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Die Heimat der TSG Wieseck: Ins Stadion kommen zu Hoch-Zeiten bis zu 1000 Zuschauer zu Jugendspielen der TSG. (Foto: fro)

Die Wiesecker Quelle für Jugend-Fußballer

(sno) Immer wieder kratzen frühere Spieler der TSG Wieseck am Profigeschäft. Der Ruf, die fußballerische Ausbildung und das Scouting sorgen dafür, dass es große Talente zur TSG zieht. Von dort soll es im Idealfall dann irgendwann in die Nachwuchsleistungszentren gehen.

Es sind die großen Ausbildungsmaschinen der Profivereine, in denen wiederum nur die Besten bestehen. Erst vor dieser Saison hat ein Akteur aus Wieseck den Sprung ins NLZ der Frankfurter Eintracht geschafft – zwei weitere Jugendspieler der TSG stehen vor einem Wechsel zu einem Profiverein. Der Schritt dorthin bedeutet, dass ein gewisses Talent vorhanden ist – vom Ziel Profifußballer sind die Jugendlichen aber auch dann noch ein großes Stück entfernt.

"Nur weil sie dorthin wechseln, heißt das ja noch lange nicht, dass sie es auch in die Bundesliga schaffen", weiß Karl-Heinz Stete, C-Jugendtrainer der TSG in der Hessenliga. Zu häufig wird viel in das fußballerische Potenzial eines Kindes hineininterpretiert. Die "goldene Zukunft" wird gesehen, jeder will auf den Zug aufspringen. Der Kampf um die Talente nimmt immer groteskere Züge an. So entsteht ein Hype, der überhand nimmt und es den Jugendtrainern schwer macht, die Talente auf dem Boden der Tatsachen zu halten.

Die nüchterne Wahrheit ist: Sie können etwas besser Fußball spielen als andere – wirklich erfolgreich werden sie nur, wenn sie an ihrem Talent konsequent arbeiten und bei allem Trubel nie den Spaß am Spiel verlieren. Ein Ex-Wiesecker ist gerade zur Eintracht gewechselt, zwei weitere talentierte TSG-Spieler durchlaufen momentan die Phase, in der um sie gebuhlt wird und sich entscheidet, wohin der Weg führt. Wir stellen sie kurz vor.

"Die Spieler flexibel

ausbilden ist Teil des Konzepts"

David Siebert (Jahrgang 2001, Gießen): Er wechselte im letzten Sommer ins NLZ der Eintracht. "Das war absolut einleuchtend", sagt sein früherer Trainer Karl-Heinz Stete. "Er hat großes Potenzial und bringt grundsätzlich alles mit." Bei der TSG spielte David Siebert noch im offensiven Mittelfeld, bei der Eintracht in der U 15-Regionalliga agiert er nun häufig als Rechtsverteidiger. Dort kommt ihm seine Schnelligkeit zugute. Der Gießener ist zudem technisch beschlagen und torgefährlich. Bei der Eintracht schießt er häufig die Freistöße.

Dennis Alberg (Jahrgang 2000, Dillenburg): Ein wendiger Flügelspieler, der bei den B-Junioren der TSG Wieseck in der Hessenliga zu den Leistungsträgern zählt. Er gilt als sehr spielintelligent, ist häufig an der Entstehung von Toren beteiligt. Das hat sich herumgesprochen. Ihm liegen Anfragen von mehreren Profivereinen vor, sein Abgang im Sommer ist wahrscheinlich.

Sebastian Müller (Jahrgang 2001, Schwalmstadt): Auch er ist Außenbahnspieler, besitzt eine gute Technik und einen ausgeprägten Willen. Ein Spieler, der die Zweikämpfe sucht und auf dem Platz giftig ist. Der beidfüßige Akteur wurde zur U 15-Nationalmannschaft eingeladen und zählt bei den C-Junioren der TSG in der Hessenliga zu den Besten. "Er hat sich super entwickelt", lobt sein Coach. Um Müller werben viele Bundesligisten. Der Trubel wirkt sich zuweilen auf seine Leistungen aus. Vor dem Rückrundenstart am 5. März soll eine Entscheidung über seine Zukunft fallen.

Sowohl Sebastian Müller als auch David Siebert gelten als flexible Spieler. "Sie kommen beide von der Außenbahn, man kann sie aber auf verschiedenen Positionen einsetzen", sagt Karl-Heinz Stete. Das sei auch Teil des Konzepts der TSG: "Wir bilden unsere Spieler nicht nur auf einer Position aus. Wenn ein Platz besetzt ist, können sie so trotzdem in die Mannschaft rücken."

Dass frühere Spieler der TSG Wieseck den Sprung auf den Bundesligarasen schaffen können, haben Beispiele wie Daniel Davari (Eintracht Braunschweig), Luca Waldschmidt oder Nico Rinderknecht (beide Eintracht Frankfurt) gezeigt. Der Cleeberger John-Patrick Strauß, einst in Wieseck aktiv, klopft bei Zweitligist RB Leipzig an die Tür zum Profikader. Die TSG bietet nicht nur eine Plattform für ambitionierten Jugendfußball, sie bereitet ihre Besten auch für den Sprung in die Nachwuchsleistungszentren vor. Dort angelangt, müssen weitere Schritte folgen, bis der Traum wahr wird.

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