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Der Nachfolger von Andreas Wolff: Benjamin Buric. (Foto: imago)

HSG Wetzlar: Wolff geht, Buric kommt

(fk) Nationaltorwart Andreas Wolff verlässt die HSG Wetzlar nun doch schon am Saisonende und nicht wie zunächst kommuniziert im Juni 2017. Das gab der Handball-Bundesligist am gestrigen Montag bekannt.

Der 24-Jährige habe eine vertraglich vereinbarte Kündigungsoption gezogen, hieß es in einer Mitteilung der Mittelhessen. "Wenn der THW Kiel ruft, dann gibt es nur wenige Teams auf der Welt, die sportlich und wirtschaftlich gegenhalten können", erklärte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, der betonte, dass man bis zuletzt die Hoffnung gehabt habe, dass Wolff seinen Vertrag erfülle. Nachfolger von Wolff, der im Januar zur EM nach Polen fährt, wird der Bosnier Benjamin Buric.

"Ich werde Wetzlar im Sommer mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen", sagte Wolff. "Natürlich freue ich mich, dass ich nun bereits ein Jahr früher als geplant die Chance bekomme, mich beim THW zu beweisen. Auf der anderen Seite fühle ich mich bei der HSG unheimlich wohl", erklärte der gebürtige Euskirchener weiter, der beim deutschen Rekordmeister den Platz von Nikolas Katsigiannis einnehmen wird, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich bis zum Saisonende alles dafür geben werde, dass wir mit der HSG Wetzlar noch die eine oder andere Überraschung schaffen und gemeinsam unsere Ziele erreichen", versprach Wolff.

Seinen Platz einnehmen wird ab Juli 2016 der bosnische Nationalkeeper Benjamin Buric, der ablösefrei vom slowenischen Spitzenklub RK Goronje Velenje an die Lahn wechselt und einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat. Gemeinsam mit Nikolai Weber wird er das Duo zwischen den Pfosten bilden. "Ich bin überglücklich, dass ich bei der HSG Wetzlar das Vertrauen geschenkt bekomme, in der Handball-Bundesliga zu spielen. Das war immer mein großer Traum", freute sich Buric, der bereits ab Januar einen Volkshochschulkurs belegen wird, um die deutsche Sprache zu lernen. "Die Rittal Arena ist eine tolle Arena, die ich mir bereits angeschaut habe, und ich kann es kaum erwarten, dort vor den fantastischen HSG-Fans das erste Mal zu spielen", so der 25-Jährige weiter.

"Benjamin ist ein sehr talentierter und entwicklungsfähiger Torhüter", beschreibt Jasmin Camdzic, Co- und Torwarttrainer der HSG, den Neuzugang, den er von zwei Nationalmannschaftslehrgängen im Dezember 2013 und Januar 2014 persönlich kennt. Damals hatte Camdzic als Torwarttrainer für den bosnischen Verband gearbeitet. "Seit seinem Wechsel vor drei Jahren nach Velenje hat er sich leistungsmäßig enorm verbessert, nicht nur im Klub, sondern auch im Nationalteam.

Bei der Handball-WM vergangenen Winter in Katar war Benjamin für viele Experten einer der besten Torhüter der Vorrunde", sagte Camdzic. Und weiter: "Er ist ein enorm ehrgeiziger Torhüter, der ein Spiel gut lesen kann. Dazu ist er mit seinen 25 Jahren schon sehr stabil im Kopf und in seinen Leistungen. Wir sind überzeugt, dass Benjamin auf lange Sicht eine ähnliche Entwicklung wie Andreas Wolff nehmen kann."

Noch fünf Fragezeichen

Mit der Verpflichtung von Buric hat die HSG eine Baustelle im Kader geschlossen. Ungeklärt ist jedoch weiterhin die Zukunft von Kristian Bliznac, Tobias Hahn, Sebastian Weber sowie Christian Rompf und Florian Laudt. Bei Letzteren ist davon auszugehen, dass sie ihren Vertrag bei den Grün-Weißen nicht verlängern werden. Für Laudt könnte der Balinger Martin Strobel an die Lahn wechseln, die HSG soll sich in Verhandlungen befinden. Den Platz von Rompf könnte Nachwuchsmann Fabian Kraft einnehmen. Auch eine Rückkehr von Kevin Schmidt vom HSV Hamburg ist aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten der Norddeutschen vorstellbar.

Verlassen werden den Verein neben Wolff der Spanier Carlos Prieto (Ziel unbekannt) und Steffen Fäth (Füchse Berlin). Als Nachfolger des deutschen Nationalspielers im linken Rückraum ist Stefan Kneer von den Rhein-Neckar Löwen im Gespräch.

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