Ende des letzten Jahres nach dem 96:109 gegen Bonn überraschend zurück. Immerhin war er sieben Jahre lang der Dompteur der Raubkatzen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Tübinger nach 14 Spielen vier Siege eingefahren. Die kann Tyron McCoy, der das Amt von Perovic übernahm und der bestens in der mittelhessischen Region als Spieler der 46ers und Lich bekannt ist, nun ebenfalls nach weiteren 17 Begegnungen vorweisen.

Letztes Spiel und Kader: Das Selbstbewusstsein der Tigers dürfte nach dem Heimkrimi vom vergangenen Wochenende mehr als angeknackst sein. Zeitweise führte die McCoy-Truppe mit fast 20 Punkten – gab diese Führung aber wieder ab und verlor gegen die ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfenden Hagner mit 87:89. Shooting- guard William Buford hatte Sekunden vor dem Ende die Möglichkeit, mit einem erfolgreichen Dreier doch noch den so wichtigen Heimsieg zu erzwingen. Der Ball tanzte aber nur auf der Ringkante. McCoy wird am Freitag wieder die Qual der Wahl haben, wer von den sieben Ausländern, die er in seinem Kader hat, pausieren muss. Bester Schütze ist Buford (13,9 im Schnitt), fast genauso gut trifft sein Landsmann Garlon Green, der zudem auch der Slam-Dunk-König der Tigers ist. Shootingguard Vladimir Mihailovic zählt ebenfalls zu den Leistungsträgern. Und unter den Körben treiben die beiden Deutschen Bogdan Radosavljevic und mit Mahir Agva ihr Unwesen.

Der Schlüsselspieler: 1,88 m groß, 87 kg schwer, 31 Jahre alt – aber mit ganz viel Basketball-Intelligenz ausgestattet. Jared Jordan ist ein Leader. Der Amerikaner führt das Team auf der Eins. Der Spielmacher bedient seine Mitspieler pro Partie rund sechsmal mit ausgezeichneten Vorlagen. Zudem erzielt er im Schnitt knapp sieben Punkte. Er ist der Taktgeber. Läuft es bei ihm gut, läuft es auch im Team. Das Tübinger Problem ist, nimmt man ihn aus dem Spiel, fehlt der Mannschaft der Kopf.

Zahlenvergleich: Gießen: Rang 9/30 Punkte / Tübingen: Rang 14/16. - Punkte im Schnitt: 77,3/78,8. - Trefferquote aus dem Feld: 46,5/46,5. - Dreierquote: 37,0/34,7. - Freiwurfquote: 71,1/76,7. - Rebounds im Schnitt: 32,6/32,6. - Assists im Schnitt: 19,8/19,2. - Größe: 1,98 m / 1,95 m. - Gewicht: 94,1/91,2. - Alter: 25,4/22,7.

Restprogramm (Kampf um Platz acht): Würzburg: Rang acht (32 Punkte): gegen Bonn, in Bayreuth, gegen München, in Göttingen / Gießen: Rang neun (30 Punkte, direkten Vergleich gegenüber Würzburg verloren): gegen Tübingen, in Ludwigsburg, gegen Göttingen, in München.

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