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Im richtigen Moment ist Watzenborns Vaclav Koutny gegen den Koblenzer Kevin Lahn zur Stelle, im Hintergrund beobachtet Teutonia-Keeper Yannik Dauth den Zweikampf. (Foto: Wolfgang Heil)

Wieder Lehrgeld gezahlt: W.-Steinberg 0:1 in Koblenz

(phk) Bitter, bitterer, SC Teutonia Watzenborn-Steinberg – dritte Niederlage in Folge für die Pohlheimer in der Fußball-Regionalliga Südwest. Dabei zeigte die Truppe von Trainer Daniel Steuernagel bei der TuS Koblenz die konstanteste Saisonleistung, um am Ende doch mit 0:1 wieder als Verlierer vom Platz zu gehen.

Trainer Daniel Steuernagel ging von Spieler zu Spieler, um seine Mannen nach der denkbar knappen Niederlagen durch ein Tor von TuS-Kapitän Andre Marx in der Schlussminute wieder aufzubauen. Dazu hatte er auch allen Grund, schließlich konnten sich die 90 Minuten zuvor durchaus sehenlassen. "Wir haben uns heute wieder um den Lohn gebracht. Aber wir haben unser bestes Saisonspiel gemacht", fiel Steuernagels Fazit daher nicht nur negativ aus:

In der Tat: Im Duell der Aufsteiger merkte man den Teutonen keineswegs das Fehlen von gleich sechs Verletzten an, vielmehr machte die Steuernagel-Elf vor gut 1200 Zuschauern phasenweise das Spiel. Besonders in der Anfangsphase hatte der Gegner mit dem Pressing des SC so seine Probleme, so wurde etwa Dennis Lemke nach einer Hereingabe von Julian Simon im letzten Moment geblockt (6.), ehe Lemke über rechts flankte und Weinecker eine zu kurze Kopfballabwehr der TuS-Defensive nicht im Tor unterbrachte (27.). Andererseits hatte die neu formierte Teutonen-Viererkette aufgrund der offensiv ausgerichteten Spielweise wie in den Partien zuvor auch so ihre Probleme: Früh war Kevin Lahn nach einem Pass an die Mittellinie plötzlich durch, doch Christopher Spang hatte in letzter Sekunde geklärt (8.

). Besonders nach dem Seitenwechsel hatte das Team von der Mosel weitere Gelegenheiten: Nach einer Kombination über die starke rechte Seite, bei der die Abseitsfalle der Teutonen nicht zuschnappte, köpfte Christoph Buchner über den herausgeeilten Keeper Yannik Dauth. Mit einer Flugeinlage brachte es der einzige etatmäßige Verteidiger Vaclav Koutny jedoch fertig, den Ball noch von der Linie zu kratzen (47.).

Doch die bis dato noch sieglosen Koblenzer, die auch weitere Kontersituationen vor den aufgeheizten Fans alles andere als clever ausspielten (50., 58., 79.), kamen ihrerseits gegen spielerisch gleichwertige Pohlheimer immer wieder in die Bredouille. Die wohl beste Chance vergab Denis Weinecker, der beim ersten gut ausgespielten Teutonen-Konter alleine auf den gegnerischen Keeper zulief, aber noch abgedrängt wurde (59.). "Ich weiß nicht, was für eine Idee Denis da hatte. Er hat viel zu lange gezögert", ärgerte sich Trainer Steuernagel über die vergebene Großchance. Weineckers größter Kritiker war er aber selbst: "Ich muss das 1:0 natürlich machen. Das ist wie in Kassel, wo wir das zweite nachlegen müssen, so müssen wir hier in Führung gehen."

Gerade die Schlussphase dieser intensiv geführten Partie mit einigen Nickligkeiten sollte den Pohlheimern dafür Mut machen: Alessandro Ficara mit einem Volleyschuss (82.), Lemke mit einem Flugkopfball (84.) sowie Markus Müllers abgepfiffenes Kopfballtor (85.) zeigen, dass der SC auch in den entscheidenden Phasen mithalten kann. Umso bitterer das Gegentor: Nach einem Foul von Koutny brachte Andreas Glockner den Freistoß in den Strafraum, wo Marx am langen Pfosten völlig frei nur noch den Fuß hinhalten musste (89.). "Mir war klar, dass, wenn sie gegen uns ein Tor schießen, es über eine Standardsituation passieren wird. Das habe ich auch in der Halbzeit noch einmal gesagt. Das darf nicht so billig sein", sagte Steuernagel angefressen, um im nächsten Moment gleich wieder in den Kämpfermodus umzuschalten: "Vielleicht kommt das Offenbach-Spiel (Freitag, 19.30 Uhr in Wetzlar; Anm. d. Red.) jetzt zum rechten Zeitpunkt."

Zunächst reicht es mit einem Sieg aus vier Spielen für die Elf aus Pohlheim zu Rang 13 in der Tabelle, doch auch der Letzte dürfte nach der Anfangseuphorie Realist geworden sein, wenngleich einer mit einer Prise Optimismus. So auch Kapitän Markus Müller: "Wir haben jetzt drei Punkte aus vier Spielen, das ist etwas wenig, aber ich bin sehr optimistisch, dass es nach acht Spielen ein paar mehr sein werden."

TuS Koblenz: Patzler – Stark, Buchner, Marx, Antonaci – Stahl (ab 77. von der Bracke) – Lahn (ab 71. Charrier), Grupp, Glockner, Schmidt (ab 86. Saito) – Bozic.

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg: Dauth – Scheffler, Schadeberg, Koutny, Simon – Spang, Goncalves – Weinecker (ab 82. Koyuncu), Lemke, Ficara – Müller.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Patrick Laier (Baiertal). – Zuschauer: 1202. – Tore: 1:0 (89.) Andre Marx. – Gelbe Karten: Stahl, Buchner, Marx. – Simon, Scheffler, Koutny, Müller.

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