Für TSG Wieseck zählt Liga-Verbleib

(fro) Die TSG Wieseck geht mit Achim Mohr als neuem Trainer in ihre zweite Verbandsligasaison. Der 53-Jährige betritt nach seiner langjährigen Tätigkeit bei der SG Birk-lar gleich in doppelter Hinsicht Neuland.

(fro) Die TSG Wieseck geht mit Achim Mohr als neuem Trainer in ihre zweite Verbandsligasaison. Der 53-Jährige betritt nach seiner langjährigen Tätigkeit bei der SG Birk-lar gleich in doppelter Hinsicht Neuland. "In der Verbandsliga muss ich mich erst hinsichtlich der Strukturen und der Spielstärke der einzelnen Vereine einarbeiten. Auch wenn es immer nur Momentaufnahmen sind, fühle ich mich sicherer, wenn ich einen Gegner selbst beobachtet habe. Aber auch der Austausch mit den anderen Trainern wird für mich zunächst ein wichtiges Kriterium der Spielvorbereitung sein. Auch das neue Umfeld erforderte bei mir zunächst einen Lernprozess. Während man den Platz in Birklar uneingeschränkt nutzen konnte, ist in Wieseck eine genaue Absprache mit den vielfältigen Mannschaften im Aktiven- und Juniorenbereich notwendig", beschreibt Mohr die Unterschiede.

"Wir hatten eine durchwachsene Vorbereitung. Die Jungs haben sehr gut mitgezogen und waren hinsichtlich der Trainingspünktlichkeit sehr vorbildlich. Ein Schwerpunkt der Vorbereitung lag in den Testspielen. Diese dienten zum gegenseitigen Kennenlernen. Auch die körperliche Fitness war ein wesentlicher Trainingsbestandteil. "Fußball ist ein Laufspiel. In der Verbandsliga ist das Spiel wesentlich schneller als in der Gruppenliga. Die Spieler müssen daher ein hohes Maß an Laufbereitschaft mitbringen. Dennoch war bei uns im Training immer der Ball dabei. Lange Ausdauerläufe sind out", stellt Mohr klar.

Als Zielsetzung für die Saison 2010/2011 hat die TSG den Klassenerhalt definiert. Dies scheint für Außenstehende nach dem dritten Platz in der vergangenen Saison etwas tiefgestapelt, wird aber von Achim Mohr erklärt. "Nach der Winterpause hatte die TSG einen Lauf, bei dem nahezu alles perfekt lief. Dass dies auch in der neuen Saison so läuft, kann man nicht einfach so unterstellen. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg hat man es deutlich schwerer, da die Euphorie weg ist und die Gegner einen mit ganz anderen Augen sehen. Daher müssen wir uns ein realistisches Ziel geben. Wir haben mit Maykel Samun und Erdinc Solak zwei Stürmer an die Ligakonkurrenz im Waldstadion verloren und müssen dies erst einmal verkraften", sagt der TSG-Trainer.

Doch egal, wo man am Ende landet, einen Platz vor dem VfB 1900 Gießen sollte es aus Sicht der Wiesecker schon sein. "Das wir am Ende vor der Elf von Trainer Stefan Hassler gelandet sind, war in der vergangenen Saison der größte TSG-Erfolg. Der Platzhirschgedanke ist in beiden Lagern sehr stark verankert. Da werden auch mal schnell ein paar Liter ausgesetzt, wenn man einen solchen Prestigeerfolg erringt."

Mit der seit Jahren funktionierenden Jugendabteilung verfügt die TSG Wieseck über gewachsene Strukturen, aus denen auch in diesem Jahr zahlreiche Juniorenspieler in den Aktivenbereich überwechseln konnten. Dennoch war Achim Mohr mit der Personalplanung für die neue Saison nicht vollständig zufrieden. "Wir haben einige A-Jugend-Spieler an andere Vereine abgeben müssen, mit denen ich fest gerechnet hatte. Auch der Wechsel von Maykel Samun und Erdinc Solak zum VfB 1900 Gießen hat mir wehgetan. Die beiden hatten fest zugesagt, doch letztlich wurde ihnen von anderer Seite mehr gezahlt. Dass sie diesem Lockruf gefolgt sind, ist letztlich eine Frage des Charakters", so Mohr.

"Fußball muss Spaß machen und darf nicht nur wegen des Geldes gespielt werden. Wir werden daher unseren Schwerpunkt auch zukünftig auf die Weiterentwicklung der eigenen Jugend setzen. Ein Ziel ist es, zukünftig eine eigene U23 ins Rennen zu schicken", beschreibt der 53-Jährige die TSG-Philosophie.

Und eine Eigenschaft hat seine neue Mannschaft mit dem ehemaligen Mohr-Team SG Birklar gemeinsam: "Wir haben keine Stars. Bei uns ist der Star die Mannschaft." Die Personalplanung der TSG bezeichnet Mohr als abgeschlossen.

Bei der TSG soll in der neuen Saison ein Hauptaugenmerk auf die Einführung der Viererkette gelegt werden. Doch Anspruch und Wirklichkeit klaffen hier bislang noch deutlich auseinander. Das taktische Verhalten der Mannschaft war bislang nur wenig ausgeprägt und hat mich doch überrascht. Hier haben wir noch einige Arbeit vor uns", berichtet Mohr. "Im Fußball zählen am Ende nur die Ergebnisse. Taktische Marschrichtungen werden durch Ereignisse im Spiel ganz schnell wieder über den Haufen geworfen. Wenn die Viererkette nicht funktioniert und wir mit einem anderen System Erfolg haben, stelle ich auch ganz schnell wieder um", stellt der TSG-Trainer klar. "Um letztlich Erfolg zu haben ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen", sagt Mohr und macht dies am Beispiel der Torwartfrage deutlich.

"Mit Dominik Wagner und Tobias Walden haben wir zwei klasse Torleute. Vor dem ersten Saisonspiel muss ich noch eine nicht einfache Entscheidung treffen. Hier wird sich dann der Charakter des zweiten Mannes zeigen", sagt der TSG-Trainer.

Während Achim Mohr bei der SG Birklar noch "Mädchen für alles" war, sind die Aufgabenfelder bei der TSG Wieseck klarer verteilt. "Hier nimmt mir vor allem Jörg Hildebrand viel Arbeit ab", berichtet der TSG-Trainer, der sich so voll auf sein Traineramt konzentrieren kann.

Das Auftaktprogramm der TSG Wieseck hat es in sich. Zum Start steht für die TSG am Samstag (17 Uhr) das Prestige-Duell gegen den hoch gehandelten VfB 1900 Gießen an. Nicht leichter wird es dann am 6. August (Freitag, 19 Uhr) werden, denn dann treffen die Gießener Vorstädter auf den FC Eddersheim, ehe am 11. August ein weiteres Derby mit dem Gastspiel bei Neuling Eintracht Lollar folgt. Peter Froese

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