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Der Lindener Florian Wolf holt mit dem Leutheuser-Racing-Team den 34. Rang im Gesamtklassement des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring.

Nürburgring

Wolf und Co. im Blindflug an die Box

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Florian Wolf aus Linden und sein Team kommen beim legendären 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring auf Platz drei ihrer Klasse. 240 000 Fans verfolgen den Langstrecken-Klassiker vor Ort.

(awp). Es ist für viele das Motorsport-Event des Jahres und zieht Amateure, Profis und vor allem zehntausende Zuschauer in seinen Bann. Das ADAC-24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Die 47. Auflage war wieder eines der größten Rennen der Welt. Nirgendwo sonst gehen mehr Fahrzeuge auf die Strecke, nirgends ist die Rennstrecke länger, nur wenige Veranstaltungen weltweit ziehen solche Zuschauermengen an. Der Herausforderung des Langstreckenklassikers stellten sich heuer etwa 160 Teams, darunter auch Fahrer aus der heimischen Region.

Florian Wolf aus Linden fährt das ganze Jahr über Langstreckenrennen am Ring und kennt das 23 Kilometer lange Asphaltband in der Eifel mittlerweile sehr gut. Wie bei den anderen Rennen startete Wolf für das Team von Leutheuser-Racing im BMW M4 GT4. Gemeinsam mit Arne Hoffmeister und Manuel Amweg, zusätzlich verstärkt durch den Routinier Rudi Adams, nahm das Team das Abenteuer in Angriff.

Ein Großteil der ca. 240 000 Fans waren traditionell schon Tage vor dem Rennen am Ring und machten das Grün rund um die Strecke zum großen Campingplatz und zur Feiermeile. In diesem Jahr spielte auch das Wetter mit, und so konnten alle Beteiligten bei trockenen Verhältnissen das Rennen verfolgen.

Den Auftakt für die Aktiven bildete das Zeittraining am Freitag. Das Leutheuser-Team tat sich im Training etwas schwer, die passende Abstimmung zu finden und entschied sich schlussendlich für das gleiche Setup wie bei den VLN-Rennen. Trotz der nicht zu 100-prozentig perfekten Fahrwerkeinstellung sicherte man sich den 60. Gesamtstartplatz und holte Startplatz vier in der Klasse heraus.

Hoffmeister ging am Samstagmittag als Startfahrer in die ersten, immer turbulenten Runden. Mit konstanten Zeiten konnte sich das Quartett behaupten, auch die ersten Umläufe bei Dunkelheit wurden ohne Probleme bewältigt. Kurz nach Mitternacht übernahm Wolf mit seinen Kollegen den dritten Platz in der Klasse. Der Vorsprung auf den Vierten konnte stetig vergrößert werden. Auf Rang eins und zwei waren schnellere Fahrzeuge mit Top-Fahrern unterwegs, deshalb wurde das Ziel ausgegeben, Rang drei zu halten.

Nach 20 Stunden wurde es dann aber noch mal turbulent. Auf der langen Geraden des Streckenabschnittes "Döttinger Höhe" öffnete sich plötzlich die Motorhaube des BMW. Im Blindflug musste der Fahrer nun versuchen in die Box zu kommen, auch starkes Bremsen ließ die Haube nicht wieder zufallen. Bis zur Einfahrt Boxengasse ging alles gut, dann schlug das Auto in die Leitplanke ein und verkeilte sich noch so stark, dass der Renner nur mit Hilfe der Streckenposten befreit werden konnte. Nach einem Check ging es mit neuer Haube zurück ins Rennen. Um 15.30 Uhr konnten Wolf und seine Kollegen aufatmen. Der BMW rollte als Dritter der Klasse ins Ziel. Im Gesamteinlauf wurde das Team auf einem guten 34. Platz geführt.

Hungener Klemund debütiert

Der Gießener Sebastian von Gartzen griff zum zweiten Mal beim 24-Stunden-Rennen ins Lenkrad. Der sonst im Rallyesport aktive Student nahm in einem Porsche 911 GT3 Cup in der schnellen Klasse SP 7 teil. Im Quartett mit Moritz Kranz, Marcel Hoppe und Mark J. ging das Team von Mühlner Motorsport auf die Hatz durch die "grüne Hölle", wie der Nürburgring bei Motorsportfans auch bekannt ist. Nach 15 schnellen Runden im Qualifying sprang der 34. Startplatz heraus. Das Rennen verlief für den jungen Gießener, der im letzten Jahr noch gemeinsam mit seinem Vater das Rennen bestritten hatte, hervorragend. Vom Start bis ins Ziel gab das Team die Führung in der Klasse nicht mehr ab und fuhr nach 148 Runden auf dem 15. Gesamtrang über die Ziellinie. Von Gartzen zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis und war auch voll des Lobes für sein Team.

Der jüngste Teilnehmer des gesamten Feldes kam ebenfalls aus dem Landkreis Gießen. Der erst 18-jährige Simon Klemund aus Hungen fährt in diesem Jahr seine erste VLN-Saison, und erst sehr kurzfristig wurde sein Einsatz beim 24-Stunden-Rennen sicher. Auch er wechselte sich mit drei weiteren Fahrern am Steuer des BMW 240i ab. Und der Youngster lieferte eine tolle Vorstellung ab. Als Schnellster des Trainings fuhr er auch den Start und kam sowohl bei Tag als auch in der Dunkelheit gut zurecht. Eine tolle Erfahrung für den Rookie aus Mittelhessen, der sich am Ende über Platz 60 freuen konnte.

Das Rennen wurde in diesem Jahr trotz des guten Wetters von vielen Unfällen geprägt, die glücklicherweise ohne schwerwiegende Personenschäden verliefen. Den Gesamtsieg holte sich der Audi R8 von Phoenix Racing vor dem Manthey Porsche und dem Mercedes von Black Falcon.

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