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Hoch und rein! Kleenheims Jörg Heimbach (am Ball) setzt sich gegen Pohlheims Abwehr um (v. l.) Maximilian Rühl, Johannes Träger und Andreas Lex durch. Die SG feiert einen eindrucksvollen 26:15-Sieg. (Foto: hf)

Wohlrab sprachlos, Jezewski schweigt

(vk) Offenbar hat der Gewinn der Handball-Europameisterschaft der Deutschen Nationalmannschaft im Derby der Oberliga Hessen der Männer die SG Kleenheim enorm beflügelt. Die Kleenheimer fertigten den alten Rivalen HSG Pohlheim vor über 400 Zuschauern mit sage und schreibe 26:15 (12:7) ab und boten eine Gala-Vorstellung.

Vom Start weg zeigten die Kleenheimer den stärkeren Willen und nach knapp neun Minuten gelang dem jungen Philipp Reitz von Linksaußen das 6:0 für die Hausherren, bei denen sich von Minute zu Minute Torhüter Jens Elsner steigerte. Vom Kleenheimer Riesenstart sollte die Mannschaft das gesamte Spiel über profitieren. Dagegen funktionierte bei den Gästen rein gar nichts – Pohlheim hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und zeigte nur phasenweise sein eigentliches Gesicht.

Mischa Schneider gelang das 1:6 nach fast zehn Minuten und damit der erste Pohlheimer Treffer. Die Gäste kamen dann vorübergehend besser ins Spiel und beim 4:7 (14.) verkürzte Patrick Heil von der Siebenmeterlinie. Nach einem Doppelschlag des ungemein schnellen Florian Eisenhardt erhöhte Kleenheim auf 10:5 (21.) Mit einer Fünf-Tore-Führung der Hausherren (12:7) wurden auch die Seiten gewechselt, wobei Pohlheims Torhüter Jan Wüst mit dem Pausenpfiff einen Siebenmeter von Tim Spengler parierte.

Nach Wiederbeginn das gleiche Bild: Die aggressiv deckenden und hoch motivierten Kleenheimer kauften dem Gast mehr und mehr den Schneid ab, wobei Pohlheim von allen möglichen Positionen immer wieder am überragenden Kleenheimer Torhüter Elsner scheiterte. Dem Gast gelang immer weniger. Christian Keil sorgte beim 20:10 (45.) für die erste Kleenheimer Zehn-Tore-Führung. In einem recht hart und emotional geführten Derby wurden die Gäste dann mehr und mehr an die Wand gespielt. Vor allem merkte man auch das Fehlen von Andreas Lex und Max Rühl, die sich vor der Pause schon verletzten, und nicht mehr eingesetzt werden konnten.

Bei Kleenheim fielen während der Begegnung Jörg Heimbach und Björn Hofmann mit Verletzungen aus und blieben auf der Bank. In der Schlussphase war es ein regelrechtes Schaulaufen der Kleenheimer, denn die Pohlheimer konnten einfach nicht dagegen halten, sodass immer wieder Kleenheimer Treffer fielen.

"Das war das beste Spiel der Mannschaft seit ich Trainer bin", war Kleenheims Coach Johannes Wohlrab beeindruckt, schränkte aber ein, dass der 23:20-Sieg im DHB-Pokal in Pforzheim ähnlich gut war. "Wir sind durch die Bank durch als richtiges Team aufgetreten, das war schon sensationell, was die Mannschaft abgeliefert hat", lobte Wohlrab, der keinen Spieler herausheben wollte, "auch wenn die Abwehr mit der Torhüterleistung überragend gespielt hat".

Pohlheims Trainer Tomasz Jezewski war offenbar derart enttäuscht, dass er auch dem abschließenden Pressegespräch fernblieb. Mit vier Punkten Rückstand auf Hanau und Bruchköbel (je 27:5 Punkte) ist Pohlheim hinter der HSG Wetzlar U 23 auf Rang vier zurück gefallen (je 23:9).

SG Kleenheim: Elsner, Eckhard (n.e.); Spengler (7/5), Keil (4), Reitz (1), Heimbach, Köhler, Friedrich, Eisenhardt (7), Woiwod (2), Hofmann, Reusch (1/1), Kollmann (2), Wiener (2).

HSG Pohlheim: Wüst, Schlegel (bei zwei Siebenmetern, 31.-45.Min.); Heil (5/2), Anhäuser, Nikolas Happel (1/1), Weisel (1), Mischa Schneider (1), Rühl, Erdmann (1), Christian Schäfer (3), Lex, Ohrisch,Träger (2), Grundmann (1).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Binzer/Enge (Groß-Gerau / Dornheim). – Zuschauer: 410. – Zeitstrafen: 20:12 Minuten. – Siebenmeter: 8/6:7/3.

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