Wiedergutmachung für Hüttenberg angesagt

(jms) So schwach wie am Sonntag hat man die Handballer des TV Hüttenberg lange nicht gesehen. "Die Einstellung hat nicht gepasst", monierte Trainer Heiko Karrer, der aber einen Tag nach der unnötigen 26:28-Heimniederlage gegen die HG Saarlouis wieder nach vorne blicken wollte: "Diese Punkte müssen wir uns irgendwo, irgendwann auswärts wieder zurückholen."

Am heutige Mittwochabend ab 20 Uhr geht es in der zweiten Runde des DHB-Pokals gegen den Zweitliga-Konkurrenten TV Bittenfeld in eigener Halle aber nicht nur um das bloße Weiterkommen. Der TVH muss Wiedergutmachung für die sonntäglichen Niederlage betreiben, um die enttäuschten Fans wieder zufriedenzustellen.

Leicht wird das aber nicht, denn die Schwaben liegen nach vier Spieltagen in der zweiten Handball-Bundesliga auf dem siebten Tabellenplatz – also einen Rang vor den heutigen Gastgebern. Bislang unterlag das Team von Trainer Günter Schweikardt nur bei Empor Rostock (30:33). Ansonsten gab es drei Siege. In den vergangenen Jahren mauserte sich Bittenfeld von einem Abstiegskandidaten – viele Hüttenberger Fans werden sich noch an die Saison 2006/2007 erinnern, als der TVB erst am letzten Spieltag in Mittelhessen den Ligaverbleib sicherte – zu einem Aufstiegsaspiranten. Mit den beiden Ex-Wetzlarern Lars Friedrich und Peter Jungwirth konnten die Württemberger zwei erstligaerprobte und durchaus auch erfahrene Spieler verpflichten. Zudem tat sich etwas im Umfeld des TVB, der in allen Belangen professionell daherkommt. Mit der bloßen Bezeichnung eines Dorf- oder Kleinstadtvereins gibt man sich in Bittenfeld, einem Stadtteil von Waiblingen, nicht zufrieden.

Vor dieser Runde zog der Klub in eine neue, ganz besondere Halle um. Die "Scharrena" liegt im Mercedes-Benz-Stadion – der Heimspielstätte des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart – in der Untertürkheimer Kurve und ist mit 2000 Sitzplätzen zwar eine kleine, aber dafür hochmoderne Sporthalle. Für die ganz großen Spiele müssen die Bittenfelder gerade einmal ein paar Meter umziehen. Die große Porsche-Arena ist nämlich nur einen Steinwurf entfernt. Dort verlor der TVH im Frühjahr 2011 knapp, ehe der große Endspurt zum Bundesligaaufstieg begann. Für heute Abend haben sich die Mittelhessen viel vorgenommen, wie Karrer sagt: "Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen. Wir haben gegen Saarlouis sicher nicht das gebracht, was wir bringen wollten. Aber wir wissen, woran es gelegen hat und müssen diesmal unsere Chancen besser verwerten." Am Montag lief seine Mannschaft locker aus und gestern gab es dann eine genaue Vorbereitung auf den Gegner, der am 3. Oktober in Stuttgart wieder wartet. "Bittenfeld hat eine eingespielte Mannschaft, die ich für sehr stark halte. Es sind sehr viele gute und erfahrene Spieler im Team", sagt Trainer Karrer.

Allen voran der Trainersohn Jürgen Schweikardt ist ein wichtiger Baustein auf der Rückraum-Mitte-Position. Zudem dürften sich die Deckungsspieler nur zu gut an Simon Baumgarten erinnern. Der Kreisläufer war in den engen Spielen gegen Hüttenberg in der Vergangenheit immer ein entscheidender Faktor.

Bleibt neben der Gegneranalyse aus TVH-Sicht noch die Beantwortung der Gretchenfrage: Kann Florian Laudt spielen? Der Spielmacher hatte am Sonntag Kreislaufprobleme, die in einem grippalen Infekt ihre Ursache hatten. "Flo war gleich am Montag beim Arzt, und wir tun alles, damit er spielen kann. Wir werden eine endgültige Entscheidung aber erst am Mittwoch fällen können", sagt Karrer, der direkt nach der Schlusssirene am Sonntag aufgrund der schwachen Darbietung seiner Mannschaft emotional geladen war: "Natürlich hat mich das richtig geärgert. Wir haben Punkte verschenkt. Aber wir haben es besprochen und müssen nach vorne schauen." Sollte Laudt ausfallen, könnte Jonas Faulenbach auf die Spielmacherposition rücken. Für ihn würde dann Marc Pechstein, der gegen Saarlouis das Glück nicht auf seiner Seite hatte, spielen. Natürlich ist auch Sven Pausch eine Alternative als Laudt-Ersatz auf der zentralen Position.

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