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Doppeltorschütze Markus Müller empfängt die Gießener Gratulanten. (Foto: ras)

FC Gießen

Und wieder fünf Tore für den FC Gießen...

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Der FC-Express rollt weiter und schlägt im Derby der Fußball-Hessenliga auch Waldgirmes. Viele fragen sich vor dem kommenden Samstag: Kann Kassel dieser Mannschaft Paroli bieten?

Immerhin: Nach dem zweiten Mittelhessen-Derby innerhalb weniger Wochen lässt sich sagen, dass der SC Waldgirmes 135 Minuten mitgehalten hat mit dem aktuellen Ligakrösus FC Gießen. Eineinhalb Halbzeiten lang agierten die Lahnauer auf Augenhöhe, kassierten wie schon bei der 0:1-Niederlage Ende Juli auch am Samstag beim 1:5 (1:2) jeweils äußerst ärgerliche Gegentreffer.

Erst in Hälfte zwei wird das Gießener Offensivspiel zelebriert

Die letzten 45 Minuten am vergangenen Wochenende aber verdeutlichten dann doch die eigentlichen Kräfteverhältnisse zwischen dem SCW und dem FC. Nachdem die individuelle Qualität Gießen mit 2:1 in Führung brachte, wurde in der zweiten Halbzeit jenes so schwer zu verteidigende Offensivspiel zelebriert, das bisher in allen anderen Partien regelmäßig zu sehen war. In den letzten sieben Pflichtspielen erzielte Gießen im Schnitt exakt fünf Tore.

Wir brauchen uns über das 1:5 nicht beschweren

SCW-Trainer Daniyel Bulut

So musste der Lahnauer Coach Daniyel Bulut trotz starker erster Hälfte einräumen: "Wir sind teilweise nur noch hinterhergelaufen. Wir brauchen uns über das 1:5 nicht beschweren."

Gießen übernimmt damit dank des besseren Torverhältnisses (21:4) die Tabellenführung in der Fußball-Hessenliga und befindet sich auf Aufstiegskurs. Neben den Punkten nehmen die Rot-Weißen Woche für Woche auch lobende Worte des Gegners mit. Am Samstag sagte Bulut: "Ich gehe jede Wette ein, dass diese Mannschaft keine fünf Spiele in dieser Saison verlieren wird."

Die vor der Saison als Konkurrent ausgerufene SG Barockstadt Fulda-Lehnerz weist nach fünf Spielen schon drei Niederlagen auf und dürfte sich früh von jeglichen Regionalliga-Träumen in dieser Saison verabschieden. Einzig Hessen Kassel, das am kommenden Samstag im Gießener Waldstadion gastiert (15 Uhr), und Bayern Alzenau können Schritt halten.

815 Zuschauer sehen zweites Mittelhessen-Derby

Schritt halten konnte Waldgirmes im Samstags-Derby vor 815 Zuschauern nur in der ersten Halbzeit. Überraschend offensiv agierten die Lahnauer und lieferten ein Spiel auf Augenhöhe, wie Gießens Coach Daniyel Cimen einräumen musste. "Wir haben keinen Zugriff gehabt. Waldgirmes hat das Zentrum gut zugestellt."

Die individuelle Qualität von Cem Kara (Fernschuss-Treffer nach sechs Minuten) und die Co-Produktion von Vorlagengeber Michael Fink und Torschütze Markus Müller (29. Minute) brachte Gießen in Front. Zwischenzeitlich hatte SCW-Akteur Jafar Azizi zum verdienten Ausgleich getroffen (22.).

"Du bist in der Halbzeit, nimmst dir vor, die Partie lange offen zu halten und kassierst dann direkt nach der Pause das 1:3", wusste Daniyel Bulut. "Das tut weh." Markus Müllers Abschluss ins rechte Eck (46.) war ein Wirkungstreffer, der die Partie entschied. So wurde das Derby zum Ausdruck der Gießener Stärke.

Der FC spielte ansehnlichen Fußball, der mit zwei weiteren Treffern von Tim Korzuschek (77.) und Barbaros Koyuncu (90.) belohnt wurde. Während sich der Lahnauer Mittelfeldakteur Kian Golafra ärgerte, "dass nicht jeder Schuss aus 30 Metern brandgefährlich sein kann und bei jedem Spieler ein Quäntchen gefehlt habe", konnte Gießens Trainer Cimen zufrieden resümieren: "Man muss der Mannschaft auch mal so eine erste Halbzeit zugestehen" – vor allem, wenn ihr eine solche zweite folgt. "Sie bringen seit Wochen Top-Leistungen."

Bisher gab es bis auf Waldgirmes im Auftaktspiel kein Team, das den Gießenern wirklich Paroli bieten konnte. Man darf gespannt sein, ob sich das am Samstag beim Heimspiel gegen den Tabellendritten aus Kassel ändert.

SC Waldgirmes:Grutza – Siegel, Strack, Schmidt, Fries, Öztürk – Golafra, Azizi (85. Geller) – Ciraci (82. Hinz), Duran – Hartmann (73. Schmitt).

FC Gießen: Sahin – Koutny, Schadeberg, Nennhuber, Lekaj – Fink – Hofmann, Cecen – C. Kara (78. M. Kara), Müller (82. Koyuncu), Mukasa (68. Korzuschek).

Im Stenogramm:Tore: 0:1 (6.). C. Kara, 1:1 (22.) Azizi, 1:2 (29.) Müller, 1:3 (46.) Müller, 1:4 (77.) Korzuschek, 1:5 (90.) Koyuncu. – Zuschauer: 815. – Schiedsrichter: Winkler (Warburg).

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