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Ein Wikinger beim THW Kiel

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(dpa). Die Wohnung mit Blick auf die Förde ist eingerichtet, ein neues Auto steht vor der Tür und die Behördengänge sind erledigt. Schon wenige Tage nach dem Umzug aus der pulsierenden Metropole Paris fühlt sich Sander Sagosen mit Freundin Hanna im beschaulichen Kiel pudelwohl. "Hier ist es viel ruhiger und grüner, es gibt viel weniger Verkehr, viel weniger Trubel", stellte der Norweger fest. "Ich mag das."

Allerdings nur im Privatleben. Sportlich will der Wikinger mit dem deutschen Rekordmeister gleich in seinem ersten Jahr durchstarten. "Der THW Kiel ist der größte Club der Welt, und er hat derzeit die vielleicht beste Mannschaft der Welt", lobte Sagosen seinen neuen Arbeitgeber.

Am Montag startet er mit dem THW in die Vorbereitung, die wegen der Corona-Krise erst am 1. Oktober beginnt - aber auch mehr Titelchancen als gewöhnlich bietet. "Durch die Pandemie haben wir gleich in meinem ersten Jahr die Möglichkeit, fünf oder sechs Trophäen für den THW Kiel zu gewinnen. Das wird richtig schwer, aber es ist mein Ziel", sagte Sagosen unlängst.

Die erste Chance bietet sich dem 24-Jährigen Ende September in Düsseldorf, wenn es gegen den Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt um den Supercup geht. Zwischen Weihnachten und Silvester wird in Köln das Ende Mai ausgefallene Final-Four-Turnier in der Champions League nachgeholt, Ende Februar 2021 in Hamburg nachträglich der Pokalsieger 2020 ermittelt. Zudem wollen die Kieler im nächsten Jahr in beiden Wettbewerben um die regulären Titel mitspielen.

Dafür will sich der Rückraumschütze, der bei der EM 2020 Torschützenkönig wurde und mit Norwegen Bronze holte, voll ins Zeug legen. "Ich weiß um die großen Erwartungen", sagte Sagosen. "Ich glaube an meine Qualitäten und werde alles geben."

In Kiel hofft Sagosen, der seine Lieblingsrückennummer 5 erhält, auf viele Triumphe und Pokale. "Ich habe gesehen, dass der THW im letzten Jahr das beste Defensiv-Team der Welt war. Hinzu kommen eines der besten Torhütergespanne der Welt, die Qualität im Gegenstoß-Spiel und im Angriff", lobte er seine neue Mannschaft. Auch deshalb kann er den Saisonstart kaum erwarten: "Es war immer mein Traum, in dieser Liga zu spielen. Und dieser erfüllt sich jetzt."

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