Der Kader der Wiesecker C-Jugend in der Saison 2016/17. (Foto: privat)
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Der Kader der Wiesecker C-Jugend in der Saison 2016/17. (Foto: privat)

TSG Wieseck ist der größtmögliche Außenseiter

(sno) Mehr Aufwand, mehr Klasse, mehr Training: Der Aufstieg in die Fußball-Regionalliga Süd stellt für die C-Junioren der TSG Wieseck eine große Herausforderung dar. Es geht gegen Bayern München und Co. Fragen und Antworten zum Start am Wochenende.

? Welche Rolle wird der TSG Wieseck in der neuen Klasse zugetraut?

Die TSG ist in dieser Liga der größte Außenseiter. Die Hälfte aller Gegner besteht aus dem Nachwuchs von Bundesligisten, darunter die für ihre gute Jugendarbeit bekannten SC Freiburg, TSG Hoffenheim oder VfB Stuttgart. Der Klassenerhalt wäre eine große Überraschung. "Mit der Rolle können wir gut leben. Und vorher werden wir ganz sicher nicht sagen: Das schaffen wir sowieso nicht. Es wird Mannschaften geben, mit denen können wir gut mithalten. Unser Ziel ist der Klassenerhalt", meint Cheftrainer Stefan Frels vor dem morgigen Start gegen den FC Augsburg (12 Uhr, Wiesecker Stadion). "Und für Wiesecker Verhältnisse haben wir eine gute Mannschaft, konnten einige Neuzugänge aus anderen Regionen gewinnen." Im Vordergrund steht aber die persönliche Entwicklung der jungen Spieler. "Sie sollen dazulernen, sich durch Tempo und Trainingsniveau an die Regionalliga gewöhnen", erklärt der Coach. "Jeder soll sagen: Mir persönlich hat diese Saison geholfen." Und im Zweifel heißt es: "Von dort, wo wir hinfallen können, kommen wir her: aus der Hessenliga."

? Wie lief der Wechsel-Sommer in Wieseck ab?

Vom Kader, der den Aufstieg in die Regionalliga schaffte, ist nichts übrig geblieben. Der Kader setzt sich aus 13 Spielern der letztjährigen U14 zusammen und neun externen Neuzugängen. "Durch den Aufstieg konnten wir auch Spieler aus anderen Regionen für uns gewinnen", sagt Frels. Dazu zählt zum Beispiel Torhüter Elias Bördner, der von Wehen Wiesbaden kommt und schon mehrfach in der Hessenauswahl stand. Dagegen sind vier Akteure der letztjährigen U14 zu den Bundesligisten aus Mainz und Frankfurt gewechselt.

? Wie verlief die Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison?

Seit dem 1. August wurde nahezu täglich trainiert, elf Testspiele absolviert. Das Trainerteam lobt die Intensität und die durchschnittliche Beteiligung von 21 Spielern. "Wir haben extrem hart trainiert. In den ersten Testspielen konnten die Jungs zum Schluss kaum noch laufen", sagt Frels. Trotz der intensiven Zeit beklagen die Wiesecker derzeit nur einen Verletzten: Luca Schneider, normalerweise im Sturm gesetzt, plagt sich mit Leistenproblemen herum. "Ansonsten sind alle gut durchgekommen. Bei der Belastung sind Wehwechen normal." In den Testspielen gab es einige Kantersiege gegen unterklassige Teams, aber auch achtbare Leistungen wie beim 0:1 gegen den SV Sandhausen vor einer Woche.

? Wie will die TSG den Top-Teams auf dem Platz begegnen?

Aus einer defensiven Grundordnung mit "Umschaltgeschwindigkeit schnell nach vorne", wie es der Trainer treffend formuliert. Aufgrund der Klasse der Kontrahenten "werden wir sicher nicht immer vorne draufgehen". Entwicklungsbedarf sehen die Coachs vor allem beim Spielaufbau unter Druck des Gegners.

? Wieso spielen Teams wie Bayern München, TSG Hoffenheim oder VfB Stuttgart in der Regionalliga?

Weil es erst bei den B-Junioren eine Bundesliga gibt. In der C-Jugend sieht die Spielordnung noch eine Aufteilung in fünf Regionalligen vor – höher geht’s nicht. In den Regionalligen Nord, West, Südwest, Süd und Nordost spielen insgesamt 68 Teams. Die Südstaffel, in der auch die TSG Wieseck eingeteilt ist, bietet die meiste Prominenz: Die Jugend von sieben Bundesligisten ist dort vertreten.

? Welcher organisatorische Aufwand kommt auf den Verein zu?

Ein deutlich größerer als in der Hessenliga. In der neuen Klasse wird immer auf dem Rasenplatz gespielt. "Entsprechend mussten wir den Platzwart ein paarmal öfter motivieren", erklärt Frels mit einem Lachen. "Der Rasen muss einfach in einem guten Zustand sein." Eintrittskarten müssen organisiert sein, Absprachen mit dem Sportamt getroffen werden. Ein Stadionsprecher muss gestellt werden, die Tribünen sauber gemacht werden. Und Sponsoren für die kostspieligen Auswärtsfahrten samt Übernachtung gewonnen werden. Bei den Duellen in München, Regensburg, Freiburg, Augsburg und Ingolstadt wird eine Hin- und Rückfahrt am gleichen Tag zu anstrengend. Große Unterstützung bei der Organisation erfährt das Trainerteam der C-Junioren von den Eltern. "Sie haben durch das permanente Fahren zum Training ohnehin eine gewisse Belastung. Trotzdem helfen sie außergewöhnlich gut mit", lobt der Coach. "Egal ob es das Betreiben des Imbiss oder das Saubermachen der Tribüne ist – sie organisieren sich einfach selbst. Ich muss nur eine E-Mail schreiben und sie sind da."

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