Wetzlars Trainer Roth: "Gibt auch für uns schlagbare Gegner"

(jms) Warum sollte man als Handball-Fan ausgerechnet am morgigen Freitagabend in die Wetzlarer Rittal-Arena kommen? Fünf Niederlagen in Folge hat der Bundesligist HSG Wetzlar bisher bezogen. Das blamable Ausscheiden aus dem DHB-Pokal gegen Zweitliga-Schlusslicht Tuspo Obernburg kam noch dazu. Die Trendwende muss morgen geschafft werden, denn mit Aufsteiger TSG Friesenheim kommt zum Anpfiff um 19.45 Uhr ein "Team der Namenlosen" nach Mittelhessen.

(jms) Warum sollte man als Handball-Fan ausgerechnet am morgigen Freitagabend in die Wetzlarer Rittal-Arena kommen? Fünf Niederlagen in Folge hat der Bundesligist HSG Wetzlar bisher bezogen. Das blamable Ausscheiden aus dem DHB-Pokal gegen Zweitliga-Schlusslicht Tuspo Obernburg kam noch dazu. Die Trendwende muss morgen geschafft werden, denn mit Aufsteiger TSG Friesenheim kommt zum Anpfiff um 19.45 Uhr ein "Team der Namenlosen" nach Mittelhessen. HSG-Trainer Michael Roth appelliert nicht nur an seine Spieler, Bequemlichkeit tunlichst zu vermeiden: "Vor der Runde war uns allen klar, dass wir die ersten fünf Spiele gegen diese Topmannschaften alle verlieren können. Jetzt müssen wir unbedingt gewinnen. Auch für uns gibt es schlagbare Gegner. Und Friesenheim gehört dazu. Wir brauchen aber unbedingt die Unterstützung der Zuschauer, um das Worst-case-Szenario abzuwenden".

Für die HSG gilt es, dem Negativtrend mit aller Kraft und Konsequenz entgegenzuwirken. Waren die Niederlagen gegen Flensburg, Hamburg, Großwallstadt und die Rhein-Neckar Löwen zwar weitgehend einkalkuliert, aber dennoch mit positiven Erkenntnissen versehen, war die Chancenlosigkeit gegen Obernburg und Gummersbach zuletzt erschreckend. "Das war in der Tat alarmierend. Doch es gibt Gründe dafür, die natürlich auch in der personellen Situation zu suchen sind. Mit Alois Mraz und Timo Salzer wären wir im Pokal nicht ausgeschieden. Und es ist auch richtig, dass die jungen Spieler wie Timm Schneider, Peter Jungwirth und Kevin Schmidt gerade in diesem Spiel nicht so in die Bresche springen konnten, wie wir uns das erhofft hatten", sagt Roth, der aufgrund der Grippewelle und Verletzungsmisere zuletzt personell kaum Handlungsspielraum hatte.

Besser sieht es da am Freitag aus. Mraz hat seinen grippalen Infekt überwunden und kehrt in die Mannschaft zurück. Der Rückraumspieler dürfte nach einer Woche im Training wieder weitaus agiler sein, als bei seinem "schlappen" Auftritt in Gummersbach. Zudem kann Mraz gegen Friesenheim wieder mit Georgios Chalkidis zusammen spielen. Der griechische Kreisläufer hat seine Oberschenkelverletzung überwunden und wird mitmischen. Unwahrscheinlich ist dagegen der Einsatz von Steffen Fäth, der sich noch immer mit starken Rückenschmerzen herumplagt. Hart treffen würde die HSG zudem der Ausfall von Spielmacher Timo Salzer, der in Gummersbach einen heftigen Schlag in die Rippen bekommen hatte. "Es wäre wichtig, wenn Timo mitspielen könnte. Er hat aber sehr starke Schmerzen und konnte bislang nicht trainieren. Es spricht aber für seinen Charakter, dass er alles dafür tut, rechtzeitig fit zu werden. Noch haben wir Hoffnung", sagt sein Trainer, der taktisch wohl wieder mit einer kompakten 6:0-Deckung aufwarten wird.

Bei der ernüchternden 23:33-Niederlage am vergangenen Samstag in Gummersbach agierte die Verteidigung in der ersten Halbzeit ordentlich. "Nur diesmal müssen wir auch schnelle Angriffe einleiten und konsequent abschließen. Im Angriff hat es uns zuletzt doch sehr gefehlt", meint Roth, der sich mit den "Eulen" aus dem Ludwigshafener Stadtteil nicht so sehr beschäftigen möchte und den Blick eher auf das eigene Leistungsvermögen richten wird. Dabei konnte der Aufsteiger bislang vor allem mit zwei Unentschieden in der Fremde überzeugen. Neben dem völlig unerwarteten Punkt in Balingen erreichte die TSG auch bei Mitaufsteiger Ahlen/Hamm einen Zähler.

17 von 20 Spielern im Friesenheimer Kader haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Routiniert ist nur der rechte Rückraum, wo mit den Ex-Frankfurtern Stefan Bonnkirch und Nils Brandt die beiden ältesten Spieler (Jahrgang 1982) des Kaders spielen. Herausragende Bedeutung für das TSG-Spiel hat aber der litauische "Shooter" Mindaugas Veta, der mit 2,04 Metern der größte Akteur der Gäste ist. Auf der Spielmacherposition agiert der bundesligaerfahrene Andrej Kogut. Der 22-Jährige steht mit seiner Unbekümmertheit für die komplette Mannschaft von Trainer Thomas König.

HSG-Coach Roth interessiert das alles aber wenig: "Egal wie, wir müssen dieses Spiel gewinnen. Danach kommen wieder schwere Spiele, und wir brauchen unbedingt zwei Punkte, um wieder Sicherheit zu haben. Am Freitag zählt für uns nur kämpfen, kämpfen, kämpfen."

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