TSG Wieseck arbeitet mit Eintracht Frankfurt zusammen

(fro) Mit ihrer Unterschrift unter den Kooperationsvertrag besiegelten der Leiter des Jugendförderzentrums Wieseck, Rudolf Kraft, und der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Eintracht Frankfurt, Armin Kraaz, am Donnerstag die zukünftige Zusammenarbeit im Jugendbereich zwischen der TSG Wieseck und dem hessischen Bundesligaverein. Eckpunkte der Zusammenarbeit bilden der Austausch der trainingsmethodischen und spielkonzeptionellen Arbeit, regelmäßige Freundschaftsspiele sowie eine Hospitation der Wiesecker Jugendtrainer im Frankfurter Nachwuchsleistungszentrum.

"Im Vordergrund steht aber eine Weiterentwicklung unseres Leitbildes, denn wir haben es uns als Ziel gesetzt, talentierte Jugendfußballer auszubilden, um ihnen den Sprung in ein Nachwuchsleistungszentrum zu ermöglichen", sagt Kraft. Die Saat für einen künftigen Bundesligaspieler werde in der C-Jugend gelegt, denn wer nicht bis zur B-Jugend den Sprung in ein Nachwuchsleistungszentrum geschafft hat, für den ist der Zug zu einer Profikarriere in aller Regel abgefahren.

"Mit der Kooperation wollen wir ein klares Signal geben, dass wir an einer Weiterentwicklung der heimischen Talente interessiert sind. Die Wahl auf Eintracht Frankfurt fiel aufgrund der räumlichen Nähe und der Verbundenheit zum hessischen Bundesligisten", erklärt Kraft.

Der Kontakt zur Eintracht nahm Anfang des Jahres Formen an, als man zunächst die grobe Richtung abgesprochen hatte. Beide Seiten machten sich Gedanken über die Formulierungen des Vertrages, Details wurden bei einem Treffen in Frankfurt besprochen, ehe nunmehr das fertige Vertragswerk zur Unterschrift bereitlag. "Dieser Vertrag muss nun gelebt werden. .

.. Es ist aber ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung beider Vereine", meint Kraft. Eintracht Frankfurt verfügt als größter hessischer Verein über das einzige Nachwuchsleistungszentrum im Bundesland und ist mit Ausnahme der U 14 in allen höchsten Jugendspielklassen vertreten. "Die TSG ist für ihre gute Jugendarbeit bekannt. Sie genießt den Ruf, mit Sinn und Verstand zu arbeiten und leistungsbereite und talentierte Jugendliche auszubilden. Aus diesem Grunde haben wir uns dazu entschlossen, mit der TSG Wieseck als einzigem Verein neben der SG Rosenhöhe eine solche Vereinbarung einzugehen. Bei uns bestand im Bereich der Jugend in den letzten Jahren eine starke Fluktuation. Davon wollen wir mit diesen ausgewählten Kooperationen wegkommen und zu einer längerfristigen Planung unserer Nachwuchsarbeit übergehen. Wir wollen die Spieler aber nicht zu früh aus ihrem gewohnten Umfeld reißen. Sie sollen lange bei ihrem Heimatverein spielen und erst nach der C-Jugend zur Eintracht stoßen. Wir wissen, dass die Spieler bis dahin in Wieseck gut ausgebildet werden. Wenn ein Spieler neben Talent auch Biss und Disziplin mitbringt, wird er seinen Weg machen und bei der Eintracht landen", erteilt Kraaz einem zu frühen Wechsel nach Frankfurt eine Absage.

Ab der B-Jugend kann ein Nachwuchsleistungszentrum einen Jugendspieler vertraglich binden. Neben einer entsprechenden Vergütung für den Spieler biete dies eine berufsgenossenschaftliche Absicherung und Leistungen zur Rehabilitation im Falle von Verletzungen. Ähnlich den Amateurverträgen im Seniorenbereich fällt bei einem solchen Vertragsabschluss keine Ablösesumme an den abgebenden Verein an. "Im Rahmen des Kooperationsvertrages haben wir uns verpflichte, dennoch die volle Ausbildungsentschädigung an die TSG Wieseck zu zahlen, um deren weitere Arbeit zu fördern", erklärt Kraaz. Wie sich der Weg für die Spieler gestalten kann, zeigen mit Kevin Bartheld, Okan Derici und Louis Goncalves drei ehemalige Wiesecker, die mit den Adlerträgern derzeit im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft bei den B-Junioren stehen. Nach einem 2:1-Hinspielsieg kommt es am Sonntag zum Rückspiel bei Hertha BSC Berlin. Mit Marvin Helm, der vor Kurzem mit der C-Jugend der TSG den Aufstieg in die Regionalliga schaffte, wird ein weiterer TSG-Spieler in der kommenden Saison den Adler auf der Brust tragen. „Dies ist neben den sportlichen Erfolgen eine Dokumentation unserer guten Arbeit und wird auch zukünftig ein Pluspunkt für das Jugendförderzentrum Wieseck und die TSG sein.

Dennoch dürfen wir die Integration der von uns ausgebildeten Jugendspieler in unsere Seniorenmannschaften nicht aus dem Auge verlieren. Hierzu wäre es schön, wenn pro Jahr drei bis vier Spieler den Sprung schaffen und bei uns bleiben würden", blickt Kraft über den Tellerrand der Jugendabteilung hinaus.

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