HSG Wetzlar verpflichtet Kreisläufer Jens Tiedtke

(ra/pm) Handball-Erstligist HSG Wetzlar kann ab der kommenden Saison mit Jens Tiedtke auf der Kreisläufer-Position planen. Der 32-Jährige unterzeichnete (wie vor einer Woche exklusiv in der AZ berichtet) bei den Mittelhessen einen Zweijahresvertrag. Tiedtke wechselt vom Ligakonkurrenten TV Großwallstadt nach Wetzlar.

Für die Mainfranken geht der 64-fache deutsche Nationalspieler seit dem Jahr 2005 auf Torejagd. "Wir sind sehr froh, dass Jens unser Angebot angenommen und sich für die HSG Wetzlar entschieden hat", so HSG-Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann. "Seine hohe sportliche Qualität hat er seit Jahren in der Liga und der Nationalmannschaft unter Beweis gestellt – in Angriff und Abwehr. Zudem verfügt er über jede Menge internationale Erfahrung. Er stand ganz oben auf unserer Wunschliste und soll eine Führungsrolle einnehmen."

Der gebürtige Koblenzer, der für Deutschland an zwei Weltmeisterschaften teilnahm (Tunesien/2005, Kroatien/2009), bringt es mittlerweile auf weit über 350 Erstliga-Einsätze und über 1100 Liga-Treffer. Ab der kommenden Saison sollen weitere für die HSG Wetzlar dazukommen. "Ich freue mich, dass ich meine Karriere ab Sommer in Wetzlar fortsetzen werde. Der Verein hat ein klares sportliches Konzept und sich für die nächsten Jahre realistische Ziele gesteckt, bei deren Umsetzung ich mit meiner bislang gesammelten Erfahrung helfen möchte.

Die Aussicht auf emotionsgeladene Erstliga-Spiele in einer supermodernen Arena und mit leidenschaftlichen Fans im Rücken hat mich in meiner Entscheidung, nach Wetzlar zu wechseln, zusätzlich bestärkt", freut sich Jens "Tito" Tiedtke, dessen Ehefrau Nadja dieser Tage Nachwuchs erwartet, auf seine neue Aufgabe in Mittelhessen.

Mit der Verpflichtung von Jens Tiedtke haben die Verantwortlichen der HSG Wetzlar eine weitere wichtige Personalie geklärt. Nach Nationalspieler Michael Müller, der im Sommer von den Rhein-Neckar Löwen an die Lahn wechselt, ist Tiedtke der zweite "echte" Neuzugang der Wetzlarer für die kommende Saison. "Unser sportliches Konzept sieht vor, die Mannschaft auf verschiedenen Positionen gezielt zu verstärken. Dabei steht die wirtschaftliche Vertretbarkeit jedoch über allem. Wir können und werden auch weiterhin nur das Geld ausgeben, das uns zur Verfügung steht", stellt Manfred Thielmann, der bei den Grün-Weißen die sportliche Leitung innehat, die Ausgangslage noch einmal deutlich klar.

In der kommenden Saison nicht mehr im Kader der Mittelhessen stehen der Grieche Giorgos Chalkidis und Rechtsaußen Peter Jungwirth. Beide wurden von den HSG-Verantwortlichen darüber informiert, dass ihre Verträge in Wetzlar nicht über den 30. Juni 2012 hinaus verlängert werden. "Wir haben sowohl Peter als auch Giorgos und seinem Berater unsere Gründe offen dargelegt. Das gehört sich auch so, wenn man als Verein mit Spielern über eine so lange Zeit eng zusammenarbeitet", so Thielmann, der versichert, dass beide Akteure in der Rückrunde die entsprechende sportliche Plattform erhalten, um sich mit guten Leistungen für neue Clubs zu empfehlen.

Die Personalie Peter Jungwirth deutet darauf hin, dass die Wetzlarer Verantwortlichen ihre Bemühungen im Hinblick auf eine Neubesetzung des rechten Flügels nunmehr intensivieren werden. In den letzten Tagen waren diesbezüglich bereits Kontakte zu Savas Karipidis (MT Melsungen) und Tobias Reichmann (THW Kiel) bestätigt worden. Reichmann-Berater Thomas Lapawczyk war gestern zu keiner weiteren Stellungnahme bereit. Durch die Tiedtke-Verpflichtung und die Chalkidis-Demission verbessern sich andererseits die Chancen, dass der Isländer Kari Kristjan Kristjansson über diese Spielzeit hinaus bei den Grün-Weißen bleiben wird.

Gegen Ende der vergangenen und zu Beginn dieser Serie war der Kreisläufer in ein Formtief gefallen und mit erheblichem Übergewicht aus dem Sommerurlaub gekommen. Erst im November/Dezember konnte der 27-Jährige an die Leistungen anknüpfen, die ihn in der ersten Halbserie 2010/2011 ausgezeichnet hatten.

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