Wiesecker Überraschung gegen Marburg

(fjd) Auch nach dem fünften Spieltag der Schach-Landesklasse West bleibt die Weste von Spitzenreiter SV Lahn Limburg (10:0) unbefleckt. Gegen Schlusslicht Dotzheim II siegten die Domstädter mit 6:2 und vergrößerten ihren Punktevorsprung auf jetzt zwei Zähler, da der zuvor 7:1 Punkte aufweisende SK Marburg II bei den Wiesecker Schachfreunden mit 3,5:4,5 unterlag.

Sfr. Wieseck - SK Marburg II 4,5:3,5: Mit diesem keineswegs einkalkulierten Erfolg haben die Wiesecker Schachfreunde nicht nur den Klassenerhalt vorzeitig unter Dach und Fach. Vielmehr eröffnen sich für Feicht und Kollegen angesichts des sehr leichten Restprogramms gute Aussichten auf Rang drei in der Abschlusstabelle. Stellvertretend für den Aufschwung der Gießener Vorstädter sei die beeindruckende Spielführung von Helmut Wiegand am sechsten Brett erwähnt, dessen Widerpart Gunnar Hanig (DWZ 1829) vor der Partie eine hundertprozentige Punktausbeute (4/4) vorweisen konnte. Gegen Hanigs Slawisches Damengambit (1. c4 c6 2. d4 d5) brachte Wiegand ein ambitioniertes Qualitätsopfer für starken Königsangriff und konnte kurz nach der Zeitkontrolle auch folgerichtig das direkte Matt mit Dame und Springer erzwingen. Eine gute Aufstellung gegen das von Marburgs Thomas Thimm gewählte Albins Gegengambit (1. d4 d5 2. c4 e5 3. de5: d4 usw.) war bei Markus Schachl die Basis des Erfolgs. Als dann auch noch Arno Feicht als Nachziehender gegen Gerhard Kuhn ein leicht vorteilhaftes Turmendspiel in einen vollen Zähler verwandelte, war die Überraschung perfekt.

Spannend, aber wohl jederzeit im dynamischen Gleichgewicht blieb die Partie zwischen Lennart Hein und Dr. Matthias Leinweber. Erstgenannter wählte im Dameninder den sogenannten Minoritätsangriff, musste aber im weiteren Verlauf seine Dame gegen Turm und Läufer abtreten. . Eine ruhige Kugel schob Professor Klaus Wüst, der den Angriffsgelüsten von Klaus Montermann im Elefantengambit (1. e4 e5 2. Sf3 d5 usw.) einen Riegel vorschob, indem er den Mehrbauern schnell wieder zurückgab. Das gleiche Verfahren wählte auf der Gegenseite Routinier Heinrich Groß, sodass der im forschen Blackmar-Diemer-Gambit-Stil (1. d4 d5 2. e4 de4: 3. Sc3 Sf6 4. f3 usw.) auftretende Martin Fügert alsbald Damentausch und totale Verflachung des Geschehens akzeptieren musste. Freiwillig auf einen Mehrbauern verzichtet hatte auch Andreas Muth, der somit als Nachziehender aus dem wilden Morra-Gambit (1. e4 c5 2. d4 cd4: 3. c3 Sf6 usw.) einen handzahmen c3-Sizilianer machte.

Von Erfolg gekrönt war die reduzierte Konfliktbereitschaft Muths allerdings nicht, da der angriffsgewaltige Gennadi Nekhamkis mit zwei drei Handgriffen (Se5 nebst f2-f4 und Tf1-f3-h3) eine unparierbare Königsflügelattacke aus dem Ärmel schüttelte. Etwas unglücklich die Niederlage von Dr. Helmut Waldricht.

Brett 1: Feicht - Kuhn 1:0; 2: Schachl - Thimm 1:0; 3: Muth - Nekhamkis 0:1; 4: Prof. Wüst - Montermann remis; 5: Dr. Leinweber - Hein remis; 6: Wiegand - Hanig 1:0; 7: Dr. Waldrich - Hartwig 0:1; 8: Fügert - Groß remis.

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