Yannik Mohr läuft den ASV-Akteuren Jonas Johannes und Christopher Reuling davon.
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Yannik Mohr läuft den ASV-Akteuren Jonas Johannes und Christopher Reuling davon.

Wieseck gewinnt Stadtpokal

(sno) Erst im Neunmeterschießen schlägt die favorisierte TSG aus Wieseck den ASV Gießen. Wieder einmal gab es beim Gießener Bauhaus-Stadtpokal das Duell klein gegen groß. Manche nahmen das Turnier aber auch nicht so ernst.

Ausgetragen und ausgepfiffen, aber auch abgeräumt: Die TSG Wieseck hat den Bauhaus-Stadtpokal nicht nur als Veranstalter gemeistert, sondern ihn zum zweiten Mal in Folge auch gewonnen. Auch dank Mehmet Gümüs, dem Verteidiger, der in der Halle ins Tor sprang und im Neunmeterschießen im Finale den entscheidenden Ball hielt. Mit 7:5 (4:4 nach regulärer Spielzeit) wurde der ASV Gießen so im Endspiel besiegt. Im Training habe er schon mal im Tor gestanden, sagte Gümüs nach dem Pokaltriumph, im entscheidenden Moment habe er sich aber auf das »Bauchgefühl« verlassen. »Dieser Sieg«, meinte der Improvisationstorhüter, »wird uns pushen«. Auf dem Rasen benötigt die gebeutelte TSG in der Verbandsliga Selbstvertrauen und kann diesen Zwischenerfolg in der Halle gut gebrauchen. Sowohl im spannenden Finale – als auch im Halbfinale gegen den glücklosen TSV Klein-Linden – überzeugten die Wiesecker durch Zusammenhalt und Siegeswillen.

+++ Weitere Fotos vom Stadtpokal gibt es in der Bildergalerie

Die Sympathien in der Osthalle waren am gestrigen Abend klar aufseiten der Außenseiter des ASV Gießen. Immer wieder feuerten die Zuschauer die Rot-Weißen an. Auf der Tribüne verfolgte Nico Rinderknecht, der Gießener, der bei der Frankfurter Eintracht unlängst sein Bundesligadebüt feierte, das Geschehen. An beiden Tagen war er vor Ort, »ich komme in jeder freien Minute nach Hause«, sagt der 18-Jährige, der sah, wie sein Heimatverein ASV Gießen den großen Rivalen VfB 1900 im Halbfinale mit 3:1 schlug.

Das lag sicherlich auch daran, dass VfB-1900-Trainer Daniyel Bulut dem Stadtpokal nicht die größte Bedeutung einräumte. Als »nicht so wichtig« stufte der Coach das Hallenturnier ein und nutzte es »als Belohnung für die A-Jugendlichen«. Vom Verbandsligateam waren nur Robin Traut, Julian Bender und Brian Mukasa dabei. Letzterer wurde mit neun Treffern Torschützenkönig.

Das personelle Aufgebot des VfB 1900 beim Stadtpokal steht sinnbildlich für den Verlust an Renommee und Bedeutung der Veranstaltung. Einst wurde das Hallenturnier an vier Tagen ausgetragen, mittlerweile reichen zwei aus. Früher kamen über 1500 Zuschauer, gestern waren es am Finaltag rund 700. Sportamtsleiter Tobias Erben bringt es auf den Punkt: »Die geringere Bedeutung des Stadtpokals hat sich schleichend verfestigt. Das Turnier bezieht seine Attraktivität nicht aus dem sportlichen Niveau, sondern aus den Stadtderbys.«

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