Gießen 46ers

Wildcard für die Gießen 46ers - Baustellen warten

  • VonSebastian Kilsbach
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Die Gießen 46ers bleiben der Basketball-Bundesliga erhalten. Im Wildcard-Verfahren setzte sich der Traditionsklub gegen Rasta Vechta durch. Die Planungen für die neue Spielzeit laufen nun.

Erleichterung bei den Gießen 46ers: Mit 10:5 entschieden die Mittelhessen am Freitag das Wildcard-Verfahren der Basketball-Bundesliga für sich. Die Gesellschafterversammlung schloss sich am Freitag dem Votum der Bundesliga-Vereine an und erteilte Gießen den Zuschlag. »Es ist ein richtungsweisender Schritt, der allen guttut«, macht Sebastian Schmidt keinen Hehl aus den Steinen, die den Verantwortlichen von den Herzen gefallen sind. Seit Anfang der Woche ist der designierte Geschäftsführer des Vereins im Office tätig. »Wir müssen da jetzt demütig drangehen. Es ist eine Riesenchance, die wir bekommen«, auf deren Grundlage eine solide Zukunftsplanung erfolgen soll, sagt Schmidt.

Entscheidend für die recht deutliche Stimmungslage pro Gießen war das sportliche Abschneiden in der Saison. Als 17. der Hauptrunde sah die Mehrheit der Klubs, die über die Wildcard-Vergabe entschieden, das Zugriffsrecht eher bei Gießen als beim Schlusslicht aus Vechta. Ein weiterer Faktor soll die Breite Sponsoren- und Gesellschafterbasis sein, aus deren Reigen die nötigen 700 000 Euro, die in zwei Raten fällig ist, schnell generiert werden konnten.

Die zügige Entscheidung war sowohl Gießen als auch Vechta wichtig, wie Schmidt betont: »Es ist ein gravierender Unterschied, ob man den Kader für die BBL oder für die ProA plant«, weshalb beide Vereine auf ein rasches Verfahren gedrängt hatten.

Mit der Planungssicherheit geht nun die Arbeit an diversen Baustellen los. Die größte davon sei - logisch - der Kader, wie Schmidt ausführt. Im Vergleich zum Vorjahr soll die Kaderplanung dieses Mal schneller in die Wege geleitet werden. Auch wegen der unklaren Corona-Situation hatten die 46ers im vergangenen Sommer in diesem Bereich nicht gerade einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Daraus resultierte die noch von Ex-Trainer Ingo Freyer und Ex-Sportdirektor Michael Koch zusammengestellte Formation, die Rätsel aufgab.

An Einzelspielern und Potenzial hatten die 46ers in der Vergangenheit schon deutlich schlechtere Teams. Zusammenpassen wollte der Kader aber nur unzureichend. Auch deshalb kam der von Rolf Scholz eingeleitete Turnaround zu spät.

Damit wäre die zweite große Baustelle angesprochen: der Trainerposten. Scholz wollte sich auch am Freitag nicht dazu äußern, ob er eine weitere BBL-Saison an der Seitenauslinie stehen wird. Schmidt steht bereits seit Anfang Mai mit allen Verantwortlichen im Austausch, inklusive dem Coach, und kündigte eine »zeitnahe Entscheidung« an.

In dieser spielt nun auch das Farmteam der Rackelos wieder eine sicherere Rolle. Zwar hatte der Verein die Absicht bekräftigt, auch in der ProA am Drittligisten festzuhalten. Mit der BBL-Wildcard dürften an dieser Front aber alle Zweifel ausgeräumt sein. Eine Rückkehr von Scholz zu den Rackelos wäre vor diesem Hintergrund eine weitere mögliche Option. »Ich sehe mich weiterhin im Basketball«, hatte der hauptberufliche Polizeikommissar im Basketball-Magazin BIG durchblicken lassen.

Für die Gießen 46ers ist es bereits die dritte Wildcard der Vereinsgeschichte. Auf den nachträglichen Ligaverbleib 2009 folgte eine Saison im stabilen Mittelfeld. Nach der zweiten Wildcard 2012 trudelte der Klub in eine Beinah-Insolvenz und stieg ab. Um Ähnliches zu verhindern, sollen jetzt alle Kräfte gebündelt werden. FOTO: IMAGO

Auch in der neuen Spielzeit wird in der Sporthalle Gießen-Ost Bundesliga-Basketball geboten.

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