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So mancher Zuschauer hatte sich in Winnerod eingefunden, um zu verfolgen, wie sich Max Steinmüller (r.) und Co. beim Regionalliga-Heimspieltag in der Deutschen Golfliga aus der Affäre ziehen würden. Am Ende wurde es der zweite Platz der Tageswertung.

Golf

Winnerod verpasst den Heimsieg um einen Schlag

  • VonRichard Albrecht
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Bei seiner Regionalliga-Heimpremiere hat das Golf-Herrenteam des GC Winnerod den ganz großen Wurf nur knapp verpasst und musste sich Tabellenführer Rheintal beugen.

(ria). Bei seiner Regionalliga- Heimpremiere hat das Golf-Herrenteam des GC Winnerod den ganz großen Wurf nur knapp verpasst und musste sich nach Stechen hinter dem Tabellenführer Rheintal mit dem zweiten Platz der Tageswertung begnügen. Das genügte aber, um sich in der Tabelle vor das nun punktgleiche Team aus Zimmern auf Rang drei vorzuschieben und damit erstmals einen Nichtabstiegsrang zu belegen.

Es hatte irgendwie nicht sein sollen, ein Drehbuch hätte es nicht spannender inszenieren können. Im letzten Flight des Tages standen im Vierer Daniel Tack und Niklas Weil auf dem 18. Grün. Tack hatte mit einem guten Schlag ins Grün Weil eine Birdiechance beschert, und dieser wusste: fällt dieser Putt, haben wir gewonnen, fällt er nicht, sind wir Zweiter. Als die Winneröder Fans schon jubeln wollten, lippte der Putt mit einer Dreiviertelumdrehung aus und hinterließ nach einer guten Teamleistung einen bitteren Nachgeschmack.

Nach dem Regenwetter der letzten Zeit bot der Sonntag bei strahlendem Sonnenschein bestes Golferwetter, der Platz hatte noch einige tiefe nasse Stellen, das Rough war gestutzt, aber trotzdem tückisch und gab so manchen Ball nicht wieder frei. Von den fünf Teams aus der Regionalliga Mitte (Gruppe eins) waren vier angereist. Bonn hatte seine Meldung nicht rechtzeitig verschicken können, da das Clubbüro unter Wasser stand, eine Nachmeldung wurde vom DGV nicht akzeptiert, was bei den Angereisten auf Unverständnis stieß.

Frühmorgens wurde mit den Einzeln im Zählspiel gestartet, jede Mannschaft schickte acht Akteure ans Tee. Bei Winnerod kristallisierte sich schnell heraus, dass der zuerst Gestartete der Streicher werden würde. »Dadurch waren die anderen die ganze Zeit unter Druck, jedes Bogey schmerzt dann doppelt«, umschrieb Kapitän Tack das Geschehen am Vormittag. Die anderen sieben hielten dem Druck stand und lieferten sich mit dem Favoriten aus Mainz, der den besten Einzelspieler stellte (drei unter Par), ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nico Kumst und Jan Opderbeck kamen mit einer 79 (sieben über Par) ins Clubhaus, Niklas Weil notierte eine 77. Tim Steinmüller vermasselte sich einen starken Score, als er mit eins über an der 18 abschlug, dann zweimal die Annäherung »wässerte« und so ebenfalls eine 77 auf der Scorekarte hatte. Bei Jonas Wack wurde es eine zwei über, Daniel Tack und Max Steinmüller schlossen ihre Runden even Par ab. Damit lag man vor den abschließenden Vierern einen Schlag hinter Mainz, mit acht Schlägen Vorsprung auf Rheintal. Mit weiteren zehn Schlägen dahinter lag der GC Zimmern schon etwas abgeschlagen.

»Wir hatten auf ein oder zwei Scores unter Par gehofft, das hätte uns sehr gut getan«, kommentierte Tack den Zwischenstand. Auch bei den Vierern ging bei Winnerod der Streicher vorneweg. Spieler und Zuschauer verfolgten gebannt mit ihren Handys via Livescoring, wie die Führung zwischen Mainz und Winnerod immer wieder wechselte. Während Zimmern weiter zurückfiel, verkürzte Rheintal sukzessive seinen Rückstand. Kurz vor dem Ende fiel Winnerod sogar auf Rang drei zurück, schob sich dann aber wieder vor Mainz, während Rheintal mit einer bärenstarken zweiten Session, die drei Vierer spielten insgesamt nur sechs über Par, die Führung übernahm. Jan Opderbeck/Jonathan Stiebling kamen nach einem Bogey-Bogey-Finish mit vier über ins Clubhaus, Jonas Wack/Max Steinmüller notierten eine sechs über und dann kam es zu dem oben beschriebenen Finish.

»Es ist schon bitter, wenn es am Ende durch einen ausgelippten Putt entschieden wird«, konnte Tack seine Enttäuschung nicht verbergen, auch wenn es sicherlich müßig ist, nach insgesamt 760 Schlägen bei irgendeinem Einzelnen die Ursache finden zu wollen. Auch bei Tack überwog der positive Eindruck, den sein Team vor einer guten Kulisse an Zuschauern hinterlassen hatte: »Es ist immer toll, wenn man das Gefühl hat, dass da Leute sind, die einem beim Spielen zuschauen wollen«, lobte er die Unterstützung von außen. »Der Zusammenhalt im Team ist riesig, am Donnerstag haben wir bei Regen noch trainiert, am Samstag kamen einige früh vor der Proberunde, um den Greenkeepern beim Präparieren der Bunker zu helfen«. Tack richtete auch den Blick bereits nach vorne: »Am 1. August wollen wir in Bonn noch einmal angreifen und auf alle Fälle vor Zimmern landen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Liga halten werden.«

Regionalliga, 3. Spieltag (Punkte/Schläge über Par): 1. (nach Stechen) GC Rheintal 5/40; 2. GC Winnerod 4/40; 3. Mainzer GC 3/42; 4. Zimmerner GC 2/63.

Tabelle (Punkte/Schläge über Par): 1. GC Rheintal 13/192; 2. Mainzer GC 11/195; 3. GC Winnerod 9/217; 4. Zimmerner GC 9/244; 5. IGC Bonn 2/232.

»Ausgelippt« Niklas Weil und Daniel Tack (li.) können es nicht fassen - der Putt will nicht fallen.

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