Fernwalds Angreifer Rafael Szymanski sieht gegen den Waldgirmeser Karl Cost im Mittelhessen-Derby kein Land. FOTO: FROESE
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Fernwalds Angreifer Rafael Szymanski sieht gegen den Waldgirmeser Karl Cost im Mittelhessen-Derby kein Land. FOTO: FROESE

Der FSV wird vorgeführt

  • vonPeter Froese
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(fro). Im Mittelhessen-Derby der Fußball-Hessenliga musste der FSV Fernwald am Samstag eine bittere 1:5-Klatsche gegen den SC Waldgirmes quittieren. Die Gäste erteilten dem Tabellenschlusslicht eine Lehrstunde in Sachen Zweikampf- und Abschlussstärke. Während die Elf von SC-Trainer Mario Schappert wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sammeln konnte, haben FSV-Trainer Benjamin Lock und seine Elf die wohl letzte Chance auf den Klassenverbleib vertan.

"Wir haben in den ersten 20 Minuten alles vermissen lassen, was uns zuletzt ausgezeichnet hat. Vier Gegentore in einer Halbzeit sind eine harte Kost und die Folge vieler Defensivfehler. Dies war das schlechteste Spiel, seit ich für den FSV als Trainer tätig bin", sagte der enttäuschte Lock.

Zum Re-Start hatte das Last-Minute-Tor von Kevin Bartheld für den erhofften "Dreier" in Walldorf gesorgt. Die Gäste reisten nach der 0:2-Auftaktniederlage gegen den SC Hessen Dreieich stark ersatzgeschwächt nach Fernwald an. Benjamin Lock setzte erneut auf Louis Goncalves in der Innenverteidigung und beorderte den für Malte Simon in die Startelf gekommenen Julian Bender auf die Außenposition der Viererkette. Der SC lief die Hausherren hoch an und wurde mit dem frühen 1:0 belohnt. Zwar scheiterte Robin Fürbeth zunächst an Stephen Jäckel, doch Natnael Tega ließ dem FSV-Keeper beim Nachschuss keine Chance (5.). Nach einem Steilpass von Volkan Öztürk hob Barbaros Koyuncu das Leder über Jäckel hinweg zum 2:0 ins Netz (10.). Als Lukas Burger Natnael Tega auf der Grundlinie ohne Not zu Fall brachte, verwandelte Volkan Öztürk den fälligen Strafstoß zum 3:0. Gespielt war da gerade einmal eine Viertelstunde - und das Spiel war entschieden. Lock reagierte und beorderte Julian Bender in die Abwehrzentrale, während Lukas Burger fortan auf der Außenbahn spielte. Nach einem Freistoß von Kevin Bartheld vergab Louis Goncalves per Kopfball die Chance zum Anschlusstreffer (18.). Ansonsten waren Felix Erben, der für den erkrankten Nicolas Strack ins Team rutschte, und Rafael Szymanski bei der SC-Innenverteidigung mit Karl Cost und Henry Erler in guten Händen. Der FSV wirkte rat- und planlos.

"Was für ein Chaos in der FSV-Abwehr. Der SC spielt mit drei Mann sechs Verteidiger aus", war die treffende Analyse eines Zuschauers, als es wieder einmal lichterloh im FSV-Strafraum brannte. Kurz darauf führte eine ungeschickte Abwehraktion von Louis Goncalves gegen Max Schneider zum zweiten Strafstoß gegen den FSV an diesem Tage. Erneut traf Volkan Öztürk vom Kreidepunkt und stellte das Ergebnis auf 4:0 (35.). Dem blutleeren Auftritt der Hausherren konnte ein Pfostenschuss von Antonyos Celik kein Leben einhauchen (38.). Bei einem Konter verpasste Max Schneider das 5:0 (39.). Kurz vor der Pause traf Julian Bender nach einem Bartheld-Eckstoß aus spitzem Winkel zum 1:4 (43.).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schöpfte Benjamin Lock sein Wechselkontingent aus und brachte mit Dominik Völk, Ufuk Ersentürk und Max-Peter Mohr drei neue Akteure. Ein Distanzschuss von Ersentürk sorgte allerdings nicht für das erhoffte Zeichen zur Aufholjagd (49.). Während die Gäste ihren Vorsprung verwalteten, hatte der FSV keine zündenden Ideen, um dem Spiel nochmals eine Wende geben zu können. Robin Fürbeth, der nach Tega-Pass FSV-Keeper Stephen Jäckel zu einer Glanzparade zwang, hatte vielmehr das 5:1 auf dem Fuß (72.). Dieses erzielte Natnael Tega, als er eine Flanke des überragenden Barbaros Koyuncu per Kopf in die Maschen setzte (77.). Ein abgefälschter Freistoß von Kevin Bartheld, der eine sichere Beute von SC-Torwart Fabian Grutza wurde, war Sinnbild für die enttäuschende FSV-Vorstellung an diesem Tage (86.).

"Das war ein wildes Spiel. Wir haben, ohne den FSV an die Wand zu spielen, plötzlich mit 3:0 geführt. Dieser Start hat uns in die Karten gespielt. So ein Derbysieg ist eine tolle Sache", sagte Mario Schappert nach der Begegnung, der dies erstmals als Hessenliga-Cheftrainer für die Lahnauer erleben durfte.

FSV Fernwald: Jäckel; Burger, Bender, Goncalves, Fischer, Friedrich (ab 46. Völk), Mukasa (ab 46. Ersentürk), Bartheld, Celik, Erben (ab 46. Mohr), Szymanski.

SC Waldgirmes: Grutza; Siegel, Cost, Erler, Öztürk, Gashi (ab 72. ter Jung), Fürbeth, Schneider, Koyuncu (ab 84. Alberg), Duran (ab 57. Cinemre), Tega.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Reimund (Zwingenberg). - Zuschauer: 280. - Torfolge: 0:1 (5.) Tega, 0:2 (10.) Koyuncu, 0:3 (14.) Öztürk (Foulelfmeter), 0:4 (35.) Öztürk (Foulelfmeter), 1:4 (43.) Bender, 1:5 (77.) Tega. - Gelb: Friedrich, Mukasa - Grutza, Cost, Schneider, Gashi, Cinemre.

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