Auswärtssieg! Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar freuen sich über das 29:24 bei GWD Minden. FOTO: WEDEL
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Auswärtssieg! Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar freuen sich über das 29:24 bei GWD Minden. FOTO: WEDEL

Handball

Wetzlarer "Kampfsieg"

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Die HSG Wetzlar hat sich die gegen die SG Flensburg/Handewitt verlorenen Punkte zurückgeholt. Bei GWD Minden feierten die Mittelhessen einen 29:23-"Kampfsieg".

Was für ein Spiel der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga beim GWD Minden! Nach einer packenden Partie sackte die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider mit 29:24 (13:15) die ersten zwei Zähler der noch jungen Saison ein. "Die Punkte sind extrem wichtig, weil wir ein absolutes Hammer-Programm haben", war der Coach hinterher im Interview mit Sky erleichtert. "Wir haben gegen Flensburg ein viel besseres Spiel gemacht, aber wir haben uns hier in der zweiten Halbzeit gesteigert. Das war ein Kampfsieg heute."

Die HSG ging von Beginn an mit Till Klimpke und Kristian Björnsen in die Partie, deren Einsatz aufgrund von Erkältung bzw. Bauchmuskelverletzung am Tag zuvor noch fraglich war. Es entwickelte sich ein rasantes Spielchen, in dem den Wetzlarern im Angriff ungewöhnlich viele Fehler unterliefen. Der Mindener Miljan Pusica handelte sich nach einem Foul an Stefan Cavor bereits in der zweiten Minute die erste Zeitstrafe ein, was sich zum Ende der ersten Halbzeit rächen sollte. Pusica durfte in der 25. Minute zum zweiten Mal die Bank drücken und kassierte nach dem Halbzeitpfiff die dritte Zeitstrafe. Sein Coach Frank Carstens hatte ihn für den direkten Freiwurf von Lenny Rubin auf die Platte geschickt. "Die letzte rote Karte gegen Pusica ist meine Schuld", gestand Carstens hinterher ein. "Ich wusste, dass man nicht wechseln darf am Ende eines Spiels. Ich wusste aber nicht, dass das auch für das Ende einer Halbzeit gilt." Bitter für die Gastgeber, die im weiteren Spielverlauf ihren Mittelblock das erste Mal umbauen mussten.

In der 13. Minute, Christoffer Rambo saß gerade eine Strafe ab, markierte Lindskog mit dem 6:5 die erste Wetzlarer Führung. Doch erneut waren es Fehler im Spielaufbau, die Minden zu Gegenstößen einlud und in Person von Rechtsaußen Kevin Gulliksen zum 9:8 verwandelte. Die Gastgeber setzten die zuvor angekündigte Marschroute ihres Coaches um. Aus einer aggressiven, beweglichen und punktuell offensiven 6:0-Deckung heraus, den Gegner unter Druck setzen. Das funktionierte in der ersten Halbzeit, in der sich aber auch die Wetzlarer Abwehr zur Wehr setzte. "Wir haben einfach zu viele freie Bälle verworfen, Gegenstöße weggelassen, vor allem in der ersten Halbzeit lassen wir eine höhere Führung liegen", monierte Carstens bei Sky.

So hieß es zur Pause 13:15 aus Sicht der Wetzlarer, die in der 38. Minute durch Mellegard auf 16:17 heran kamen. Für das dazugehörige Foul, er hatte den Wetzlarer in der Luft am Fuß berührt, kassierte Mindens Lukas Meister direkt eine rote Karte. Damit brach den Gastgebern der nächste Leistungsträger weg. Nach dem 17:17 von Klimpke - er traf ins leere Tor und einer Auszeit der GWD- sorgte Mindens Rambo für den nächsten Aufreger. Er erwischte den im Sprung befindlichen Philip Henningsson von der Seite und pflückte ihn unsanft aus der Luft. Das Schiedsrichtergespann scheute sich nicht, auch dem dritten GWD-Akteur den roten Karton vor die Nase zu halten und auf die Tribüne zu verweisen.

"Das war für uns bitter, das hat natürlich das Spiel beeinflusst. Unsere Abwehr, die uns so weit gebracht hat bis zu diesem Zeitpunkt, die war dann natürlich aufgelöst", so Carstens.

Doch zunächst hielten die Mindener weiter dagegen, Carsten Lichtlein entschärfte einen Siebenmeter von Holst und aus dem Rückraum von Rubin. "Wer Carsten kennt, der weiß, dass der so ein Spiel entscheiden kann. Aber dann war auch Till da", erklärte Wandschneider erleichtert. Denn Torhüter Klimpke drehte im Verlauf der zweiten Hälfte richtig auf, nahm Minden zwölf Bälle weg, darunter einige Gegenstöße. Nach Lindskogs Treffer zum 25:20 (54.) gönnte Wandschneider seiner Mannschaft eine Auszeit, Klimpke hielt danach sogar noch einen Kempa-Versuch der Mindener und so schaukelte Wetzlar den 29:24-Erfolg sicher nach Hause.

Minden: Lichtlein, Semisch; Meister (4), Ritterbach, Richtzenhain (2), Zeitz (1), Rambo (2), Korte (1/1), Padshyvalau (2), Strakeljahn, Knorr (3), Pusica, Pehlivan (4), Staar, Gulliksen (5).

Wetzlar: Klimpke (1), Ivanisevic; Feld, Srsen (2), Henningsson, Björnsen (1), Mirkulovski (3), Weissgerber, Holst (4/3), Fredriksen, Forsell Schefvert (4), Gempp, Mellegard (3), Rubin (3), Lindskog (4), Cavor (4).

Steno / SR: Schulze/Tönnies (Magdeburg). - Z: 700 Zeitstrafen: 16:4 Minuten. - Pusica (30., drei Zeitstrafen); Meister (38., Foulspiel); Rambo (41., Foulspiel). - Siebenmeter: 1/1:4/3.

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